Schafgarbe: vom Unkraut zum Superfood

Wildkräuter wie die Schafgarbe legen dieser Tage eine beeindruckende Karriere vom Unkraut zum heimischen Superfood hin. Und das zurecht.
von Valerie Jarolim | 9. September 2019
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Schafgarbe (Bild: GettyImages)

In Wildkräutern steckt die geballte Power an Pflanzeninhaltsstoffen mit vielen Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Auch ätherische Öle und Bitterstoffe zählen zu den Inhaltsstoffen der kleinen Kraftpakete. Und vor allem Letztere, die Bitterstoffe, sind für unsere Gesundheit sehr wertvoll.

Her mit den Bitterstoffen

In gezüchteten Obst und Gemüse aus dem Supermarkt sind diese kaum mehr anzutreffen, da sie weitgehend weggezüchtet wurden. Den Wildpflanzen dienen Bitterstoffe, um sich vor Fraßfeinden zu schützen, und werden daher in hohen Mengenden ihnen produziert.

Für uns sind die Bitterstoffe eine Wohltat für das Magen-Darm-System und sorgen für eine optimale Verdauung. Das belegt auch schon ein altes Sprichwort, das sich heute mehr als bewahrheitet:

Was bitter dem Mund, ist dem Magen gesund.

Altes Sprichwort

Was die Schafgarbe alles kann

Die Schafgarbe enthält viele dieser Bitterstoffe und auch ätherische Öle, welche für den würzig-aromatischen Geschmack verantwortlich sind. Egal ob für eine Kräuterbutter zum Grillfest, einen Kräuteraufstrich oder einfach aufs Butterbrot, die Schafgarbe rundet jede Speise ab.

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Schafgarbe (Bild: Unsplash/Jill Dimond)

Sie ist außerdem eine fast vergessene, aber früher hoch geschätzte Heilpflanze. Ihre Einsatzgebiete sind sehr vielfältig und haben ihr den im Volksmund gebrauchten Namen „Heil aller Welt“ eingebracht. Neben bereits erwähnten Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung, Blähungen und Gastritis wird ein Tee aus der Schafgarbe auch bei Menstruationsbeschwerden empfohlen. Ihre krampflösende und wohltuende Wirkung auf den gesamten Unterleib hat sie früher zu einem der wichtigsten Frauenheilkräuter gemacht.

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Schafgarbe (Bild: Ilya Kuznetsov/Pixabay

Schafgarbe bestimmen

Betrachtet man die Schafgarbe etwas genauer, fällt einem schnell auf, dass ihre Blätter Federn ähneln. Sie bestehen vielen kleinen, filigranen Einzelblättern und einem deutlich ausgeprägten Mittelnerv. Die Blattform, die zu den wichtigsten Erkennungsmerkmalen zählt, versteckt sich bereits in ihrem botanischen Namen „Achillea millefolium“ und kann als „Tausendblatt“ übersetzt werden.

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Das Blatt der Schafgarbe ähnelt einer Feder. (Bild: Getty Images)

Hinweis: Um Verwechslungen mit Giftpflanzen auszuschließen, bitte nur sammeln was man kennt und eindeutig bestimmen kann.

Schafgarbe-Alternativen

Generell finden wir in heimischen Wiesen und Wäldern viele spannende Kräuter, die unseren Speiseplan mit wunderbaren Geschmäckern bereichern können. Neben der Schafgarbe wären da zum Beispiel auch der Dost, die wilde und bei uns heimische Form des Oreganos, und der Quendel, ein kleiner Zwergstrauch und naher Verwandter des beliebten Thymians.

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