Brauchen Kinder Wellness?

Wir haben eine Expertin gefragt.

Nicht nur Erwachsene erleben alltäglich Stresssituationen. Auch Kinder werden mit Pflichtprogramm wie Kindergarten oder Krippe, Schule und Nachmittagsangeboten stark gefordert. Aber ist Wellness für Kinder der richtige Ansatz, um den Alltagsstress auszugleichen? Nein! „Kein Kind braucht ein Thermenhotel“, sagt Familienberaterin und Eltern-Coach Linda Syllaba. Was Kinder statt SPA-Behandlungen aber durchaus benötigen: Entspannung. Und die kann so aussehen:

Kein Wellness: Entspannung für Kinder

Kinder „einfach sein“ lassen

Kinder erleben häufig eine Reizüberflutung, das kann durch Tablet und Co geschehen, aber auch, wenn sie mit Spielzeug überschüttet werden. „Wenn wir unsere Kinder aber einfach sein lassen, fehlt ihnen etwas, es geht ihnen etwas ab. Das ist der natürliche Zugang, selbst herauszufinden wie die Welt funktioniert“, sagt Syllaba. „Kinder brauchen auch einfach einmal nur die Wand anschauen.“ So können sie nicht nur entspannen, sie lernen zudem Selbstwirksamkeit.

Entspannung für Kinder: Kuscheln

Die meisten Kinder mögen Körperkontakt. Kuscheln wirkt eben nicht nur auf Erwachsene beruhigend und entspannend. „Generell empfehle ich bei kleinen Kindern: tragen, tragen, tragen und ganz viel Körperkontakt.“ Wenn das Kind das nicht mag, sollten das Eltern aber respektieren. Dann kann man das Baby zum Beispiel einfach in Sichtweite auf ein Tuch oder eine Decke legen. So sieht das Kind: Mama oder Papa sind da, ich werde gesehen und bin sicher.

Auch Bewegung kann Kinder entspannen

Bewegung soll entspannen? Klar, Bewegung ist die beste Art für Erwachsene, Stress loszuwerden. Und das klappt auch schon bei den ganz Kleinen: Kinder brauchen Bewegung und Kinder wollen sich bewegen. „Sie rennen eh freiwillig in den Garten, wenn sie nicht schon auf das Tablet programmiert wurden“, weiß die Familienberaterin. Und fügt ein Geheimrezept ihrer Co-Autorin Daniela Gaigg an: „Ihre Kinder müssen ab und zu einfach eine Runde mit ihr spazieren gehen. Sie macht das unter einem Vorwand, etwa, dass sie noch zur Post müsse oder zum Einkaufen.“ 

Gerade der Schulweg sollten Kinder zu Fuß bewältigen, statt im Eltern-Taxi bis vor die Tür kutschiert zu werden. Eine Studie der University of Illinois testete, wie sich Schulkinder unterscheiden, die den Schulweg entweder per pedes oder mit dem Auto zurücklegen. Das Ergebnis: Jene Kinder, die den Weg zur Schule zu Fuß zurücklegten, konnten sich besser konzentrieren und lernten auch besser.

Magazin-Cover
Abo

Entdecke dein
carpe diem
für zu Hause!

Hier bestellen