Inhalieren: Was es bringt und wie es geht

Die Nase läuft und dein Hals ist rau – eine Erkältung bahnt sich an. Wie Inhalieren dir jetzt helfen kann.

Seit vielen Generationen nutzen unsere Vorfahren heißen Wasserdampf, um hartnäckigen Husten, Schnupfen, Bronchitis oder eine Nasennebenhöhlenentzündung zu behandeln. Aber was bringt Inhalieren eigentlich und wie inhaliert man richtig?

Inhalieren: 4 Fragen

Was ist Inhalieren?

Mit Inhalieren meinen wir das Einatmen von Wassertröpfchen und ganz kleinen, zerstäubten Teilchen (Aerosole). Größere Wassertröpfchen erreichen hierbei unsere oberen Atemwege (Nase, Nasennebenhöhlen und Rachenraum), während Aerosolpartikel auch in unsere unteren Atemwege (Luftröhre, Bronchien und Lunge) gelangen.

Man kann beim Inhalieren reinen Wasserdampf einatmen oder auch Salz oder ätherische Öle wie Kamille und Thymian zugeben. Kamille wirkt entzündungshemmend und keimtötend, Thymian eignet sich besonders bei Husten.

Was bringt Inhalieren?

Inhalieren kann die Atemwege befeuchten, festsitzenden Schleim lösen, die Durchblutung der Schleimhäute anregen und desinfizieren. Nicht nur bei einer Erkältung, auch bei Asthma bronchiale und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) kann Inhalieren die Beschwerden lindern.

Inhalieren: Wie geht es?

Inhalieren mit Salz

Für eine Salz-Inhalation eignet sich am besten ein Inhalationsgerät. Die Salzlösung kannst du selber herstellen: Aus 9 Gramm unjodiertem Kochsalz oder Meersalz auf einen Liter kochendes Wasser. Rühr das Salz gut ein und lasse die Lösung etwas abkühlen. Zum Zerstäuben dient dann ein elektrischer Vernebler aus der Apotheke.

Inhalationsgeräte bieten sich besonders an, wenn du die unteren Atemwege erreichen möchtest (zum Beispiel bei Asthma bronchiale). Denn: Der heiße Wasserdampf aus dem Topf erreicht die unteren Atemwege nicht – die Wassertröpfchen sind zu groß. Ein Inhalator kann die Wassertröpfchen dagegen sehr fein vernebeln, so gelangen die Aerosole auch in die unteren Atemwege.

Inhalieren mit ätherischen Ölen

Bild: Pixabay

Inhalieren überm Topf ist noch einfacher: Koche dazu Wasser im Topf auf. Der Topf sollte bis knapp unter den Rand mit Wasser gefüllt sein. Nun kannst du Inhalationszusätze wie Kamillenöl – oder auch einen Beutel Kamillentee bzw. getrocknete Kamillenblüten – zufügen. Welcher Zusatz sich bei deinen Beschwerden am besten eignet, besprichst du am besten vorher mit deinem Hausarzt bzw. deiner Hausärztin. Der reine Wasserdampf kann aber auch schon helfen.

Nun beugst du deinen Kopf über den Topf. Halte dabei unbedingt zwei Handbreit Abstand zum Topf, um Verbrühungen zu vermeiden. Nun noch ein Handtuch über den Kopf legen und zwar möglichst so, dass kein Wasserdampf entweichen kann. Nach zehn bis 20 Minuten das Handtuch vom Kopf nehmen und das Gesicht mit lauwarmem Wasser abwaschen. Nach dem Inhalieren legst du dich am besten eine halbe Stunde bis eine Stunde hin und ruhst nach. So kann sich der Körper erholen, der Kreislauf wird entlastet.

Wann inhalieren – und wann nicht?

Die schlechte Nachricht zuerst: Hast du ein Augenleiden, eine entzündliche Hauterkrankung im Gesicht, sehr niedrigen Blutdruck oder eine andere Kreislaufstörung, ist Inhalieren leider nichts für dich.

Besonders bei den ersten Anzeichen eines Infekts sind Inhalationen generell sehr gut geeignet: Durch die bessere Durchblutung der Schleimhäute werden Abwehrzellen aktiviert. Bei einer Erkältung kannst du etwa ein- bis dreimal täglich fünf bis 20 Minuten inhalieren. Hör dabei auf dein Gefühl und inhaliere so lange, wie es sich für dich angenehm anfühlt.

Das Inhalieren birgt, korrekt durchgeführt, kaum Risiken. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die es zu beachten gilt:

  • Einige ätherische Öle bergen besonders für kleine Kinder, Schwangere und bei chronischen Atemwegserkrankungen, wie Asthma, Risiken. Sprich darum auf jeden Fall mit deinem Arzt bzw. deiner Ärztin, wenn du ätherische Öle verwenden möchtest. Auch weil manche der Öle Allergien auslösen oder verschlimmern können.
  • Für kleine Kinder ist Inhalieren überm Topf nicht geeignet, sie können sich leicht am heißen Wasser verbrennen. Besser eignet sich für Babys und Kleinkinder ein Inhalator. Es gibt extra kleine Inhalatoren für den Nachwuchs in vielen Apotheken.
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