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Wobei, ganz korrekt ist diese Aussage nicht. Bewegungen, die für uns in der Kindheit ganz selbstverständlich waren, wie etwa das Rad schlagen lernen, sind zellulär gespeichert und (das ist das Gute daran) jederzeit abrufbar. Ein Rad ist solch ein archetypischer Bewegungsablauf – davon ist Bewegungs- und Zirkuspädagogin Ruth Schleicher überzeugt.

Wäre da nicht das bisschen Angst, das sich über die Jahre eingeschlichen hat ... Die Angst vor dem Kopfüberstehen, dem Versagen, dem Ungewohnten. Klar lag der Schwerpunkt des Körpers damals tiefer, und Angst war praktisch keine vorhanden. „Beim Radschlagen sollten aber die Leichtigkeit und das Spielerische im Vordergrund stehen“, plädiert Ruth Schleicher. Dieses Gefühl gilt es wiederzuentdecken! „Ist ja auch ganz gut, hin und wieder seine Komfortzone zu verlassen, einen Perspektivenwechsel zu wagen, die Welt auch einmal kopfüber zu betrachten.“ Auch wenn man beim Radschlagen dafür konkret nur zirka drei Sekunden Zeit hat. Daher: nicht denken, einfach tun.

1. Gelenke stärken

Illustration Liegestütze

Illustration: Karo Oh

Da die Handgelenke beim Rad am meisten beansprucht werden, beginne damit, ihre Stützkraft zu stärken. Begib dich in die klassische Liegestützposition. Die Hände zeigen nach vorn, die Arme stehen gestreckt unter den Schultern. Kopf, Oberkörper, Po und Beine bilden eine Linie. Mach dich so fest wie ein Brett und halte, solange es geht.

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2. Häschen, hüpf!

Illustration, Frau, Übung, Stockerl

Illustration: Karo Oh

Um dich an die Kopfüber-Lage zu gewöhnen, schwinge die möglichst gestreckten Beinen über ein niedriges Hindernis. Das Bein, das näher dransteht, springt zuerst und landet zuerst. Hüpfe hin und her und versuche, die Beine immer höher in die Luft zu werfen. Die Angst verschwindet allmählich.

3. Haltung zeigen

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Illustration, Frau, Startposition zum Rad schlagen

Illustration: Karo Oh

Stell dir eine gerade Linie auf dem Bodenvor, oder mal dir (z. B. im Park) eine mit Kreide auf. Dort stehst du nun hüftbreit, Arme gestreckt über dem Kopf, Handflächen zeigen nach vorn. Dein Kopf schaut zu der Seite, zu der du dich gleich drehen wirst. Diese Entscheidung musst du noch schnell treffen: nach links oder nach rechts? Folge dabei deinem Bauchgefühl. Meist ist es aber die rechte Seite, stell daher den rechten Fuß nach vorn im Ausfallschritt auf.

Frau im Plank

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4. Los geht’s

Illustration Liegestütze

Illustration: Karo Oh

Hast du genug Platz rund um dich, dann kann es losgehen. Fokussiere die Linie vor dir, auf der gleich eine Hand nach der anderen landen wird. Während die rechte Hand am Boden platziert wird, zieht das linke Bein (das Schwungbein) nach oben. Hier bewegt sich der Körper in einer Vierteldrehung zum Druckbein. Sobald das Druckbein den Impuls zum Höhenflug gibt, setzt du die linke Hand schulterbreit am Boden auf. Sowohl Schwung- als auch Druckbein katapultieren dich in die Höhe. Auch wenn das jetzt kompliziert klingen mag, die Bewegung ergibt sich von selbst. Der Bewegungsablauf lautet: Hand-Hand-Fuß-Fuß.

5. X-Position

Illustration, Frau übt mit anderen Frau Handstand mit gespreitzten Beinen

Illustration: Karo Oh

Oben angekommen. Sehr gut. Für den Anfang ist es hilfreich, wenn dich eine vertraute Person im Bereich der Hüfte stabilisiert. Das schenkt Sicherheit und Mut. Für eine kurze Sekunde bist du jetzt ein X. Arme und Beine sind leicht zu den Seiten gestreckt, das Gewicht wird dabei auf den Schultern balanciert – wie bei einem Handstand. Du musst diese Stellung aber nicht halten. Das Rad dreht sich schon weiter.

6. Ankommen

Illustration, Frau, streckt Arme aus

Illustration: Karo Oh

Dein Schwungbein (in diesem Beispiel das linke Bein) landet zuerst auf der Linie, dicht gefolgt vom Druckbein (dem rechten). Richte den Oberkörper auf und freu dich darüber, dass du dir zugetraut hast, ein Rad zu schlagen.

Nachgefragt bei: Mag. Ruth Schleicher, Bewegungs- und Zirkuspädagogin.