Mikroabenteuer: Das Glück liegt vor der Haustür

Raus aus dem Alltag, hinein ins Mikroabenteuer. Für diese sieben Möglichkeiten zum Glücklichwerden müssen wir nicht einmal verreisen.

Etwas ausprobieren. Dinge erleben, die all unsere Sinne ansprechen. Ein kleines Abenteuer, mit dem wir aus dem Hamsterrad des Alltags ausbrechen. Und im besten Fall einen Lebensstil daraus machen – um sich immer wieder in das unmittelbare, nahe Glück zu stürzen: Das sind Mikroabenteuer.

Es war der Abenteurer Alastair Humphreys, der den Begriff „Microadventures“ in seinem gleichnamigen Buch prägte. Humphrey definiert darin Mikroabenteuer als ein „lokales, kostengünstiges, simples, kurzes Abenteuer“. Es geht also darum, den Kopf freizubekommen und durchzuatmen, während man sich auf etwas Neues einlässt.

Mikroabenteuer: Für Groß und Klein, tagsüber oder nachts

Gerade in der Nacht sind Mikroabenteuer ganz leicht zu haben – dank des Schauders im Dunkeln stellt sich das Abenteuergefühl von ganz alleine ein. Darüber hat Umweltpädagoge Chris Salisbury eine schöne Anleitung geschrieben: In „Mikro-Abenteuer zwischen Dämmerung und Morgengrauen für die ganze Familie“ stellt er familientaugliche Nacht-Abenteuer vor: Nachtpaddeln, Hirschpirsch, Morgendämmerungszeremonie … Zudem widmet Salibury auch den Wesen der Nacht, von Falter bis Fuchs, sowie dem Nachthimmel jede Menge spannende Seiten. So können wir Erwachsenen die Nacht wieder neu für uns entdecken und unseren Kindern den nächtlichen Zauber näher bringen.

Doch ob nachts im Dunkeln oder am helllichten Tag, das Beste an Mikroabenteuern ist: Eine große Planung kannst du dir sparen, denn die tollsten kleinen Abenteuer warten direkt vor deiner Haustüre. Warum nicht gleich damit anfangen?

7 Mikroabenteuer für Einsteiger

1. Picknick in der Natur

Deine Mittagspause verbringst du normalerweise im Büro oder im Restaurant. Heute nicht! Schnapp dir deine Jausenbox plus dein Lieblingsgetränk und mach dich auf den Weg nach draußen. Such dir ein schönes Plätzchen in der Natur, vielleicht eine Bank im Park oder ein schönes Fleckchen auf einer nahegelegenen Wiese – und verzehre deine Brotzeit heute unter freiem Himmel. Korb und Picknickdecke braucht es gar nicht. Für ein kleines Mikroabenteuer-Picknick reichen Brotzeit und frische Luft völlig. Und stelle deine Sinne auf Hab-acht-Stellung: Was hörst/siehst/riechst du alles?

2. Immer der Nase nach

Dieses Mikroabenteuer lässt sich jederzeit starten und beenden: Einfach loslaufen, immer der Nase nach durch deine Heimatstadt oder deinen Heimatort. Bieg an jeder zweiten Kreuzung ab – ob nach links oder rechts entscheidest du nach Gefühl. Dieses kleine Abenteuer bietet dir die Möglichkeit, deine Heimat ganz neu zu entdecken. Wenn du keine Lust hast, zu Fuß zu gehen: Du kannst deine Heimat natürlich auch auf dem Rad erkunden.

3. Draußen schlafen und die Mondblüte bestaunen

Ein tolles Mikroabenteuer für die wärmere Jahreszeit: Schlafe eine Nacht draußen und sieh dir die „Mondblüte“ an, also den Mondaufgang. Dafür kannst du ein schönes, am besten etwas erhöhtes Plätzchen in der Natur wählen. Du kannst aber auch auf den Balkon oder in den Garten auswandern, um dem Mond beim Aufgehen zuzusehen, Sterne zu schauen, den Geräuschen der Nacht zu lauschen … vielleicht mit einem guten Getränk und leckeren Knabbereien dazu. Ein Ratschlag aus Chris Salisburys Buch dazu: „Planen Sie die Mondblüte um den Vollmond herum ein. Am Abend des Vollmonds selbst wird der Mond in wundervoller Symmetrie der Natur genau dann aufgehen, wenn die Sonne untergeht.“

4. Mikroabenteuer: Mit der U-Bahn bis zur Endstation

Ein super Mikroabenteuer für alle, die einen Nachmittag frei und noch keine Pläne haben: In eine U-Bahn oder S-Bahn der Wahl einsteigen und einmal bis zur Endstation fahren. Bist du dort angekommen, steig aus und geh zu Fuß zurück. So bekommst du ganz neue Einblicke in deine Umgebung und tust deinem Körper nebenbei etwas Gutes. Werden die Beine zu schwer, kann man optional an jeder Station wieder in den Zug einsteigen. Hast du Kinder dabei, könnt ihr euch beim Gehen jede Menge Kinderwitze erzählen.

5. Zum Sonnenaufgang auf den nächsten Hügel

Hast du schon einmal den Sonnenaufgang über deiner Heimat genossen? Das erfordert natürlich etwas Disziplin, aber steh am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang auf und suche dir eine Anhöhe in der Nähe deiner Wohnung. Pack dir eine Stirnlampe auf den Kopf und eine warme Decke in den Rucksack – und auf geht’s zum Sunrise-Watching auf dem Hügel.

6. Mikroabenteuer für Schatzsucher: Geocaching

Kinder lieben Geocaching, aber es ist auch ein Mikroabenteuer für Erwachsene. Mittlerweile gibt es immer mehr Geocaching-Spots in Deutschland und Österreich. Geocaching ist wie eine Art Schnitzeljagd oder Schatzsuche: Man sucht mithilfe von Koordinaten und GPS-Gerät in der Natur oder Stadt versteckte Gegenstände, sogenannte Caches. Meist handelt es sich dabei um kleine Döschen und ein zugehöriges Logbuch, wo sich Fündig gewordene eintragen können.

7. Frei schreiben im Wald

Abenteuer müssen nicht spannend und aufregend sein. Im Gegenteil: Manchmal sind sie leise und entspannend. Die Natur bietet uns eine super Möglichkeit für ein ruhiges Mikroabenteuer und ist dabei die beste Quelle für Inspiration. Warum also nicht einmal in den ruhigen Wald zurückziehen, um zu schreiben? Dafür braucht es nur einen Block oder ein leeres Notizbüchlein und einen Stift. Schreib dir an einen Baum gelehnt alles von der Seele und genieß dabei die beruhigende Atmosphäre zwischen raschelndem Laub und Vogelgesang.

BUCH | „In der Nacht sind alle Sinne wach“ von Chris Salisbury. Mikroabenteuer zwischen Dämmerung und Morgengrauen für die ganze Familie. Erschienen im Kösel Verlag.

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