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Nichts in deinem Leben funktioniert ohne Energie. Du brauchst Energie zum Atmen, zum Verdauen und Liebemachen, damit du Gehaltsverhandlungen führen, dich an der Supermarktkassa anstellen und deine Zehennägel wachsen lassen kannst, du brauchst Energie zum Denken und zum Singen und zum Jagen von Mammuts.

Aber wir haben nie genug Energie, um alles, was Leben ausmacht, gleichzeitig zu tun, es geht nur entweder Gehaltsverhandlung führen oder Liebe machen, entweder an der Kassa stehen oder singen, und während wir Mammuts jagen, wachsen die Zehennägel nicht.

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Das Leben ist quasi ein dauerndes Dilemma, aber die Natur hat sich damit genial abgefunden: Über die Millionen Jahre der Evolution hat sie gelernt, in jeder Situation das Maximum verfügbarer Energie dorthin zu lenken, wo sie gerade gebraucht wird, und zwar in einem so schnellen, komplexen und fehlerfreien Vorgang, dass sie ihn vorsichtshalber unserer bewussten Steuerung entzogen hat.

Unsere beiden Betriebssysteme Parasympathikus und Sympathikus

Unser Leben sortiert sich, ohne dass wir das merken, in zwei
Betriebssysteme.
Sie werden durch Nerven gesteuert, den Parasympathikus und den Sympathikus. Wenn wir bedroht werden, kämpfen oder fliehen müssen, ein Mammut auftaucht oder ein Brief vom Finanzamt, dominiert der Sympathikus, alle Energie knallt in die Muskulatur, Blutdruck steigt, Blaulicht, Folgetonhorn.

Wenn wir weder jagen noch flüchten müssen und den Steuerbescheid überlebt haben, übernimmt der Parasympathikus und kümmert sich um alles, was mit Gesundheit zu tun hat: dass wir entspannen und schlafen, dass Wundheilung und Verdauung in Gang kommen und unser Immunsystem Eindringlinge abmurkst.

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Natürlich werden Sympathikus und Parasympathikus nicht wie mit dem Lichtschalter ein- und ausgeknipst. Die beiden ergänzen einander, ihr Miteinander hat etwas von einem Tanz, und je geschmeidiger sie miteinander umgehen, desto besser klappt unser Leben.

Die beiden ergänzen einander, ihr Miteinander hat etwas von einem Tanz, und je geschmeidiger sie miteinander umgehen, desto besser klappt unser Leben.

Herz Illustration

Illustration: Golden Cosmos / 2 Agenten

Was ist Herzratenvariabilität (HRV)?

Bei einem Puls von 60 schlägt ein gesundes Herz nicht streng im Abstand von je 1,0 Sekunden, sondern unrhythmisch, 0,897 Sekunden, 1,134 Sekunden, 1,067 Sekunden, 0,845 Sekunden und so weiter.

„Herzratenvariabilität“, kurz HRV, bezeichnet den Unterschied der Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen.

Je größer diese Unterschiede, desto besser. Sie sind ein Hinweis darauf, dass dein Körper blitzschnell auf alle Einflüsse – äußere ebenso wie Gedanken oder Gefühle – reagieren kann.

Die Geschichte der Herzratenvariabilität

Die Chinesen wissen seit 1.800 Jahren, dass das alles mit dem Herzschlag zu tun hat. Sie wissen, dass unser Leben umso besser, fröhlicher, gesünder und länger wird, je unregel­mäßiger das Herz schlägt.
Ja, richtig gelesen: je unregelmäßiger!
Denn regelmäßiger Herzschlag ist schlecht. Ziemlich schlecht sogar. Der Arzt Wang Shu-He (180–270 n. Chr.) sagte:

Schlägt das Herz so regelmäßig wie das Klopfen des Spechts oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach, stirbt der Patient innerhalb von vier Tagen.

Wang Shu-He

Tot? In vier Tagen? Nur weil das Herz gleichmäßig schlägt?

