Tierversuchsfreie Kosmetik: So erkennen wir sie

Hast du den Durchblick, welche Kosmetika tierversuchsfrei sind? Wir helfen dir dabei herauszufinden, wie du Kosmetik ohne Tierversuche erkennst.

Obwohl Tierversuche in der Kosmetik seit Jahren in der EU verboten sind, ist nicht jedes Kosmetikprodukt, das wir kaufen können, tierversuchsfrei. Neue Produkte aus Nicht-EU-Staaten müssen teilweise sogar in Tierversuchen getestet werden.

Auch innerhalb der EU werden Tierversuche für chemische Inhaltsstoffe, die auch für Kosmetikprodukte verwendet werden, teils ist das sogar vorgeschrieben durch die Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien). Es gibt also viel Aufklärungsbedarf. Das können wir tun, wenn wir Kosmetik ohne Tierversuche kaufen wollen.

Tierversuche in der Kosmetik vermeiden: So geht‘s

Tierfrei, tierversuchsfrei, vegan und Naturkosmetik: Begriffsunterscheidung

Zuerst einmal ist es wichtig zu verstehen: tierversuchsfrei und tierfrei bedeuten nicht dasselbe. Vollständig tierfrei sind Kosmetika nur, wenn menschliche anstatt tierischer Zellen als Grundlage für die Herstellung dienen. Zudem werden bei tierfreier Kosmetik keine tierischen Zusatzstoffe verwendet. Bei tierversuchsfreier Kosmetik sind zwar keine Tierversuche erlaubt, die Produkte können aber durchaus tierische Produkte enthalten.

Vegane Kosmetik ist dagegen frei von tierischen Inhaltsstoffen. Aber dabei gilt wiederum: Tierversuche sind hier nicht ausgeschlossen. Auch die Produktaufschrift „Naturkosmetik“ ist irreführend. Denn: Der Begriff ist nicht gesetzlich geschützt, es gibt keine allgemein gültigen Richtlinien für Naturkosmetik.

An diesen Siegeln erkennen wir tierversuchsfreie Kosmetik

Leaping Bunny

 „Leaping Bunny“ zeichnet Kosmetik ohne Tierversuche aus. Das Siegel ist international gültig und wird von der Coalition for Consumer Information on Cosmetics (CCIC) vergeben, einem Netzwerk von acht Tierschutzorganisationen. Unternehmen, die das Leaping Bunny-Siegel verwenden, verpflichten sich, keine Tierversuche durchzuführen, in Auftrag zu geben oder sich daran zu beteiligen – auch nicht für einzelne Inhaltsstoffe. Zudem dürfen keine Inhaltsstoffe, Produkte oder Rezepturen von anderen Unternehmen bezogen werden, die ihrerseits Tierversuche durchführen.

Veganblume

Die Veganblume (engl. Vegan Trademark) der Vegan Society findet sich auf Kosmetika, die sowohl tierversuchsfrei als auch vegan ist. Das Endprodukt wie auch Produktionsprozesse und Inhaltsstoffe müssen vegan und tierversuchsfrei sein. Unternehmen, die die Veganblume verwenden, dürfen zudem keine Tierversuche in Auftrag geben.

NATRUE

Kosmetika, die mit dem NATRUE-Siegel ausgezeichnet sind, verwenden natürliche, naturnahe und naturidentische Inhaltsstoffe. Das Siegel zertifiziert nur Produkte, die ohne Tierversuche hergestellt werden. Auch Stoffe von toten Wirbeltieren, beispielsweise Nerzöl, sind verboten. Der Verkauf von NATRUE-zertifizierten Produkten in Ländern in denen Tierversuche gesetzlich verpflichtend durchgeführt werden, wie China, ist nicht gestattet.

Tierversuchsfreie Kosmetik: Chemische Inhaltsstoffe vermeiden

Beim Kauf von Kosmetika gilt: Schau dir die Inhaltsstoffe genau an. Apps wie Codecheck können dir dabei helfen, chemische Inhaltsstoffe zu erkennen. Warum ist das wichtig? Das EU-Verbot gegen Tierversuche in der Kosmetik gilt nur für Inhaltsstoffe, die ausschließlich für Kosmetika verwendet werden. Stoffe, die – außer für Kosmetik – auch für Wasch- oder Reinigungsmittel verwendet werden, fallen dagegen unter die Chemikalienverordnung REACH. Wie oben erwähnt sind für solche Chemikalien Tierversuche teils nicht nur erlaubt, sondern sogar vorgeschrieben.

Darum gilt: Genau hinschauen beim Kauf – nur so können wir vermeiden, dass Kosmetika in unserem Warenkorb landen, für deren Herstellung Tiere leiden mussten.

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