In Partnerschaft mit
Kawina und Kacheata Eath

Ist Sitzen das neue Rauchen?

Auf Stuhl und Sessel kann man im Büroalltag nicht ganz verzichten. So schaffen wir es trotzdem, mobil zu bleiben.

Wer Zeitschriften und Magazine durchblättert, wer durch die Timeline seiner Social-Media-Kanäle scrollt, hat oft das Gefühl, nur von fitten, sportlichen Menschen umgeben zu sein. Die gerne und oft auf sich achten. Aktiv sind. Echte Auskenner eben.

Und nun zur Wirklichkeit: Die meisten Menschen verbringen den Großteil ihres Tages vorwiegend in sitzender Position, die Augen auf ihren Bildschirm gerichtet. Die einzigen Bewegungsmuster beschränken sich darauf, einen Kaffee oder ein Weckerl zu holen, und auf den Gang zur Toilette oder zum Kopierer. Müde vom Alltag, nehmen sie auch lieber den Lift anstatt der Treppe, obwohl sie es schon so oft anders gehört haben. Steigen vor der Firma ins Auto, um direkt vor ihrem Zuhause zu parken. Nach Feierabend sind sie froh, endlich auf die Couch zu fallen.

Das ist jetzt natürlich sehr überzeichnet dargestellt, aber so oder zumindest so ähnlich sieht die Realität der meisten arbeitenden Menschen aus. Nicht wie in den Postings.

Versucht mein Bürosessel, mich umzubringen?

Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass zu viel sitzen einen Rattenschwanz an Problemen nach sich ziehen kann. Ich bin Trainerin, keine Ärztin, und kann nur so viel sagen: Wer seine Muskulatur zu wenig beansprucht, der verliert diese. Und Muskeln verbrennen Kalorien. Eine Zunahme an Gewicht ist dann fast unvermeidlich.

Der Rumpf hat einfach nicht mehr die Kraft, sich über einen längeren Zeitraum aufrecht zu halten.

Der Amerikaner Kelly Starrett, Fitness-Coach und Physiotherapeut, hat zum Thema ein sehr aufschlussreiches Buch geschrieben. Er fragt: „Bestimmt haben Sie schon des Öfteren versucht, sich aufrecht hinzusetzen. Sind Sie auch spätestens nach zehn Minuten wieder in sich zusammengefallen und krumm dagesessen? Ihr Rumpf hat einfach nicht mehr die Kraft, sich über einen längeren Zeitraum aufrecht zu halten. Ein untrainierter Rücken hat zur Folge, dass die Schultern immer weiter nach vorne wandern. Dies führt zu einer Verkürzung der Brustmuskulatur und einer vorgebeugten Haltung.“

Aufrechte Haltung mit
Mobilitätstraining

Doch genug der Bad News: Wer gezielt und regelmäßig Muskulatur und Mobilität trainiert, schafft es leicht, wieder in einen aufrechten Gang zu finden. Trainiere deinen Rumpf! Dazu gehört die Stärkung von Rücken, Bauch, Brust und Gesäß. Ein starker Hintern bringt dein Becken in seine ursprüngliche Position, dadurch wird das erwähnte Hohlkreuz vermieden. Ein trainierter Rücken bringt die Schultern wieder dorthin zurück, wo sie hingehören. Yoga ist ein wunderbares Mittel, um beweglicher zu werden, wie zum Beispiel die verkürzte Brustmuskulatur in die volle Dehnung zu bringen. Ansonsten sind auch Mobilitätsübungen gut geeignet, um die volle Beweglichkeit wiederzuerlangen.

Belohnt wird man mit einem aufrechten Gang und Geschmeidigkeit. Und damit, dass man ohne schlechtes Gewissen herumsitzen kann. Denn dein Bürostuhl will und wird dich nicht wirklich umbringen – solange du abseits seiner Sitzfläche auf dich achtest.

'