Kostümiert zu Halloween: Ohne süß kein sauer

Es gibt immer einen Anlass, um dich zu verkleiden. Halloween lädt besonders dazu ein und öffnet eine Tür in die Tiefen deines Bewusstseins.

Ohne Schlamm kein Lotus, ohne Leid kein Glück und ohne Süß kein Sauer. Alles Leben auf dieser Welt besteht aus Gegensätzen, die sich bedingen. Denn nur so kann Balance entstehen. Warum also sollte der Mensch davon ausgenommen sein? Auch uns Menschen beherrscht dieser Dualismus. Umso bedeutsamer sind Feste wie Karneval und vor allem Halloween, die uns dies via Verkleidung mit Kostüm ausleben lassen.

Ganz ehrlich, wer kennt den wahren Grund hinter Halloween? Und wenn ja, geht es noch um die ursprüngliche Tradition oder um den aus Amerika stammenden Partykult? Vielleicht steckt hinter der Maskerade aber auch der simple Wunsch von der gesellschaftlichen Konvention des „ständigen Gutseins“ abzulassen?

Halloween Kostüme: Selbstbestimmte Verkleidung

Bestimmt kennst du das Gefühl aus dem Alltag ausbrechen zu wollen, nur wie? Es gibt viele soziale und gesellschaftliche „Regeln”, die du jeden Tag einhalten musst und wahrscheinlich auch willst. Dieser Rhythmus gibt Halt und Sicherheit – beides wichtige Werkzeuge, um sich als Mensch wohlzufühlen und zu entfalten. Dennoch gilt das Prinzip der Gegensätzlichkeit und Tage wie Halloween laden dazu ein, unausgesprochenen Regeln auszuweichen und in ein gruseliges Kostüm und somit auch in eine andere Rolle zu schlüpfen. Dabei handelt es sich um eine bereits definierte Rolle, die sich von dir als Person abgrenzt. Verkleidest du dich etwa als Hexe, werden die Erwartungen nicht an dich als Person gestellt, sondern an das Wesen der Hexe. Vielleicht bedeutet Verkleiden ja auch die Verantwortung ein Stück weit loszulassen und einen Abend eher sauer als süß zu sein.

Im Grunde böse?

Liegt der Ursprung des Verkleidens zu Halloween wirklich im Bösen oder könnte es sich dabei auch um eine Form von Mut handeln? Böse ist genauso ein Label wie Mutig, und doch unterscheiden sie sich grundsätzlich in ihrer Bedeutung. Um zu verstehen, warum du als Mensch vom sogenannten Bösen fasziniert sein könntest, lohnt sich ein Blick in die Evolutionsgeschichte. Dabei ist immer wieder die Rede von „The Survival of the Fittest“. Demnach hätten sich nicht böse Arten durchgesetzt, sondern wohl eher diejenigen, die Mut bewiesen. Mutig sein kommt einher mit der Ausschüttung vieler Hormone und Endorphine, die Glücksgefühle erzeugen. Und wer ist nicht gerne glücklich?

Halloween: Erwecke mit Kostüm das Kind in dir

Bereits Kinder spielen „Verkleiden” und lernen somit wichtige Grundpfeiler für zwischenmenschliche Kommunikation, Empathie, aber auch für die Bildung der eigenen Identität. Viel zu selten, wird deutlich gemacht, dass Menschen facettenreich sind. Es ist völlig in Ordnung, nicht immer gleich zu sein, gleich zu handeln oder gleich auszusehen. Umso schöner, wenn auch Erwachsene an Halloween Mut beweisen und weiterhin in Kostüme und andere Rollen schlüpfen. Mithilfe dieser spielerischen Art des Lernens bleibst du offen für Neues und für deine Mitmenschen.

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