Zu viele Geschenke für Kinder braucht es nicht

Haufenweise Spielzeug, das überfordert Kinder nicht nur, sondern bringt sie auch um wertvolle Erfahrungen. Doch wie stoppt man die Geschenkeflut am besten?

Zugegeben, Schenken macht auch dem Schenkenden viel Freude. Und deshalb verwöhnen wir unseren Nachwuchs gerne. Ob Malkreiden, das tolle Lego-Set oder die Lieblings-DVD – so einiges landet zwischendurch im Einkaufskorb. Egal, was andere Eltern raten. Auch die Verwandtschaft liebt es, reich zu beschenken. Zu viele Geschenke? Für die meisten Kinder Realität.

Das ist nicht unbedingt sinnvoll, denn haufenweise Spielzeug überfordert Kindern nicht nur, es steht auch wichtigen Entwicklungsschritten im Weg. Der Fähigkeit, sich zu fokussieren ebenso wie der kreativen Entfaltung. Mit Überfluss konfrontiert, verlieren die Kleinen rasch den Blick fürs Wesentliche und die Fantasie bleiben auf der Strecke. Nicht zuletzt beeinflusst der Geschenkesegen auch das spätere Konsumverhalten.     

Zu viele Geschenke? So geht es besser!

Es geht nicht darum, zwischen Extremen zu wählen. Zu viele Geschenke sind ebenso wenig sinnvoll wie dem Nachwuchs alle materiellen Freuden zu versagen. Vielmehr geht es um einen bewussten Umgang mit Bedürfnissen.

Bewusst machen, was Kinder brauchen

Was kommt in die Bastelkiste für Kinder?Macht man sich bewusst, was Kinder wirklich brauchen, ist das selten die vierte Spieluhr, das achte Puzzle oder ein blinkendes Spielzeug mehr. Abgesehen von Geborgenheit, Aufmerksamkeit und Zeit haben gerade die Allerkleinsten wenige Bedürfnisse. Knisterndes Zeitungspapier, eine mit Reis gefüllte Flasche oder fleißig mitkochen dürfen, reicht ihnen oft schon. Mit Alltagsgegenständen beschäftigen sich Kleinkinder ewig und lassen ihre Kreativität so richtig fließen. Zu viele Geschenke sind also gar nicht notwendig. Auch ältere Kinder entwickeln die ausgefallensten Spielideen, sofern es nicht zu viel Angebot und Vorgaben gibt. Und: Basteln ist eh immer gut.    

Zu viele Geschenke? Weniger ist mehr!

Zu viele Geschenke machen es dem Nachwuchs schwer, in einer Sache aufzugehen und kreative Energien fließen zu lassen. Dabei ist das für die kognitive Entwicklung unheimlich wichtig. Nicht ohne Grund haben viele Kinderbetreuungseinrichtungen „spielzeugfreie Tage“ eingeführt – und siehe da, die Kleinen lieben es. Mit Tischen, Sesseln, Decken, Kartons, Wannen und Schüttmaterialien können sie sich stundenlang beschäftigen. Ein Tipp: Einfach einmal einen Teil des Spielzeugs in den Keller räumen und sehen, was passiert. Wird es vermisst oder findet der Nachwuchs rasch Alternativen?

Gemeinsame Zeit schafft Erinnerungen

Glückliche Kinder brauche nicht (zu) viele Geschenke, sondern vorrangig gemeinsame Zeit mit liebenden Menschen. Diese schafft positive Erfahrungen und Erinnerungen – ein wahrer Segen für die Hirnentwicklung. An das fünfte Bastelset im Regal erinnert sich irgendwann niemand mehr. Doch von der gemeinsamen Nachtwanderung oder einem Ausflug in den Klettergarten werden die Kinder noch lange begeistert erzählen.

Zu viele Geschenke? Besser Herzenswünsche schenken!

Vorsicht bei Spielzeug, das mit falscher Absicht geschenkt wird. Weil man sich selbst als Kind darüber gefreut hätte, weil es angeblich pädagogisch wertvoll ist, oder weil man das eben unbedingt haben muss. Dankbarkeit für Geschenke zu erwarten, ist ebenfalls der falsche Zugang. Wenn Kinder sehr schnell das Interesse an kleineren und größeren Aufmerksamkeiten verlieren, dann nicht selten, weil es schlicht keine Herzenswünsche sind. Zu viele Geschenke braucht der Nachwuchs zwar nicht, doch brennt er für etwas, sollten Eltern zugreifen – egal, ob es den eigenen Vorstellungen entspricht oder nicht.

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