Daniela Razocher

Was du tun kannst, wenn du in einer Situation feststeckst

Musik als Motor: Wenn es im Kopf hakt und man in einer Situation feststeckt, hilft körperliche Bewegung – um auch wieder geistig in Bewegung zu kommen.
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Bild: Getty Images

Die Reifen drehen im Matsch durch. Ein Weiterkommen scheint unmöglich. Man kommt einfach nicht vom Fleck. Manchmal lässt sich diese wohlbekannte Situation im Auto auch auf das Leben übertragen: Man hat einfach das Gefühl, festzustecken. In der Arbeit fehlt die zündende Idee. In der Beziehung dreht sich immer alles um dieselben unliebsamen Themen. Man kann sich einfach nicht dazu hinreißen, einer sportlichen Betätigung nachzugehen.

Manchmal hat man einfach das Gefühl, festzustecken.

Bewegung löst die Starre

Wie schafft man es, wieder in den Flow zu kommen? Die Methoden dafür sind vielfältig, und für jeden funktioniert etwas anderes: schreiben, ein ehrliches Gespräch, spazieren gehen, ein Bier trinken, ein Ortswechsel etc. Was all diese Strategien jedoch gemeinsam haben ist: Bewegung. Denn: Feststecken bedeutet das Gefühl zu haben, es bewegt sich nichts. Irgendetwas hakt, irgendetwas hat sich verfangen.

Wie gelange ich wieder in diesen Flow? Mit Bewegung!

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit

Was aber macht es so schwierig, sich auf die Bewegung zu besinnen und diese voranzutreiben? Meistens sind wir so auf das bestehende Problem fokussiert, dass wir unsere ganze Energie nur dort investieren. Und dann stecken wir noch tiefer fest. Weil wir völlig mit diesem einen Problem beschäftigt sind.

Am Ende wollen wir doch alle dasselbe: bei uns sein, im Flow sein, frei sein.

Wie heißt es so treffend: Energy follows Attention. Es ist immer wieder hilfreich, dir diesen Satz ins Bewusstsein zu holen und zu schauen, wofür du gerade deine Energie aufwendest. Ich verrenne mich ja auch fast täglich. Wenn auch nicht physisch, dann in meinen Gedanken und auch mit meinen Emotionen. Am Ende wollen wir doch alle dasselbe: bei uns sein, im Flow sein, frei sein. Dann fühlen wir uns verbunden mit uns selbst und mit unserer Umwelt.

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Bild: Dennis Ottink/ Unsplash

Wie gelange ich wieder in diesen Flow? Mit Bewegung! Aus dieser Dynamik heraus kommt die relevante innere Bewegung dann oft von selbst. Deinen Drive (wieder) zu finden – das kannst du trainieren. Eine meiner persönlichen Lieblingsstrategien hier zum Ausprobieren:

Mit Musik den Flow trainieren

  • Nimm dir 5 Minuten Zeit.
  • Setze eine Intention: Was brauchst du gerade? Zum Beispiel: Leichtigkeit, Freude, Stille, Klarheit, Bodenhaftung, Drive etc.
  • Suche einen passenden Song dazu aus. Einen, der dich in Laune bringt und jene Qualität hat, die du gerade brauchst. „The trick is to keep breathing“ von Garbage ist u.a. auf meiner Movement-Playlist.
  • Wähle nun eine Körperstelle aus, bei der du das Gefühl hast, sie am meisten zu stärken zu wollen: Nacken, Schultern, unterer Rücken, Augen, Handgelenke – es kann sich um einen ganz spezifischen und kleinen Körperbereich handeln, gerade so, wie es für dich im Moment gut spürbar ist.
  • Dreh den Song auf und spüre den Rhythmus der Musik. Der Rhythmus ist dein Anker im Jetzt.
  • Bewege erst nur den Körperbereich, den du ausgewählt hast, zum Beat der Musik. Du bringst Bewegung dort rein, wo du feststeckst.
  • Dann lass die Bewegung sich natürlich ausdehnen in den restlichen Körper.
  • Nimm dir zum Ende hin eine Minute zum Nachspüren – und Integrieren, was die Übung an Energie freigesetzt hat.

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