Shoppingdiät: Mein Weg vom Viel zum Weniger

Es war irgendwie so selbstverständlich geworden. Denn es macht ja Freude. Es hat mich aus meinem Tagestrott geholt: Das Klingeln an der Tür und der Bote, der mir ein Päckchen bringt.
Kleidungsstücke auf einer Kleiderstange
Bild: Priscilla du Preez/Unsplash

Wenn ich jetzt aufzählen sollte, was üblicherweise der Inhalt eines solchen „Paketes“ war, würde es die erträgliche Länge dieses Beitrages sprengen … 

Das konnte alles – und zwar wirklich alles sein. Oooh nein – du denkst völlig falsch! Ich bin und war weder kaufsüchtig, noch habe ich eine andere psychische Störung, von der man wissen müsste.

Ich liebe einfach schöne, neue Dinge. Oder sollte ich sagen: habe geliebt?

Ich liebe einfach schöne, neue Dinge. Oder sollte ich sagen: habe geliebt?

Kleider, Taschen, Schuhe, Beauty-Treatments … du weißt schon. Solange mein Kontostand nicht gänzlich dagegen gesprochen hat, habe ich mir etwas gegönnt, wie man so schön sagt. Und wenn es gerade nicht anders geht, dann eben auch online.

Plötzlich passierte etwas mit mir

Türklingel
Bild: James Sutton/Unsplash

Als es gegen 10 Uhr am Vormittag das erste Mal läutete und ich ein riesiges Paket eines High-Street-Fashion-Riesen entgegennahm, konnte ich kaum erwarten, es zu öffnen. Und die darin befindlichen Kleidungsstücke und Schuhe inklusive Anprobe zauberten mir ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen.

Als derselbe Vorgang aber dann zum dritten Mal am selben Tag anstand, kam es statt eines Lächelns zu einer nachdenklichen, besorgten Miene. Habe ich das wirklich alles bestellt?

Habe ich das wirklich alles bestellt?

Vorweg kann ich sagen: „Ich bin unendlich dankbar für dieses Geschenk des Zufalls, der mir alle Sachen, die ich so in einem Monat bestellt habe, am selben Tag vor die Tür stellte. So habe ich das erste Mal in meinem Leben darüber nachgedacht und mir die Frage gestellt, was ich eigentlich von all dem wirklich brauche, um zufrieden und glücklich zu sein.

Aber auf diese Frage findet man nicht so schnell eine Antwort. Also habe ich mir Zeit genommen. Habe mich ausgetauscht, recherchiert, gelesen. Unter anderem Nunu Kallers empfehlenswertes Buch: Ich kauf nix! (Wie ich durch Shopping-Diät glücklich wurde).

https://www.carpediem.life/12509/support-your-locals-oesterreich/

Mir ist so einiges klar geworden.

Ja, schöne Dinge machen Freude. Doch wie beim Schokoriegel, der sich zu häufig genossen auf der Hüfte breit macht, sah ich, dass sich auch bei mir zu Hause so einiges breit gemacht hat.

In meinen Ecken, auf meinen Abstellflächen, in meinen Kästen. Der „Wohlfühlkick“ beim Kauf lag zum Großteil schon Jahre zurück, und jetzt blockierte all das Zeug meinen Platz, meine Energie und mein Wohlgefühl.

Warum ich das jetzt so genau weiß?

Ein radikaler Rundumschlag hat geholfen. Ich habe mich befreit. Von dem Gedanken, dass ich diese kurzen Freuden brauche. Von dem Ärger, dass alles bei mir so vollgestopft ist. Und von dem ständigen schlechten Gewissen, mit meinem Einkaufsverhalten nicht gerade umweltökonomisch vorzugehen.

Ein radikaler Rundumschlag hat geholfen.

Alle Sachen aus den „Drei an einem Tag“-Boxen sind, bis auf einen Wohlfühlpulli, anstandslos retour gegangen. Meine Einkaufskörbe sind jetzt nur halb so voll wie früher.

Und: Ich bleibe dran.

Denn das macht wirklich Spaß: bewusst zu sein, zu hinterfragen, was man wirklich braucht. Ich fühle mich so leicht! Ich weiß, dass ich das Richtige tue, und bin definitiv glücklicher denn je, wenn ich meinen gut kuratierten Kleiderschrank öffne. Auch wenn ich niemals zur Minimalistin werde – weniger ist mehr.

Auch wenn ich niemals zur Minimalistin werde – weniger ist mehr.


Über das, was man mit dem frei gewordenen Budget alles anfangen kann, darfst du selbst nachdenken … Ich rate dringend zum Nachmachen!