Schon seit ungefähr einem Jahrhundert kennen wir im Westen das Wort „Herzratenvariabilität“, kurz „HRV“. Wir wissen: Schlägt unser Herz im strengen Tak-tak-tak eines Metronoms, stimmt was nicht mit uns – und wenn uns noch nichts zwickt, dann ist es sehr wahrscheinlich bald so weit. Schlägt unser Herz aber tak-taak-tak-tack – ein paar Millisekunden zwischen diese beiden Schläge reingeschwindelt, ein paar Millisekunden aus jenen rausgezwickt –, dann ist alles in Ordnung. Selbst die modernste Medizin kennt keinen zuverlässigeren Beleg für stocksolide Gesundheit.
Wieso ist das alles so?

Mit dem leichtfüßig-unregelmäßigen Dahingehüpfe reagiert unser Herz auf jeden Einfluss des Lebens, blitzschnell und unglaublich elegant passt es sich an alles an, was in unserer Welt passiert, an jeden unserer Gedanken und jedes unserer Gefühle, an alles, was wir bewusst oder unbewusst tun, ob wir nun Brokkoli oder Pommes essen, ob wir dem Bus nachrennen – und ob wir ihn erwischen oder verpassen –, ob das Kind den Suppenteller über den Restauranttisch kippt oder uns in der Nacht das WLAN den Schlaf torpediert.

Alles das und tausende andere Eindrücke verarbeiten wir permanent, und unser Herz reagiert darauf schneller und genauer als unser Bewusstsein das je könnte, es dirigiert unsere beiden „Betriebssysteme“, den Sympathikus und Parasympathikus, in Millisekunden, und wo sie gerade benötigt wird, wird Lebensenergie angeliefert, ohne dass wir was davon merken.

Was man beim Messen der Herzratenvariabilität über seine Gesundheit erfährt

Aber wie gut geht’s dir wirklich? Landet deine Energie immer dort, wo sie hingehört? Wirbeln Sympathikus und Parasympathikus virtuos durch den Ballsaal deines Lebens? Oder stolpern sie herum und latschen einander auf die Füße?
Und klappt vielleicht deswegen deine Verdauung nicht?
Kriegst du vielleicht deswegen deine Migräne und deine Verkühlungen nicht los oder bist sofort von allem genervt, weil dein Parasympathikus einfach nicht gegen den Sympathikus ankommt?
Das alles lässt sich schwarz auf weiß sehen, in Zahlen, Grafiken und Tabellen.
Denn die eigene Herzratenvariabilität lässt sich messen. Mit Gratis­-Apps am Handy und mit tausende Euro teuren EKG-genauen Geräten; die Palette der Messtools ist so groß, dass man, kaum hat man begonnen, sich mit der HRV nur ein bisschen auszukennen, erst mal schon wieder gar nichts mehr versteht.
Manche Systeme fassen die Ergebnisse lapidar in einer Zahl zwischen 1 und 150 zusammen, andere werfen mit Begriffen wie HF, LF, RMSSD oder SDNN und jeder Menge Kommastellen um sich, wieder andere zeichnen Kurven, Wolken und Diagramme.

Gibt es gute und schlechte Herzratenvariabilität (HRV)?

Ja und nein und jein. Ja, weil höhere Werte grundsätzlich besser sind als niedrige. Nein, weil die HRV sehr individuell ist – aber wenn du sie unter ähnlichen Bedingungen (etwa morgens nach dem Aufstehen) misst, sagen die Unterschiede viel über deinen aktuellen Zustand. Jein, weil die HRV aus vielen Parametern besteht, die in ihren Details mehr aussagen als eine simple Zahl. 

Was macht man also, wenn man wis­sen will, wie es einem geht? Rasmus Gaupp-Berghausen zu fragen ist keine schlechte Idee. Kaum jemand hat sich mit den Angele­genheiten des Herzens in den vergange­nen zehn, fünfzehn Jahren auf so vielen Ebenen auseinandergesetzt wie der Vorarlberger mit dänischen Wurzeln und einem soliden beruflichen Hintergrund von der Agrarwissenschaft (Forschungs­arbeiten in Wien, Kopenhagen und Cos­ta Rica) bis zur Quantenphysik.

