Eltern raten Eltern: Die Kunst, den eigenen Stil zu finden

Kennen alle Eltern: Andere Eltern, die einen etwas raten. Ohne zu fragen, ob das überhaupt erwünscht ist. Doch es lässt sich üben, den eigenen Erziehungsstil zu finden, ganz ohne fremde Hilfe.

Das Gegenteil von „gut“ ist „gut gemeint“. Kaum jemals passt dieser Spruch besser als in der Kindererziehung. Doch nicht nur andere Eltern raten so einiges. Um großzügige Tipps zu verteilen, muss man nicht zwingend selbst Elternteil sein. Schließlich waren wir doch alle einmal Kinder, da darf man doch wohl auch als kinderloser Mensch ein Wörtchen mitreden, oder etwa nicht?

So weit, so anstrengend. Kaum etwas stresst Eltern nämlich mehr, als mit gut gemeinten Ratschlägen überhäuft zu werden. Den Teufelskreis zu durchbrechen und seinen ganz persönlichen Erziehungsstil zu finden, macht also nicht nur Sinn, sondern ist notwendig – schon alleine fürs eigene Wohlbefinden.

Eltern raten Eltern: So bleibt man bei sich

Kinderlose sowie Eltern dürfen natürlich empfehlen, was sie möchten – auch anderen Eltern. Die Kunst besteht darin, anzunehmen, was hilfreich erscheint und dennoch seinen ganz persönlichen Stil zu finden. Hier kommt Inspiration dazu, wie das gelingen kann:

Ohne Bauchgefühl geht gar nichts

Eltern raten Eltern so allerhand – und das ist auch völlig in Ordnung. Immerhin profitieren wir von der Erfahrung anderer. Wichtig ist aber, sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen. Dieses macht uns ziemlich deutlich, welche Ratschläge wir besser an uns abprallen lassen und welche wir gerne ausprobieren. So kristallisiert sich mit der Zeit ein individueller Erziehungsstil heraus. Leider orientieren sich vor allem frischgebackene Eltern viel zu wenig am Bauchgefühl. Das ist schade, denn Mutter Natur hat uns mit einer tollen Intuition ausgestattet – und die funktioniert wunderbar.

Eltern raten Eltern: Bloß keine Vergleiche!

Lauschen wir den Erfahrungen anderer Eltern, kann das durchaus inspirieren. Vergleiche hingegen tragen kaum dazu bei, einen eigenen Erziehungsstil zu entwickeln. Im Gegenteil, sich oder gar den Nachwuchs ständig mit anderen zu vergleichen, hemmt und macht unsicher. Ob Eltern, Kinder oder Erziehungsstile – Individualität ist gefragt. Dann ist es auch völlig egal, ob das Kind der besten Freundin schon in ganzen Sätzen spricht, die Wohnung der Schwester stets picobello aussieht oder der Nachwuchs der Nachbarin absolut gesund ernährt wird. Bei uns ist das eben ein bisschen anders…   

Authentisch bleiben wirkt Wunder

Eltern können anderen Eltern vieles raten, werden Ratschläge nicht authentisch umgesetzt, hilft alles nichts. Gerade in Erziehungsfragen ist es wichtig, dass Mama und Papa ganz bei sich bleiben. Der Nachwuchs hat nämlich ein feines Gespür und merkt sofort, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt. Mit Engelszungen auf die Kleinen einreden, wenn man eher der temperamentvolle Typ ist? Fernsehverbot, wenn man unsinnigen Strafen eigentlich gar nichts abgewinnen kann? Das fällt auf – und hat gerade deshalb wenig Effekt.  

Eltern raten Eltern: Abgrenzung darf sein

Was auch immer andere Eltern oder die Allgemeinheit uns so erzählen: Als Elternteil darf man sich gegen übergriffige Ratschläge ruhig zur Wehr setzen. Abgrenzung funktioniert am besten so unverblümt wie möglich. Ein kurzes: „Danke, aber ich mache die Dinge lieber so, wie ich sie für richtig halte“, klärt die Fronten und kann trotzdem freundlich und wertschätzend vermittelt werden.

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