Ayurveda-Typ-Test: so bestimmst du dein Dosha

Was und wie bin ich? Das ist eine wichtige Frage im Ayurveda, wenn nicht die wichtigste überhaupt. Der eine ist ein Luftikus, der andere bodenständig. Der eine braucht Wettkampfsport, der andere liebt Couchsurfing. Im Westen nennen wir das Konstitution – im Ayurveda wird vom Prinzip der drei Doshas gesprochen

Eine kleine Zeitreise zurück zu den Ursprüngen der ayurvedischen Lehre: Die alten Weisen glaubten, dass alles auf der Welt aus fünf Elementen besteht – Luft, Raum, Feuer, Wasser und Erde. Diese fünf Elemente stecken überall drin, in Steinen ebenso wie in Pflanzen oder Tieren. Und, ja, auch in uns Menschen, schließlich sind wir ein Teil des Ganzen. Wie jedoch diese Elemente in jedem Einzelnen von Geburt an verteilt sind, ist unterschiedlich. Der Mix macht’s aus und bestimmt den Typus – wie er aussieht, denkt, handelt und fühlt, seine Schwächen und Stärken, welche Nahrungsmittel er bevorzugt und welche ihn stärken. Diese Mischung wird im Sanskrit Prakriti genannt: Natur. Welche Mischung bist du? Finde im Ayurveda-Typ-Test heraus, wer du bist.

Sie ergibt sich aus den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha, die ihrerseits wiederum aus den Elementen bestehen:

  • Vata aus Luft und Raum
  • Pitta aus Feuer und Wasser
  • Kapha aus Wasser und Erde

Genau übersetzt bedeutet Dosha „Fehler“ oder, besser verständlich, „das, was Fehler verursachen kann“. Wenn ein Mensch gesund ist, befindet er sich energetisch in Balance: Von keinem Dosha ist zu viel da, die Energien sind ausgeglichen. Das kann sich im Laufe des Lebens aber immer wieder verändern. „Das Leben ist ein Fluss. Wenn du es näher betrachtest, dann wirst du sehen, dass sich alles in jedem Augenblick ändert.“, sagte Drukpa Rinpoche, tibetischer Meister.

Das Leben ist ein Fluss. Wenn du es näher betrachtest, dann wirst du sehen, dass sich alles in jedem Augenblick ändert.

Drukpa Rinpoche, tibetischer Meister

Dieser Satz drückt schön aus, dass alles in Bewegung bleibt – auch der Mensch. „Die Konstitution ist angeboren, doch im Laufe des Lebens kann sich die Zusammensetzung der Doshas verschieben. Etwa durch unpassende Ernährung oder Stress, auch die Jahreszeiten beeinflussen uns. Dann kann es zur Erhöhung eines oder sogar zweier Doshas kommen, während andere unterdrückt werden“, sagt die Ayurveda-Expertin Claudia Gnant.

Ein Beispiel: Dominiert gerade Pitta, ist es besser, zusätzliche Hitze zu meiden und auf scharfe Gewürze oder Rotwein zu verzichten. Für Claudia Gnant ist das Drei-Dosha-Konzept die wichtigste Basis für individuelle Gesundheit. Bleiben die Doshas in Harmonie, bist du gesund. Typgerechte Ernährung ist hier einer der entscheidenden Faktoren.

Die Konstitution ist angeboren, doch im Laufe des Lebens kann sich die Zusammensetzung der Doshas verschieben. Etwa durch unpassende Ernährung oder Stress, auch die Jahreszeiten beeinflussen uns.

Claudia Gnant, Ayurveda-Expertin

Und wie erkenne ich meinen Ayurveda-Typus ?

Am einfachsten machst du eine Ayurveda-Typ-Test im Selbsttest. Wer’s ganz genau wissen möchte, geht zum Ayurveda-Arzt. Der schaut sich erst einmal an, welchem Typus du von Geburt an entsprichst, und dann, wie weit du gerade davon entfernt bist. Dafür macht er eine Pulsdiagnose, legt die Fingerkuppen seines Zeige-, Mittel- und Ringfingers auf die Stelle oberhalb des Handgelenks – dort, wo eine leichte Vertiefung zu spüren ist.

Er will die „Qualität“ des Pulses erkennen, wie schnell, regelmäßig oder stark er ist. Das hilft, um den aktuellen Zustand einer Person zu erkennen. Der Ayurveda-Arzt achtet außerdem auf das äußere Erscheinungsbild (Zunge, Haut, Haare, Stimme etc.) und fragt nach der Verdauung. Die meisten Menschen sind übrigens Mischtypen, es finden sich meist zwei Doshas – z.B. Vata-Pitta oder Kapha-Pitta.

Zu bewerten ist das nicht – jeder hat Schwächen und Stärken. Stattdessen geht’s schlicht darum, sich seiner besonderen „Energie“ bewusst zu werden, um so zu leben, wie man als Mensch von Geburt an gedacht war.

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