Gabriele Kuhn

Tulsi – was das „Heilige Basilikum“ alles kann

Thai-Basilikum erobert die westliche Küche! Das Lieblingskraut des indischen Gottes Krishna schmeckt nicht nur, sondern hat eine erstaunlich heilende Wirkung.

Wusstest du, dass „unser“ Basilikum indische Verwandtschaft hat, das geschmacklich noch eines draufsetzt und als Heilkraut schon lange zum Einsatz kommt?

Tulsikraut oder Basilikum
Bild: Akshar Dave/Unsplash

Die Rede ist von „Tulsi“, was so viel bedeutet wie „Die Unvergleichliche“. Manche kennen das Kraut auch als „Heiliges Basilikum“ oder „Königsbasilikum“.

In unseren Gärtnereien findest du es unter dem Namen „Thai-Basilikum ‚Kaprao‘“. Aber du kannst es auch sehr gut selbst auf der Fensterbank ziehen. Achte nur darauf, dass die Pflanze sonnig und windgeschützt steht (winterhart ist sie leider nicht). An heißen Tagen duftet sie besonders intensiv nach Nelken, Zimt, Piment und Weihrauch. Und das vertreibt auf angenehm aromatische Weise auch Mücken.

Von Mitte Juni bis Mitte September erfreut uns Tulsi mit einer wunderschönen Blütenpracht, die von rosa über violett bis hin zu weiß erstrahlt und auch Bienen und Hummeln zum Verweilen einlädt.

Die heilende Wirkung von Tulsi

Tulsi Blüten
Bild: Jaikishan Patel/Unsplash


„In Südostasien wächst es überall. In fast jedem Hausgarten findet sich ein Beet oder Blumentöpfchen mit Tulsi darin. Besonders in Indien ist dieses Heilkraut berühmt, weil es angeblich die Lieblingspflanze des Gottes Krishna war“, erzählt Dr. Wolfgang Schachinger, Arzt für Allgemein- und Ayurvedamedizin in Oberösterreich (ayurvedaarzt.at). Die „Unvergleichliche“ gilt als mystisch und findet sich auch in vielen Tempeln, wo sie Schutz, Gesundheit und Fruchtbarkeit symbolisiert. 

Tulsi kommt als Heilpflanze in der ayurvedischen Medizin zum Einsatz: „Es wirkt abschwellend und positiv auf die Atemwege, etwa bei Infektionen oder Allergien“, so Schachinger.

Es wirkt abschwellend und positiv auf die Atemwege, etwa bei Infektionen oder Allergien.

Dr. Wolfgang Schachinger, Arzt für Allgemein- und Ayurvedamedizin in Oberösterreich (ayurvedaarzt.at)

Bei leichtem Husten oder Halsschmerzen hilft es beispielsweise, die Blätter der Pflanze zu kauen. In Kombination mit anderen Kräutern wie Süßholz, Kurkuma oder Ingwer, wird Tulsi als starke Waffe gegen Atemwegsinfekte und Allergien eingesetzt. Königsbasilikum lindert außerdem Beschwerden, die mit Stress verbunden sind (etwa Magenkrämpfe oder Verdauungsprobleme), es soll „klären“ und „ausgleichen“.

Kochen mit Tulsi

In der Küche ist es eine wunderbare und geschmacklich überraschende Ergänzung. Tulsi wird, so wie normales Basilikum, als Gewürz verwendet (aber bitte nicht mitkochen!). Es passt perfekt in Nudel- und Reisgerichte, zu Fisch oder wird einfach über den Salat gestreut, der damit eine pikante Note bekommt. Und einem grünen Smoothie kannst du damit noch einen Schuss mehr Geschmack verleihen. Geschmacklich harmoniert Tulsi außerdem ausgezeichnet mit anderen Gewürzen, wie zum Beispiel Ingwer, Schwarzkümmel, Koriander, Kreuzkümmel oder Chili.

Tulsi-Tee

Auch im Tee schmeckt das Kraut herrlich zitronig-würzig und ist besonders an heißen Tagen ein guter Durstlöscher.

Zutaten

  • 1 TL Tulsi-Kraut
  • 200 ml Wasser

Zubreitung

  1. Wasser zum Kochen bringen
  2. Kraut in eine Tasse geben und mit dem Wasser aufgießen
  3. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen.

Ganz wichtig: Wer Tulsi in getrockneter Form im Internet bestellen möchte, sollte auf die Qualität achten. „Wichtig ist die Biozertifizierung. Denn vor allem, wenn es aus Südostasien kommt, ist die Gefahr einer Verschmutzung durch Schwermetalle oder Pestizide sehr hoch“, so Dr. Wolfgang Schachinger.

Wer auf Nummer sicher gehen will, greift besser gleich auf heimische Pflanzen zurück oder baut das „Heilige Basilikum“ auf dem Balkon oder im Garten selbst an.

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