Ist mineralische Sonnencreme wirklich besser?

Genüssliche Sonnenbäder ohne Sonnenschutz? Keine gute Idee. Doch synthetische Sonnencreme steht im Verdacht, Gesundheit und Umwelt zu belasten. Mineralische Sonnencreme verwendet hingegen physikalische Filter. Was wir über den alternativen Sonnenschutz wissen müssen.

Was ist mineralische Sonnencreme?

Mineralische UV-Filter, die zum Beispiel in zertifizierter Naturkosmetik und Bio-Sonnencreme verwendet wird, dringen anders als chemische Filter nicht in die Haut ein, sondern wirken auf anders: Mineralische Pigmente – allen voran Titandioxid und Zinkoxid – legen sich schützend auf die Haut und reflektieren die Sonnenstrahlen. Schädliche UV-Strahlung hat dank dieser physikalisch wirkenden Filter keine Chance. Übrigens kommt mineralische Sonnencreme nicht nur ohne chemische Filter aus, auch andere synthetische Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel, Duftstoffe, Silikone oder Emulgatoren entfallen.

Was sind die Nachteile von herkömmlicher Sonnencreme?

Fest steht: Jede Sonnencreme ist besser als keine Sonnencreme! Aus Angst vor schädlichen Inhaltsstoffen auf Sonnenschutz zu verzichten, ist also keine gute Idee. Schließlich ist UV-Strahlung in jedem Fall gesundheitsschädigend.

Herkömmliche Sonnenschutz mit chemischen Filtern hat den unschlagbaren Vorteil, dass sie sich gut auf der Haut verteilen lässt und hochwirksam schützt. Allerdings dringt sie in die Haut ein, wodurch sie nicht jeder problemlos verträgt. Manche Inhaltsstoffe stehen außerdem im Verdacht, hormonell wirksam beziehungsweise krebserregend zu sein. Zudem belasten synthetische Filter Gewässer und tragen so zum Korallensterben bei. In Hawaii und Palau ist herkömmliche Sonnencreme mit bestimmten Chemie-Filtern deshalb verboten.

Warum wir alte Sonnencreme aus dem Vorjahr nicht mehr verwenden sollten

Zudem gibt es eine neue Erkenntnis über den häufig verwendeten UV-Filter Octocrylen. Dieser Inhaltsstoff entwickelt bei längerer Lagerung das Molekül Benzophenon, das ebenfalls als krebserregend gilt. Deshalb: Sonnencreme, die den UV-Filter Octocrylen enthält, auf jeden Fall nach der Badesaison entsorgen und nicht ein Jahr später aufbrauchen.

Was sind die Vorteile von mineralischer Sonnencreme?

Für mineralische Sonnencreme gilt diese Warnung übrigens nicht: Sie lässt sich länger verwenden – vorausgesetzt, das Haltbarkeitsdatum der Creme ist nicht überschritten UND die Creme ist bei der Lagerung vor Sonne und Hitze geschützt gewesen. Da mineralische Sonnencreme nicht in die Haut eindringt, sind kaum Reizungen oder Irritationen zu befürchten. Damit eignet sie sich für Kinder, Allergiker, Schwangere oder Personen mit empfindlicher Haut besonders gut. Da natürlicher Sonnenschutz physikalisch wirkt, entfällt zudem die Einwirkzeit. Mineralische Sonnencreme schützt also gleich nach dem Einschmieren – vor allem bei Kindern ein willkommener Pluspunkt. Dass nur natürliche Inhaltsstoffe verarbeitet sind, freut zudem die Umwelt.

Hat mineralische Sonnencreme auch Nachteile?

Ganz ohne Nachteile ist auch mineralische Sonnencreme nicht. Dass sie sich nicht allzu leicht verteilen lässt und einen weißen Film auf der Haut zurücklässt, ist bekannt. Daher hat die Industrie den sogenannten „Weißeleffekt“ verbessert – indem mineralischer Sonnencreme nun häufig Nanopartikel hinzugefügt werden. Erkennbar sind die Inhaltsstoffe an den Namen Zinc Oxide (Nano) und Titanium Dioxide (Nano).

Gesundheitliche Nachteile solcher Partikel sind aktuell aber nicht restlos geklärt. Was man weiß: Nano-Moleküle können im Körper mit anderen Molekülen reagieren – unklar ist aber, ob sie dabei die Gesundheit schädigen. Auch kann die Forschung derzeit nicht sicher sagen, ob Nanopartikel aus Sonnencreme über die gesunde Haut in den Körper gelangen kann. Angesichts dieser Unsicherheiten ist bei Hautverletzungen demnach Vorsicht geboten – und auch in den Mund sollte mineralische Sonnencreme besser nicht gelangen. Oder man greift doch auf mineralische Sonnencreme zurück, die den Weißeleffekt mit sich bringt. Dafür aber keine womöglich die Gesundheit schädigenden Inhaltsstoffe.

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