Tag 4: Minimalismus im Badezimmer

Am vierten Challenge-Tag gehen wir einen Raum weiter, in dein Badezimmer. Unterstützung bekommst du dabei von Olivia Padalewski von impactearthlings.at – inklusive einem DIY-Rezept!

Deine Challenge: Sortiere mindestens fünf Gegenstände aus

Schau dir das Begrüßungsvideo von Olivia an:

Besonders in deinem Badezimmer steckt die Chance für ein minimalistischeres Leben. Gerne probieren wir uns durch die Angebotspalette von Drogerie-Märkten und lassen Produkte, die wir für „nicht gut” befinden, schlussendlich im Bad-Regal verstauben. Olivia von impactearthlings.at hilft dir heute dabei, den Besitz in deinem Badezimmer etwas zu minimieren. Versuche, mindestens fünf Gegenstände, gerne auch mehr, gehen zu lassen bzw. aufzubrauchen. Olivia verrät dir außerdem noch ein DIY-Rezept für ein Lavendel-Körperpeeling.

Olivia’s Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Hol alle Produkte (Pflege, Kosmetik, Rasierer usw.) aus deinem Badezimmer hervor und stelle dir einen Timer von 10 Minuten, damit das Aufräumen nicht ausartet und du die Challenge gut erledigen kannst
  • Unterteile alles in folgende drei Gruppen:
  1. Gruppe A: Produkte, die du regelmäßig verwendest (mind. 1x/Woche) und benötigst.
  2. Gruppe B: Produkte, die du nicht mehr verwendest bzw. nachkaufen möchtest, aber selbst aufbrauchen kannst (z.B. kleine Proben, geschenkte Seifen, altes Shampoo)
  3. Gruppe C: Produkte, die du nicht mehr verwenden möchtest und die nur Platz verbrauchen.
  • Die Produkte aus der Gruppe C kannst du in eine Kiste/Tasche geben und aussortieren. Am besten verschenkst du sie an Menschen, die damit eine Freude haben (z.B. Freund:innen, Familie, über Plattformen wie willhaben.at) oder spendest sie an karitative Institutionen, sofern sie noch original verschlossen und haltbar sind.
  • Die Produkte aus Gruppe B stellst du am besten an einen Ort, wo du sie täglich siehst und brauchst sie in den nächsten Wochen auf. Tipp: Shampoo kannst du auch als Handseife verwenden, alte Cremen für weiche Füße.
  • Gruppe A darf natürlich ebenfalls bleiben. Hier kannst du allerdings, wenn du magst, nachhaltigere Alternativen einziehen lassen.

Zero Waste Bonus-Aufgabe: Suche dir aus der Gruppe A drei Produkte aus, die immer wieder Abfall produzieren und die du in Zukunft durch eine nachhaltigere (Mehrweg)-Alternative ersetzen möchtest.

Drei Beispiele:

  1. Duschgel in Plastikflaschen kannst du durch eine feste Duschbar/Seife in Naturkosmetikqualität (selbstgemacht oder gekauft) ersetzen.
  2. Statt Einwegrasierern könntest du in Zukunft einen Edelstahlrasierer oder Rasierhobel verwenden.
  3. Wattepads kannst du gegen wiederverwendbare Wattepads aus Baumwolle, Waschlappen oder ein zerschnittenes Handtuch tauschen.

Bevor du alle Produkte wieder an ihren Platz räumst, noch ein Tipp: Reinige die Badezimmerschränke und -regale kurz durch. Das hilft beim Loslassen und gibt dir ein gutes Gefühl von Ordnung.

Viel Freude bei deiner vierten Challenge unserer Minimalismus-Woche! Teile deine Erfahrungen gerne mit uns in der carpe diem-Challenge Facebookgruppe. 😊

Minimalismus-Inspiration von Olivia

  • Brauche immer zuerst auf, bevor du etwas Neues kaufst. So sammeln sich nicht ungewollt zu viele Produkte an.
  • Wenn ein Produkt leer/kaputt ist, versuche es durch eine nachhaltigere Alternative zu ersetzen. Du kannst ein DIY-Rezept ausprobieren oder beim Kauf auf zertifizierte Naturkosmetik achten. Viel Inspiration findest du auch in Unverpackt-Läden, Reformhäusern oder z.B. auf meinem Blog und meinen Online Workshops.
  • Starte eine „Das-kaufe-ich-NICHT-mehr-Liste”, zum Beispiel: Rasierschaum, Müllbeutel, Ohrstäbchen, Abschminklotion oder Produktproben.
  • Prüfe die Inhaltsstoffe deiner Pflegeprodukte mit der App „CodeCheck”. Beinhalten sie bedenkliche Stoffe oder gar Mikroplastik? Vielleicht möchtest du ein paar durch DIY-Kosmetik ersetzen – da weißt du ganz genau, was enthalten ist.

