Astrid Wecht

4 Wege, inneren Frieden zu finden

Meditations-Coach Astrid Wecht erklärt, wie es uns gelingen kann, konstruktiv mit belastenden Emotionen umzugehen und gelassen zu bleiben.
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Bild: Amy Treasure/ Unsplash

Emotionen sind die Wellen, auf denen wir reiten. Manchmal lassen wir uns entspannt von ihrem sanften Rhythmus tragen, manchmal heben sie uns im freudvollen Überschwang hoch und lassen uns vor Glück überschäumen. Und manchmal drehen sich die Gedanken um unsere belastenden Gefühle so sehr im Kopf, dass sich die Wellen immer wilder überschlagen und irgendwann zum unkontrollierten Strudel werden, der uns immer weiter hinunterzieht.

Wir verlieren den Halt unter den Füßen, können keinen klaren Gedanken fassen, fühlen uns handlungsunfähig.

Den Druck rauslassen

Oft kommt der gut gemeinte Ratschlag: „Jetzt ärgere dich doch nicht.“ Funktioniert’s? Nein. Bei mir nicht. Im Gegenteil: Je mehr ich versuche, die Wut loszubekommen, desto stärker wird sie. Weil auch Ablehnung eine Form der Aufmerksamkeit ist, die Emotionen und Gedanken noch größer und bedrohlicher werden lässt.

Je mehr ich versuche, die Wut loszubekommen, desto stärker wird sie.

Manchmal hilft es, durch Schreien, Toben oder sonstige impulsive Handlungen Druck abzulassen. Dabei läuft man jedoch Gefahr, sich so hineinzusteigern, dass dadurch die Emotionen überhandnehmen und man noch tiefer in den Sog des Strudels gerät. Also was tun?

1. Liebevolles Annehmen

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Bild: Priscilla Du Preez/Unsplash

Da wir belastende Gefühle nicht einfach abschalten können, haben wir die Alternative, sie so anzunehmen, wie sie im Moment gerade sind. Und zwar in einer liebevollen und wohlwollenden Haltung. Wir reichen der Gefühlsregung die Hand und lassen sie sein. Ohne zu analysieren oder lenken zu wollen.

2. Neugieriges Erforschen

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Bild: Savannah Bennett/Unsplash

Und dann untersuchen wir mit großer Neugierde, mit welchen Facetten sich diese Emotion zeigt. Wie ein Wissenschaftler, der alle Einzelheiten genau unter die Lupe nimmt. Besonders hilfreich ist es, die auftretenden Symptome zu benennen: mein Herz klopft, die Tränen laufen über meine Wangen, böse Gedanken kommen usw. So ist es einfacher, in der Rolle des Beobachters zu bleiben.

Vermeide es, die auftretenden Gefühlsregungen zu interpretieren oder zu analysieren.

Denn damit fütterst du die belastenden Emotionen. Sie werden größer und größer, und schon findest du dich wieder tief drinnen im Gedankenstrudel. Bleib ganz fokussiert auf das Erforschen.

3. Einen Schritt zur Seite machen

Natürlich kommt es immer wieder vor, dass du von den inneren Eindrücken weggeschwemmt wirst. Vor allem wenn man noch ungeübt im Erforschen ist oder die Emotionen besonders intensiv sind. Das darf sein und ist ganz normal. Um wieder in die forschende Beobachterrolle zu kommen, ist es hilfreich, auszuatmen, zu entspannen und einen inneren Schritt zurück zu machen, um Abstand zu bekommen.

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Bild: Jeremy Goldberg /Unsplash

Wenn es dir hilft, verändere auch körperlich deine Position, indem du tatsächlich einen Schritt zur Seite trittst. Das bringt dich wieder zurück in den Moment und holt dich auf den Boden der Tatsachen.

4. Geduld haben

Mit der Zeit glätten sich die Wogen. Manchmal geschieht das ziemlich schnell. Manchmal braucht es seine Zeit, bis der Strom der Traurigkeit, Angst, Wut etc. durchgezogen ist. Gestehe dir diese Zeit zu. So darf sich alles auflösen, und du gehst in Frieden aus der schwierigen Situation heraus.

Manchmal braucht es seine Zeit, bis der Strom der Traurigkeit, Angst, Wut etc. durchgezogen ist.

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Bild: Elena Koycheva/Unsplash

Vielleicht ist dieser Zugang neu für dich. Für den Start empfehle ich dir, diese Herangehensweise in alltäglichen Situationen zu üben, die dir nur leichten Unmut bereiten. Denn da ist es einfacher, Abstand zum inneren Treiben zu halten und sich selber zu beobachten. Außerdem kannst du diese Fähigkeit mit regelmäßiger Meditation kultivieren. Hier übst du, den Fluss deiner Gedanken und Gefühlen als stiller Beobachter wahrzunehmen, sein zu lassen und auf diese Weise inneren Frieden zu finden.

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