Das Geschenk der Zeit

Unser Herz schlägt rund 100.000-mal pro Tag. Mit diesen Geschenkideen beginnt es auch freudig zu hüpfen: weil es etwas erleben darf – und sich dann gerne an diese Momente zurückerinnert.
Umarmung im Winter
Gute Erinnerungen lassen sich mit den kleinsten Gesten schaffen. (Credit: Unsplash)

Sekunden, Stunden, Tage: Schon die kürzesten Momente können unser Leben verändern. Umso mehr ein Grund, eine gute Zeit zu verschenken, oder? Und nein, das ist keine subjektive Meinung. Dieses Ergebnis bestätigt auch die Psychologie. Wenn wir Neues ausprobieren oder ungewohnte Pfade verlassen, werden diese Erlebnisse von unserem Gehirn als wertvoller und erinnerungswürdiger abgespeichert als die Euphorie, die uns ein materielles Geschenk vielleicht verschafft. Weil wir tief in uns drinnen wissen: Egal wie kurz oder lange wir auch leben werden – es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern zu viel Zeit, die wir nicht nutzen. Insofern stellt dem anderen eine gute Zeit zu spendieren eines der wertvollsten Geschenke überhaupt dar.

Eine gute Zeit zu verschenken kann bedeuten:

  • Die Zeit, die man dem anderen schenkt, kann lehrreich sein, wie z. B. ein Meditations-­Seminar, ein Koch- oder Malkurs, ein Kräuter-Workshop.
  • Eine gute Zeit kann aber genauso bedeuten, miteinander etwas zu unternehmen, indem man einen ganzen Nachmittag für einen Waldspaziergang einplant, einen Spieleabend organisiert, zum Museumsbesuch einlädt.
  • Oder man stellt einen Gutschein aus – in dem man etwa die alte Kommode restauriert oder das Kind hütet, damit der andere ein bisschen Zeit für sich gewinnt.
  • Zeit zu verschenken kann ebenso metaphorisch verstanden werden – indem man etwa einen Baum im Namen des Beschenkten pflanzt. Jeder Baum verwandelt CO₂ in Sauerstoff und hilft dabei, unsere Erde zu retten, er kauft uns quasi Zeit.
  • Oder man ersteht im Namen des Beschenkten eine Ziege in Afrika. Das Tier gibt bedürftigen Familien Milch und Fleisch, aber vor allem gibt es den Menschen eine Zukunft.

Baumpatenschaften kann man z. B. bei treedom.net, growmytree.com oder der Jane Goodall Stiftung erstehen. Karitative Patenschaften bietet unter anderem die Caritas Österreich auf ihrer Website schenkenmitsinn.at. Solche Patenschaften sind vor allem für Menschen, die bereits „alles“ haben, eine schöne Idee.

„Eine gute Zeit kann aber genauso bedeuten, miteinander etwas zu unternehmen, indem man einen ganzen Nachmittag für einen Waldspaziergang einplant.“

Waltraud Hable

Zum Abschluss aber noch eine Idee, die beiden Seiten – also sowohl den Schenkenden als auch den Beschenkten – das Leben verschönern kann: warum nicht eine WhatsApp-­ oder E-­Mail-­Gruppe gründen, die den Titel trägt: „Ein Jahr voller Glücksmomente“. In diese Gruppe schickt jedes Mitglied täglich eine Sache, für die er/sie gerade dankbar ist. Immer zur selben Zeit. Immer nur ein Ding. Quasi ein interaktives Dankbarkeits­-Tagebuch, mit dem wir uns und unsere Liebsten jeden Tag daran erinnern, dass jeder Tag ein besonderer ist – wenn wir das zulassen.

In diesem Sinne: Habt alle eine gute Zeit!

Kleines Gedankenexperiment

An welches dieser beiden Geschenke wird man sich am Ende wohl mehr erinnern?
A) An das coole T-Shirt, das so perfekt zu allem passte?
B) An den Töpferkurs, bei dem man Tränen lachte, weil die entstandene Vase trotz aller Bemühungen super windschief war?
Die Antwort lautet: B