DIY-Rezept von Olivia: Entspannendes Lavendel-Peeling für deinen Körper

Foto: Olivia Padalewski

Zutaten
– 4 EL Bio Zucker
– 3 EL kaltgepresstes Bio Pflanzenöl (z.B. Mandelöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl)
– Optional: 1 TL getrocknete Bio-Lavendelblüten
– Optional: 3 Tropfen ätherisches Öl (bio und 100% naturrein): Lavendel fein

Utensilien
Esslöffel, Teelöffel, kleiner Glasbehälter (ca. 100 ml) und Mörser (optional)

Zubereitung
– Lavendelblüten sanft im Mörser zerkleinern (optional).
– Alle Zutaten gut miteinander im Glasbehälter vermengen. Die gewünschte Konsistenz durch Zugabe von etwas Öl bzw. Zucker anpassen.

Hinweise
Anwendung: Mit dem sauberen Finger entnehmen und in die nasse Haut einmassieren. Abspülen und die Haut mit einem Handtuch trocken tupfen. Eincremen ist danach nicht mehr notwendig.
Achtung: Der Dusch- oder Badewannenboden kann rutschig werden. Ich empfehle dir, den Boden danach kurz zu reinigen.
Haltbarkeit: ca. 1 Monat. Kleine Mengen herstellen, kühl und trocken lagern.

Abwandlungsmöglichkeiten
– Du kannst die Peeling-Basis ganz nach deinen Wünschen austauschen und kombinieren. Getrockneter Kaffeesatz, Salz und Bio-Zucker mag ich sehr gerne.
– Du kannst das Pflanzenöl ganz nach deinen Bedürfnissen, deinem Hauttyp und den Zutaten, die du gerade Zuhause hast, ersetzen. Hauptsache in Bio-Qualität und kaltgepresst (nativ).

Du willst mehr solcher Rezepte? Olivia gibt regelmäßig DIY-Workshops, mehr Informationen dazu findest du hier auf ihrer Website.

Deine heutige Minimalismus-Expertin: Olivia Padalewski

Foto: Olivia Padalewski

Über Olivia

Olivia ist diplomierte Aromaberaterin, Abfallbeauftragte, Autorin und gibt regelmäßig DIY- und Zero-Waste-Workshops. Auf ihrem Blog inspiriert sie ihre Community zu einem nachhaltigeren Leben und teilt tolle DIY-Rezepte. Ihr Buch „Waschmittel, Allzweckreiniger & Co. einfach selbstgemacht“ kannst du in ihrem Online-Shop oder in deiner Lieblingsbuchhandlung bestellen. Folge Olivia auf Instagram unter @impact.earthlings.

Wie bist du zum Minimalismus bzw. zu Zero Waste gekommen?

Ich habe Wirtschaftsinformatik studiert und mich in meiner Masterarbeit sehr intensiv mit dem Thema Elektroschrott auseinandergesetzt. So bin ich erst mit dem globalen Abfallproblem in Berührung gekommen. Nachdem mir bewusst wurde, welche Auswirkung Müll, unser exzessiver Konsum und konventionelle Inhaltsstoffe auf unsere Umwelt, aber auch unsere eigene Gesundheit haben, habe ich beschlossen, etwas zu ändern.

Wie lebst du Minimalismus und Zero Waste heute?

Mittlerweile lebe ich deutlich minimalistischer und besitze dafür hochwertige, zu mir passende Dinge. Damit bin ich insgesamt viel glücklicher und zufriedener als mit den Massen, die ich früher gekauft habe. Und genauso handhabe ich das auch bei mir im Badezimmer: Ich verwende ausschließlich Naturkosmetik, die meisten Pflegeprodukte mache ich selbst. Was mir aber ganz wichtig ist: Ich lebe nicht zu 100 Prozent perfekt nachhaltig. Das muss niemand und ist auch gar nicht wirklich möglich. Einfach mal anfangen und vor allem weitermachen.

Welchen Gegenstand würdest du niemals hergeben?

Meine selbstgemachte Shampoobar. Die wird vor allem unterwegs zu einem praktischen 3-in-1-Produkt: Haare waschen, duschen und Hände waschen. Auch zum Rasieren funktioniert sie wunderbar: die nasse Stelle einseifen, rasieren und abspülen. Rasierschaum benötige ich dadurch schon viele Jahre nicht mehr.