„Deine Herzratenvariablität ist der ex­ akteste Spiegel deiner Lebendigkeit“, sagt Gaupp­Berghausen, „nichts liest deine Befindlichkeit im Moment so exakt aus, und noch mehr: Nichts erkennt so zu­ verlässig, wie du die letzten Jahre mit dir selbst umgegangen bist, mit deinem Kör­per, deinem Geist, deiner Seele. Deine Herzratenvariablität zeigt, wie belastet du bist und wie gut du mit Belastung umgehen kannst, ob und wie schnell du regenerierst. Sie gibt dir unmittelbares Feedback darauf, ob dein Leben gut oder schlecht für dich ist: Hilft mir diese Diät? Frag deine HRV. Bringt mich dieser Trainingsplan weiter? Frag deine HRV. Wie reagiere ich auf Fasten, wie auf Me­ditation? Frag deine HRV.“

3 Schritte zur Annäherung ans eigene Herz von Gaupp-Berghausen

  • Schritt 1: Sich eine billige App aufs Handy zu laden ist ein guter Beginn, zwei oder drei Euro reichen. Gaupp­ Berghausen: „Spiel damit rum, sogar die ungenaue Pulsmessung über Kamera und Zeigefinger reicht. Die Werte sind un­ zuverlässig, aber du hast ins Thema rein­ geschnuppert, das ist das Wichtigste.“

  • Schritt 2: Vertief dich ein bisschen in Recherche, das Internet ist voll mit Infos. Gaupp­Berghausen: „Ich empfehle als Quellen hrv24.de oder meine eigene Website.“ (> aquaquinta.com/sound-of-soul)

  • Schritt 3: Leg dir einen Brustgurt für die Pulsmessung zu, ein normales Gerät, wie du es in jedem Sportgeschäft kriegst. Gaupp­Berghausen: „Damit wer­den die Messungen der App genauer als mit dem Zeigefinger. – Und beschäftige dich weiter mit dem Thema, nütze deine Herzratenvariabilität als Feedback im Alltag, leiste dir vielleicht einmal eine professionelle Messung. In Summe kostet dich das ein paar Stunden und vielleicht 100 oder 200 Euro. Das ist es tausend­ mal wert!“

Gaupp­-Berghausens „Sound of Soul“

Noch einen vierten und fünften großen Schritt weiter geht „Sound of Soul“. Das System, das Gaupp­-Berghausen entwickelt hat, über­setzt HRV über eine spezielle Software in ein Erlebnis aus Musik und Farben, und es fühlt sich zugleich vertraut und fremd an, wenn dein eigenes Herz be­ginnt, dir ein kleines Harfenkonzert vorzuspielen.

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Was „Sound of Soul“ über das Erlebnis hinaus zu etwas Besonderem macht: Es verwandelt die Herzratenvariabilität von einem Instrument der Diagnose und des Feedbacks in ein therapeutisch wirksames Tool. Denn das Eintauchen in das Spiel mit Klängen und Farben leitet dich direkt in die Tiefenentspannung, du lernst die poetische Kraft deines Herzens kennen und dich ihr anzuvertrauen, und dein Parasympathikus kommt endlich wieder ordentlich ins Tanzen.

In italienischen Herzkliniken wird Gaupp-Berghausens Erfindung einge- setzt, um Patienten vor Operationen zu beruhigen, um ihren Parasympathikus aus den Stressklauen des Sympathikus zu befreien, sogar angesichts der panischen Bedrohung einer Herz-OP. Die Eingriffe verlaufen einfacher und komplikationsfreier, die Patienten werden früher und gesünder entlassen.

Auch andere Herzspezialisten haben „Sound of Soul“ für sich entdeckt: Schweizer Beziehungstherapeuten schließen Paare, die sich aneinander abgearbeitet haben, an das Gerät an und schauen, was passiert, wenn die beiden entfremdeten Herzen miteinander umgehen müssen.

Wenn die beiden so verkabelt nebeneinandersitzen, passieren manchmal kleine Wunder: Die Herzen beginnen miteinander zu musizieren, man kann hören, wie sich ihre Harfen und Violinen und Panflöten schüchtern in etwas fremd gewordenes Gemeinsames hineintasten. Und für gar nicht so wenige Paare, berichten die Therapeuten, beginnt am Ende des gemeinsamen Konzerts tatsächlich etwas Neues.