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Hunde können es nur über die Zunge, wir können es am gesamten Körper: schwitzen. Und dieser Vorgang, der dank spezieller Drüsen funktioniert, ist praktisch – zumindest wenn es nicht in starkes Schwitzen ausartet, der Hyperhidrose. Ein Sonderfall ist zudem das nächtliche Schwitzen.

Wenn es (zu) heiß ist, wir unsere Muskeln anstrengen oder Stress haben, kühlt beim Schwitzen das Wasser aus den Drüsen unseren Körper. Zugleich reinigt sich unser Körper mittels der Schweißdrüsen von Ausscheidungen und Giftstoffen wie Alkohol oder Arzneimittelresten. Außerdem hilft uns der Schweiß gegen ungeliebte Bakterien, weil in ihm der Stoff Dermcidin steckt, der Bakterien abtöten kann. Und die Schweißperlen verhelfen unserer Haut zu einem sauren ph-Wert, was ebenfalls gegen die Keime hilft.

Doch die krankhafte Form des Schwitzens, die Hyperhidrose, lässt Betroffene massiv leiden – mit riesigen Schweißflecken auf der Kleidung, schweißnassen Hände, einem klatschnassen Rücken, auch wenn man sich gar nicht anstrengt ... Tipps wie „Trink doch Salbeitee“ helfen da wenig. Was aber dann?

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Als erstes macht eine ärztliche Abklärung Sinn – und zwar nicht nur, um Therapiemöglichkeiten zu besprechen. Bei Vorliegen einer Diagnose wird die Behandlung eventuell von deiner Krankenversicherung übernommen. Mehr weiß dein Dermatologe. Außerdem kann er klären, ob es Ursachen für starkes Schwitzen gibt, wie etwa eine Stoffwechselstörung oder Tumore. Doch natürlich gibt auch Menschen, die einfach viel schwitzen.

1. Starkes Schwitzen: Richtig waschen mit hautneutralen Produkten

Während Hausmittel bei Hyperhidrose wenig helfen, kannst du starkem Schwitzen mit stimmiger Körperpflege durchaus etwas entgegensetzen. Ist der pH-Wert deiner Haut – der idealerweise zwischen 4,5 und 5,5 liegt – schön im Gleichgewicht, regulierst du damit Schweißbildung und Körpergeruch auf natürliche Art und Weise. Es reicht, nur die „smelly points“ zu waschen, also Achseln, Intimbereich, Füße. Und verwende dafür nur hautneutrale Produkte - sie haben einen pH-Wert von 5,5 und als Seife heißen sie „seifenfreies Waschstück“ oder „Waschsyndet“.

Wenn wir uns ständig und falsch waschen, stinken wir erst recht.

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Wer sich hingegen mit herkömmlichen Duschgels den Schweiß(geruch) ständig runterwaschen will, erzeugt damit genau das Gegenteil: Während der ph-Wert der Haut erhöht ist, vermehren sich unerwünschte Bakterien, die uns eher stinken lassen können. Hautärztin Yael Adler hat es in ihrem Buch „Haut nah“ so auf den Punkt gebracht: „Wer zu viel seift, der stinkt.“

2. Hyperhidrose mit Antitranspirant eindämmen

Gewöhnliche Deos sind bei übermäßig starkem Schwitzen leider meist wirkungslos. Woran das liegt? Sie neutralisieren oder überdecken den Schweißgeruch, wirken aber nicht aber auf die Schweißdrüsen selbst. Anders verhält es sich bei Antitranspirantien. Metallsalze, in der Regel Aluminiumchlorid, setzen sich hier in den Drüsenausgängen ab, was die Schweißproduktion runterfährt – ein Segen für Hyperhidrose-Betroffene. Stark konzentrierte Produkte erhältst du in der Apotheke. Am besten vor dem Schlafengehen auftragen, so entfalten sie ihre Wirkung optimal. Dabei aber unbedingt auf die Rasur im Vorfeld verzichten, sonst brennt es ziemlich unschön. Bislang hat sich wissenschaftlich übrigens nicht bestätigt, dass Deos mit Aluminiumsalzen Brustkrebs auslösen können.

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3. Übermäßig schwitzen: Botox bei Hyperhidrose

Ist starkem Schwitzen mit hautneutralen Pflegeprodukten und Antitranspirantien nicht beizukommen, hat sich zur Behandlung von Hyperhidrose ein Wirkstoff durchgesetzt: Botulinumtoxin A. Botox sorgt dafür, dass die Impulsübertragung der Nervenfasern auf die Schweißdrüsen gedrosselt wird, und das mit durchschlagendem Erfolg. Die Botox-Therapie musst du übrigens etwa alle sechs Monate auffrischen, um verlässlich schweißfrei zu bleiben.

4. Veröden: Schweißdrüsen vom starken Schwitzen abhalten

Während die Behandlung mit Botox regelmäßig wiederholt werden muss, um gegen übermäßiges Schwitzen zu helfen, soll die sogenannte MiraDry-Behandlung langfristig nach (zumeist nur) einer Behandlung gegen Hyperhidrose helfen – zumindest beim Schwitzen unter den Achseln. Dabei werden die Schweißdrüsen in der Tiefe durch Hitze zerstört, sodass sie keinen übermäßigen Schweiß mehr absondern können.