Ab zum Friseur: Wann verändern wir unsere Haare?

Es muss keine Trennung sein, nach der wir unsere Haare abschneiden. Oder eine andere Haarfarbe ausprobieren. Doch woran liegt es dann? Und wieso gilt eigentlich: "Hair is everything"?

Die lieben Haare: Man könnte ganz einfach Horn dazu sagen, abgestorbene Zellen, Hautanhanggebilde oder sie als Geschwister von Finger- und Fußnägeln bezeichnen (weil sie aus dem gleichen Material bestehen). Tatsächlich aber sind (graue) Haare für uns viel mehr als einfach nur verhornte Zellen: Schon immer galten Haare als Symbol für Kraft und Erotik, für Vitalität und in der Antike sogar als Ort der Seele. Wer seine Haare verliert, etwa wegen einer Krankheit oder mit beginnendem Alter, den trifft nicht nur der sichtbare Verlust, auch der Selbstwert leidet darunter.

„Hair is everything“: Haare ab oder nicht?

Was Haare uns also bedeuten? Alles! Berühmt worden ist der „Hair is everything“-Ausspruch aus der UK-Serie „Fleabag„, in der Phoebe Waller-Bridge im Friseursalon ihren Coiffeur Anthony beschimpft: „Haare sind sehr wohl alles! Auch wenn wir uns wünschten, sie wären es nicht. Damit wir auch einmal an etwas Anderes denken könnten. Aber sie sind alles. Es ist ein Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Tag. Haare sind ein Symbol für Macht. Sie sind ein Symbol für Fruchtbarkeit. Dafür werden Menschen ausgebeutet. Und du verdienst deine Kohle damit. Haare sind sehr wohl alles, Anthony!“

Haare ab: Ich bin bereit für Neues

Wir Frauen überlegen demnach sehr genau, ob „Haare ab“ wirklich ein Thema für uns ist. Einen wichtigen Auslöser scheint es dabei zu geben: eine Trennung. Dann scheint der Wunsch nach einer äußerlichen Veränderung besonders groß zu sein. Psychologen vermuten: Nach einem schmerzlichen Verlust möchte die Typveränderung nach außen getragen werden – und der Welt vermitteln: Mir geht es gut. Oder: Ich bin bereit für etwas Neues. In den sozialen Medien hat sich dafür #breakuphair etabliert – und (vor allem) Frauen präsentieren dann ihre neue Frisur, wie hier auf Tiktok.

Sympathie entscheidet sich angesichts der Frisur

Doch ob Beziehungsaus oder anderer Grund: Zum neuen Selbstbild gehört für viele Menschen eben eine neue Frisur dazu. Mit dem Versprechen, dass andere Haare uns zu einem attraktiveren und womöglich glücklicheren Menschen machen. So weit hergeholt ist das vielleicht auch nicht. In der empirischen Untersuchung „Die Psychologie des ersten Eindrucks: Die Sprache der Haare“ von Reinhold Bergler und Tanja Hoff fanden die Forschenden heraus: Unser Haar spielt beim ersten Eindruck eine Riesenrolle. Ob uns jemand auf einen Blick sympathisch findet oder eben nicht, entscheidet er auch nach dem Blick auf unseren Schopf.

Haare ab oder nicht: Die Frisur ist im Zweifelsfall wichtiger als Schminken

Angesichts derlei Überhöhung unseres Hauptes wundert uns auch diese Zahl aus der Forschung nicht: Rund hundertmal im Leben ändern Frauen laut einer britischen Studie ihre Frisur. Für „Haare ab“ (oder Haare rot/schwarz/gelockt) soll es jedoch bei 61 Prozent der befragten Frauen gar keinen Grund geben: Sie ändern ihre Haarfarbe, ihren Schnitt oder Länge, weil sie gerade Lust darauf haben.

Noch mehr Beweise gewünscht? Das Online-Marktforschungsinstitut ODC hat auch etwas herausgefunden, was die Bedeutung unserer Haare unterstreicht: 72 Prozent der Befragten würden bei Zeitnot am Morgen lieber auf Concealer und Lippenstift verzichten als auf das Haarstyling. Und das kennt ja nun wirklich jeder: dass wir uns an einem Bad-Hair-Day einfach schlecht fühlen.

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