Wie wir Kindern Nachhaltigkeit nahebringen

Um Kinder für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu begeistern, braucht es nicht viel. Denn sie bringen von sich aus schon viel mit.

Kinder sind nicht nur unsere Zukunft sie leben auch darin. Sie für Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu sensibilisieren, ist in Zeiten des Klimawandels ungemein wichtig. Und gar nicht so schwer: Kinder sind von Natur aus wissbegierig, unvoreingenommen und wollen mit Erwachsenen kooperieren. Und die meisten interessieren sich für Pflanzen, Tiere und die Umwelt um sie herum. Wie wir Kinder Nachhaltigkeit lernen? Am besten spielerisch, bildhaft und authentisch.

Kindern Nachhaltigkeit beibringen: Mit diesen Werkzeugen

Die Natur begreifen

Kinder haben ein starkes Gerechtigkeitsempfinden. Darauf können Eltern, Tanten, Onkel und Großeltern aufbauen: Erkläre deinem Spatz, dass auch andere Tiere Gefühle haben und Schmerz empfinden. Und dass es darum umso wichtiger ist, lieb zu anderen Lebewesen zu sein und sie mit Respekt zu behandeln. Genauso wie man selbst eben auch behandelt werden möchte. Dafür eignet sich ein Besuch auf dem Bauernhof. Hier lernen die Kleinen auch, wie man Tiere artgerecht hält. So erklärt sich die Sache mit den glücklichen Hühnern und Kühen gleich leichter: Die Kinder sehen, dass es den Tieren gut geht, sie gepflegt werden, herumtollen, viel Platz haben.

Beim nächsten gemeinsamen Supermarkteinkauf kannst du deinem Kind dann sagen, dass es leider auch Tiere gibt, mit denen nicht so gut umgegangen wird. Dass es Milch und Eier von diesen Tieren im Supermarkt zu kaufen gibt. Und warum wir diese nicht kaufen, sondern die Eier und die Milch von den glücklichen Hühnern und Kühen.

Mit Tieren in Kontakt kommen können Kinder, außer durch ein Haustier, aber auf vielerlei Arten: Ihr könnt gemeinsam im Garten ein Insektenhotel aus Korkresten, Stroh und anderen Naturmaterialien errichten. Oder: Hängt für die Wintervögel Meisenknödel an einen Baum und beobachtet, wie die Vögel immer wiederkommen und davon naschen. Auch den Igeln kann man beim Überwintern helfen.

Und das Wichtigste, um Kinder Nachhaltigkeit zu lernen: Runter vom Sofa, raus in die Natur. Denn draußen, beim Erleben und Begreifen, lernen Kinder die Natur unmittelbar kennen und lieben. Einfach als Familie durch den Wald oder die Wiesen streifen, Bäche erkunden, Stecken schnitzen und Vogelstimmen lauschen. Oder ihr tretet Institutionen wie den Naturfreunden Österreich oder dem Alpenverein bei, die Veranstaltungen, Kurse, Gruppentouren auch speziell für Kinder und Familien anbieten. Und in den Nationalparks in Österreich können Kinder als Junior Ranger ihre Ferien verbringen oder Familien an Festen und Touren teilnehmen – in jedem der sechs Nationalparks.

Nachhaltigkeit: Müll vermeiden oder recyclen

Wald ist super! Denn: Die frische Waldluft Luft ist herrlich und hat Forschern zufolge sogar einen beruhigenden Effekt auf uns. Es gibt dort viele Insekten, Vögel und andere Tiere. Aufgepasst: Welches Tier macht welches Geräusch? Erkennt ihr, welcher Vogel da singt? Außerdem wachsen Bäume, Pilze, Moose und andere Pflanzen, die es zu erkunden gilt. Und: Wir finden im Wald fast immer Müll. Erkläre deinen Kindern explizit, dass Pflanzen und Tiere in den Wald gehören – Müll aber nicht. Müll ist schlecht für den Wald und kann ihn und seine tierischen Bewohner krank machen. Sammelt am besten den Müll gemeinsam auf, es gibt etwa von der Stadt Wien die „Weniger-Mist“-Aktionen für Kindergärten, Schulen und Privatleute.

Apropos Essen: Auch gemeinsames Restekochen ist eine prima Möglichkeit Kindern Nachhaltigkeit beizubringen. Kindergartenkinder können unter Aufsicht der Eltern Gemüse und Obst mitschnippeln – und tun das meist auch sehr gerne. Wie wäre es, wenn ihr euch vorher zusammen ein Gericht aus den Essensresten überlegt? Binde deine Kinder hier ruhig mit ein. Womöglich ist das Endergebnis euer neues Leibgericht. Und vor allem: Erkläre, dass man Essen möglichst immer aufbrauchen sollte und nicht wegwerfen. Denn: Was entsteht sonst? Richtig, Müll!

Wo es um Müllvermeidung geht, sind Begriffe wie Zero Waste und Upcyling nicht fern. Und das macht Kindern großen Spaß: Aus Dingen, die eigentlich Abfall sind, Neues zu basteln. Upcycling-Workshops bietet unter anderem Zero Waste Austria an – oder ihr sucht bei Pinterest & Co nach Inspirationen, wie man aus Müll Schönes herstellt (einfach #upcycling eingeben).

Wie Kinder Nachhaltigkeit lernen: Kräuter- und Gemüsegarten anlegen

Hast du in deiner Kindheit Kresse angebaut? Kresse ist super, um Kinder mit Pflanzen und ihrem Wachstum vertraut zu machen. Die Pflanze ist anspruchslos und wächst super schnell. Man kann ihr fast dabei zusehen: Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen nur zwei Wochen. Kresse wächst sogar auf etwas, das du garantiert daheim hast: Watte. Du brauchst also nur ein paar Kressesamen auf die Watte oder in einen kleinen Blumentopf mit Erde geben, wässern und abwarten. Jeden Morgen und Abend können die Kleinen nachsehen gehen, um wie viel die Kresse gewachsen ist. Nach zwei Wochen wird das gesunde Kraut geerntet und kann direkt verwendet werden: aufs Frischkäse- oder Butterbrot oder als pikantes Küchengewürz.

Hast du einen eigenen Garten, sind natürlich auch Gemüsebeete zum Anbauen super. Hier lernen die Kleinen im größeren Stil, wie aus einem Samenkorn eine fertige, essbare Pflanze wird. Erdbeeren sind natürlich bei den Kleinen sehr beliebt, aber auch Karotten, Kartoffeln, Salat oder Tomaten eignen sich für den Selbstversorger-Garten. Vom Garten auf den Tisch ist nachhaltig, regional, schont Umwelt und Geldbeutel – das lernen die kleinen Hobbygärtner bestenfalls daraus.

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