Faszinierendes über die Menstruation

Die weibliche Menstruation steckt für viele voller Geheimnisse. Muss aber nicht: Hier kommen Fakten, die für Aha-Momente sorgen.

Menstruation: Wusstest du, dass …

… Frauen die meisten Eizellen als Fötus haben?

Es ist ein schöner Kreislauf: Monat für Monat reift nicht nur eine, sondern rund 20 Eizellen in einem der beiden Eierstöcke heran. Nur die größte und am besten entwickelte macht sich dann via Eileiter auf den Weg zur Gebärmutter, die sich schon auf die Einnistung vorbereitet hat. Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Gebärmutterschleimhaut wieder abgebaut – und es kommt zur Menstruation. So weit, so bekannt. Spannend: Der weibliche Körper produziert in seinem Leben keine einzige Eizelle nach, sondern Mädchen kommen mit einem fester Zahl an Eizellen auf die Welt, etwa zwei Millionen. Diese Zahl reduziert sich aber weiter, bis zur Pubertät und damit der ersten Regel sind circa noch 300.00. bis 500.00 Eizellen übrig. Ab dann gehen jeden Monat etwa 1.000 Eizellen zugrunde. Am meisten Eizellen besitzt ein weiblicher Fötus: im Alter von 20 Wochen rund sieben Millionen Eizellen.

… die Menstruation zehn Jahre währt?

Die Zahl der Menstruationen ist limitiert: Im Laufe des Lebens einer Frau setzt diese zwischen 400 und 500 Eizellen frei und sie blutet. Anders berechnet: Die durchschnittliche Frau menstruiert zehn Jahre am Stück – bezogen auf ein ganzes Leben, versteht sich. Das sind also 120 Monate oder 3.650 Tage oder … mit Stunden und Minuten wollen wir uns an dieser Stelle gar nicht weiter aufhalten. Es wird auch so deutlich, welch beeindruckende Leistung der weibliche Körper vollbringen kann – und das betrifft „nur“ die Menstruation, da rechnen wir Schwangerschaft und Geburt noch gar nicht mit ein.

… dass uns die Periode eine Lawine kostet?

Nachdem unsere Menstruation auf ein Leben gesehen zehn Jahre dauert, kann man sich ausrechnen, welch Unmengen an Hygieneprodukten insgesamt fällig werden. 10.000 bis 17.000 Binden, Tampons oder Slipeinlagen sind es, um halbwegs präzise zu sein. Damit werden wir ordentlich zur Kassa gebeten: Im Durchschnitt fließen dank Tampons oder Binden etwa 8.000 Euro direkt in unsere Weiblichkeit. Wenn das kein Grund ist, über eine nachhaltige Menstruationstasse oder Periodenunterwäsche nachzudenken.

… dass unsere Menstruation seine Hormone beeinflusst?

Unser Zyklus bringt die Hormone des starken Geschlechts ganz schön auf Trab. So schafft es unser Eigengeruch, dass sein Testosteronspiegel ansteigt, wenn der Eisprung naht. Während der Periode sinkt er dafür ab – da hat Mutter Natur mitgedacht!

… dass es im alten Ägypten Tampons gab?

Während der Menstruation benutzen wir gerne Tampons, so viel ist klar. Kaum bekannt ist hingegen: Die praktischen Watteröllchen sind keineswegs eine Erfindung unserer Zeit. Bereits im alten Ägypten haben Frauen das Blut auf diese Weise aufgefangen – mit Hilfe von gerolltem Papyrus.

… dass Durchfall während der Periode gar nicht selten ist?

Während deiner Periode geht es im Darm rund und du musst öfter die Toilette aufsuchen? Kein Grund zur Panik, das ist wirklich nicht ungewöhnlich. Schuld sind sogenannte Prostaglandine: Hormone, die die Gebärmutter kontrahieren lassen, sodass die Schleimhaut während der Menstruation abgestoßen wird. Gelangen diese in den Darm, kommt es leicht zu Durchfall. Achtung, leidest du dauerhaft unter starken Menstruationsbeschwerden, bitte an Endometriose als Ursache denken: Versprengte Gebärmutterschleimzellen, die im gesamten Bauchraum (Darm, Blase usw.) auftreten können und ebenfalls Monat für Monat bluten. Bei Verdacht bitte deine Gynäkologin oder deinen Gynäkologen darauf ansprechen. Der Leidensweg von Betroffenen bis hin zur Diagnose beträgt nämlich meist mehrere Jahre.

… dass es Menstruationsurlaub gibt?

Klingt ungewöhnlich, ist in manchen Ländern aber gang und gäbe: Während der Menstruation dürfen Frauen bezahlten oder unbezahlten Urlaub nehmen, wenn die Regelbeschwerden unerträglich sind. Anspruch auf 1 bis 3 Tage Sonderurlaub gibt es etwa in Japan, Indonesien, Südkorea, Taiwan oder Sambia. Gut so, denn statistischen Schätzungen zufolge leiden 10 bis 20 Prozent aller Frauen an solch heftigen Periodenschmerzen, dass sie sich nicht arbeitsfähig fühlen. Besonders schlimm trifft es Frauen, die an Endometriose leiden. Periodenschmerzen erreichen hier durchaus die Intensität von Wehen. Höchste Zeit also, offen über Beschwerden während der Menstruation zu sprechen statt den Mantel des Schweigens darüber zu breiten.

… dass die Periode gerne mal ausbleibt

Nicht immer kommt die Periode wirklich so regelmäßig, wie man glauben möchte – manchmal sogar gar nicht. Gründe dafür sind vielfältig und reichen (abgesehen von einer Schwangerschaft) von starkem Gewichtsverlust oder extremer körperlichen Belastung über klassischen Stress bis hin zu Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme. Auch junge Mädchen haben meist noch über Jahre hinweg keinen regelmäßigen Menstruationsrhythmus.

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