Daniela Razocher

Streckst du dich genug?

Sich über die übliche Komfortzone zu wagen, bringt Vorteile. Allerdings nicht notwendigerweise das, was einem versprochen wird. Was bringt es dir, dich ein wenig über deine Grenzen zu bewegen?

Heute möchte ich eine Brücke schlagen zwischen der sehr beliebten und oft zitierten Komfortzone und unseren körperlichen Grenzen, die durch Gewohnheiten entstehen. Die Inspiration dafür lieferte mir ein Zitat von Dan und Chip Heath aus deren Buch „The Power of Moments“. Sie sagen: „The result of stretching is not success, it’s learning.“ Also:

Das Ergebnis, über seine Grenzen zu gehen, ist nicht der Erfolg, sondern das Lernen.

Spannend daran finde ich zum Einen, dass sie einen so physischen Begriff verwenden wie das Strecken. Über seine Grenzen zu gehen bedeutet nicht, etwas Unmögliches zu tun. Aber ich bewege mich aus meinen gewohnten Mustern heraus.

Aus dem Muster strecken

Aber was heißt dieses „Strecken“ wirklich? Ich gehe über meine üblichen Bewegungsgrenzen, ich dehne mich in eine Richtung, die vielversprechend ist. Ich traue mich, aus einem gewohnten Bewegungsmuster auszusteigen.

Vielleicht heißt es auch, dass ich dadurch für andere sichtbarer werde. Weil ich mich nicht an die Bewegungsnormen meines Umfeldes anpasse.  Indem ich meinen Bewegungsradius erweitere, lerne ich etwas Neues – über mich im Kontext meiner Umwelt. Diese Bewegung zu machen ist das Ziel.

Und wenn’s im Körper mal wo zwickt oder zwackt, macht er uns auf unsere Grenzen aufmerksam. Vielleicht ist das die Einladung deines Körpers an dich, dich wieder zu strecken und eine neue Bewegungsmöglichkeit zu entdecken.

Meine Morgenroutine

Für mich ist das Trainieren meiner körperlichen Flexibilität und Fähigkeit, aus meinen Gewohnheiten auszusteigen, eine Voraussetzung, um auch in anderen Situationen über mich hinauswachsen und mich sanft in eine unbekannte Zukunft strecken zu können. Denn Körper und Geist spielen immer zusammen.

In meinem Alltag hat das Dehnen und Strecken einen besonderen Platz. Es ist Teil meiner Morgenroutine. Da mein unterer Rücken meine Schwachstelle ist, beginne ich den Tag mit ein paar sanften Übungen, die meinen Rücken dehnen und flexibel machen. Das dauert nur drei bis vier Minuten. Danach fühle ich mich freier und bereit, in den Tag zu starten.

Embodied Practice: Stretches

Es gibt eine Abfolge von 5 Dehnübungen, die als Reset-Übung dient, damit du in verschiedenen Körperbereichen angesammelte Spannungen loslassen kannst. Wenn du Lust hast, streck dich ein wenig mit mir.

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