Ines Glatz-Deuretzbacher

Mein Buch: Eine Liebeserklärung ans Lesen

„Wer das Leben bestehen und das Glück spüren will, braucht Bücher.“ Rainer Moritz spricht mir in seiner „Überlebensbibliothek – Bücher für alle Lebenslagen“ aus der Seele.
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Bild: Getty Images

In einer mir bislang fremden Wohnung bin ich erst mal auf der Suche. Wo sind die Bücher? Welche werden hier gelesen? Mein Herz hüpft beim Anblick von Regalen voller Literatur.

Bücher sind meine Freunde, meine Seelentröster, mein Glückselixier: Wenn es mir gut geht, nehme ich ein Buch zur Hand. Wenn ich mich elend fühle, nehme ich ein Buch zur Hand. Und ebenso, wenn ich keinerlei Regung in mir spüre – denn dann wird es nicht mehr lange dauern … 

Bücher sind meine Freunde, meine Seelentröster, mein Glückselixier.

Schon der Gang Richtung Lesesessel mit meiner aktuellen Lieblingslektüre in der Hand lässt mich aufatmen: Jetzt kommt Zeit für mich – für mich ganz alleine. Begleitet von den aufs Papier gebrachten Gedanken eines Autors, einer Autorin, die jeweils auf ihre ganz spezifische Art versuchen, in mir Bilder zu erzeugen, Spannung, Freude, Angst, Mitgefühl zu wecken – ja ein schier unendliches Gefühlsspektrum ist da möglich.

Und jedes Mal aufs Neue bin ich gespannt, wie es ihr oder ihm diesmal gelingen wird. Im absoluten Flow kann ich sein, wenn ich in die Geschichte eintauche, versuche, die Charaktere zu verstehen und ihre Motivation, Dinge zu tun oder eben auch nicht.

Im Buch liegt die Ruhe

Ein Buch strahlt Ruhe aus. Es liegt vor mir und wartet geduldig darauf, dass ich in seinen Seiten blättere und mir die Stelle heraussuche, an der ich zu lesen beginnen möchte.

Kein Bildschirmflackern, keine Werbeeinschaltungen, keine Whatsapp-Meldung, die sich über die Seiten schiebt.

Perfekt, um abzuschalten und loszulassen, perfekt für Digital Detox. Der ganz pragmatische Zusatzeffekt: Im Vergleich zum digitalen Konsum wird mein Gehirn beim Lesen jung und leistungsfähig gehalten. Denn Bücher stimulieren und fordern mich heraus, über ihre Inhalte nachzudenken.

Jedes Buch bringt mir darüber hinaus etwas Neues bei. Sei es die Forensik im Krimi, die unterschiedlichen Arten von Beziehungen in Liebes- oder die lebendige Geschichte in Historienromanen. Aber nicht nur das: Trotz aller Entspannung muss ich aufmerksam und konzentriert sein – ja auch kreativ, um die Ansätze der Autorinnen zu verstehen oder zu interpretieren.

Nie ohne mein Buch

Dies alles sind die Gründe, warum ich nie mein Haus ohne ein Buch in der Tasche verlasse. Auch wenn es Gewicht hat – denn bei mir muss es Papier sein – das ist es mir wert. Letztendlich habe ich mein Hideaway, mein Abtauchbecken, mein Weiterbildungs-Tool, meine kostenlose Unterhaltung und meinen Wortschatztrainer – diese Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen – in einem Stück mit dabei.

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