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Maria Dorner

„Penguin Bloom“: Wie ein kleiner Vogel eine Familie rettet

Achtung, dieser Vogel verleiht Flügel. Das Biopic „Penguin Bloom“ erzählt die Geschichte eines Kükens, das einer ganzen Familie nach einem Schicksalsschlag eine neue Perspektive auf die Schönheit des Lebens schenkt.
„Penguin Bloom“: Wie ein kleiner Vogel eine Familie rettet
Bild: Leonine Distribution

Kleines Federvieh, großes Glück. Als der kleine Noah im australischen Sydney ein verletztes Flötenkrähenstar-Küken aufliest und zur Pflege mit nach Hause nimmt, weiß Noahs Mutter Sam (gespielt von Naomi Watts) noch nicht, dass dieser Vogel ihr Leben verändern wird. Schon wieder, denn erst ein Jahr zuvor hatte ein schrecklicher Unfall die Welt der Krankenschwester völlig auf den Kopf gestellt. Es passierte während des Familienurlaubs 2013 in Thailand, als sich Sam gegen ein morsches Balkongeländer lehnte. Dieses gab nach und riss Sam sechs Meter mit in die Tiefe. Die sportliche ihr Leben lang extrem aktive Abenteurerin überlebte trotz schwerster Verletzungen, u.a. mit zweifach gebrochener Wirbelsäule, und war von der Brust abwärts gelähmt.

Als ihr Zustand stabil genug ist, kehrt Sam in ihre Heimat zurück und meistert monatelange intensive Rehabilitation. Sie sehnt sich nach ihrem „normalen“ Leben und fällt, kaum endlich zu Hause, in eine tiefe Depression. Die leidenschaftliche Surferin trauert um ihre glückliche Vergangenheit und lässt ihren Mann Cameron (Andrew Lincoln aus „The Walking Dead“) und die Söhne Oli, Noah und Rueben trotz aller Bemühungen hilflos außen vor und verliert sich gänzlich in der neuen, extrem belastenden Situation. Und dann kommt Penguin.

„Penguin Bloom“: Wie ein kleiner Vogel eine Familie rettet
Bild: Leonine Distribution

Zunächst beäugt Sam das Küken skeptisch, doch schon bald entsteht ein Band zu dem neuen Mitbewohner – und bei Sam beginnt ein Prozess der emotionalen Genesung, der nicht nur ihren Mann, die Kinder und ihre Mutter (Oscar-Kandidatin Jacki Weaver), sondern auch sie selbst überrascht. Penguin wird Sams ständiger Begleiter und im Laufe der Zeit bringt das Federvieh Leben und Lachen in das Haus zurück, in dem Traurigkeit regiert hatte. Penguin sitzt bei ihr, wenn sie kocht, liegt mit Sam bei der Reha auf der Matte, und geht sogar mit ihr unter die Dusche. Als Penguin schließlich das Fliegen lernt, ist dies für Sam Bloom ein bewegender Moment:

„Als ich sie fliegen sah, nachdem sie vorher so verletzt war, dachte ich: Wenn so ein kleiner Vogel es schafft, schaffe ich es auch.“  

Penguin lebt etwa zwei Jahre bei den Blooms und erlebte im wahrsten Sinne des Wortes einen Höhenflug: Der von der Familie angelegte Instagram-Account penguinthemagpie hatte im Juni 2021 über 188.000 Follower.

Der neue Lebensmut bestärkt Sam darin, mit dem Wettkampf-Parakanusport zu beginnen. Bei den Kanurennsport-Weltmeisterschaften 2015 in Mailand erreicht sie das Halbfinale, im selben Jahr gewinnt sie die Goldmedaille bei den Ozeanien-Meisterschaften im australischen Adelaide. Bei den Sommer-Paralympics 2016 in Rio de Janeiro belegt Bloom den 7. Platz.

Der Film (Regie führt Glendyn Ivin) basiert übrigens auf dem gleichnamigen internationalen Bestseller, in dem Sams Ehemann Cameron, ein professioneller Fotograf, die Erfahrungen mit seinen Bildern dokumentiert. Das Buch ist eine Zusammenarbeit mit dem New York Times-Autor Bradley Trevor Greive. Ab 19. August im Kino.

Trailer „Penguin Bloom“: Wie ein kleiner Vogel eine Familie rettet

Eine Nachricht von Sam Bloom

„Es ist erstaunlich und schmerzlich zugleich, dass wir im 21. Jahrhundert leben und noch kein Heilverfahren für Rückenmarksverletzungen gefunden haben“,

schreibt Sam Bloom in einem Brief, der in der Buchvorlage des Films abgedruckt ist.

„Heute leben auf der Welt fast 90 Millionen Menschen mit Rückenmarksschädigungen, und jedes Jahr werden bis zu 500.000 neue Fälle (meistens junge Männer) verzeichnet. Nach Angaben der WHO werden die meisten dieser Menschen – genau wie ich – eine deutlich reduzierte Lebenserwartung haben.

Außerdem haben sie ein fünfmal höheres Selbstmordrisiko, vor allem im ersten Jahr nach ihrem Unfall.

Glücklicherweise machen einige der klügsten Köpfe in der Medizin allmählich echte Fortschritte bei der Reparatur und Regeneration von Nerven. Innovative Techniken wie etwa Rückenmarksimplantate, Zelltransplantation, Elektroakupunktur und das Aufkommen der epiduralen Rückenmarkstimulation lassen mich sehr hoffen, dass ich eines Tages in Rumpf und Beinen wieder etwas fühle und sie benutzen kann. Dass ich eines Tages meine Unabhängigkeit vollständig wiedererlangen könnte. Was einst ein unerfüllbarer Traum zu sein schien, rückt seiner Verwirklichung immer näher. Das Erreichen dieses wichtigen medizinischen Ziels hängt jedoch ganz davon ab, in welchem Maße die bahnbrechenden Forschungen finanziell unterstützt werden.“ (Auszug aus: Bloom, Cameron; Greive, Bradley Trevor. „Penguin Bloom“)

Sam Bloms Instagram-Account: samjbloom

Als Wings for Life Botschafterin macht sich Sam deshalb für die Rückenmarksforschung start. Auch ein Teil der Einspielergebnisse des Films kommen der Wings for Life Stiftung zugute. Hier kannst du mehr über den aktuellen Stand der Forschung erfahren und selber aktiv werden:

Wings for Life Stiftung
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