Jonglieren lernen leicht gemacht

Es macht wacher, konzentrierter und schlauer. Aber wie gelingt das Spiel mit den fliegenden Bällen? So.

Es geht immer und überall, es kostet nichts (bis auf das Material), und was das Spiel mit den Bällen in deinem Kopf bewirkt, kann sich sehen lassen. Jonglieren trainiert die Geschicklichkeit, das räumliche Denken und die Auge-Hand-Koordination.

Schon drei Minuten des Ballspiels machen wach und konzentriert.

Bewegungsexperte Ronny Kokert 

„Du bist ganz bei dir, zentriert, im Moment. Schon drei Minuten des Ballspiels machen wach und konzentriert. Beide Gehirnhälften werden dabei aktiviert und gefordert“, fasst Bewegungsexperte Ronny Kokert zusammen. Denn unser Gehirn mag neue Reize. Dadurch wächst es sogar.

Jonglieren ist Fitness für den Kopf

Forscher der Universität Regensburg haben 2004 in einer Studie drei Monate lang Probanden beim Jonglieren beobachtet. In dieser Zeit haben sich bei den Teilnehmern zwei Hirnareale vergrößert: jenes für das abstrakte Denken (Hippocampus) und jenes, das zum hirneigenen Belohnungssystem (Nucleus accumbens) gehört. Gleichzeitig wurde das Protein BDNF gebildet, das für das Wachstum neuer Gehirnzellen sorgt.

Der positive Effekt aufs Gehirn entsteht durchs Üben, nicht durchs Können.

Bewegungsexperte Ronny Kokert 

Was ist das Wichtigste für die Fitness im Kopf? Nicht aufgeben! „Der positive Effekt aufs Gehirn entsteht durchs Üben, nicht durchs Können“, erklärt Ronny Kokert.

Gehirnhälften verbinden

Überkreuze deine Hände über dem Kopf und berühre mit den Fingerspitzen die beiden Stirnhöcker. Du findest sie etwa in der Mitte der Augenbrauen auf der Höhe zwischen Brauen und Haaransatz. Beginne sie zu massieren und folge dabei mit den Augen einem großen imaginären Kreis.

Jonglieren lernen
Illustration: Karolin Ohrnberger
Augenkoordination aktivieren

Bei der „Augen-Acht“ stehst du hüftbreit, streckst die Arme nach vorn parallel zum Boden, verschränkst die Finger, nur die Daumen zeigen nach oben. Jetzt zeichnest du mit gestreckten Armen einen liegenden Achter, dem du nur mit den Augen folgst.

Jonglieren lernen
Illustration: Karolin Ohrnberger
Gefühl kriegen

Hüftbreiter Stand, die Ellbogen liegen nah am Körper. Nun versuche aus dem Handgelenk den Ball hochzuwerfen und zu fangen. Erst links, dann rechts.

Jonglieren lernen
Illustration: Karolin Ohrnberger
Rechteck imaginieren

Hier wirfst du den Ball etwas über Kopfhöhe von einer Hand in die andere, beginnend mit links. Es hilft, wenn man sich beim Jonglieren ein imaginäres Rechteck vorstellt. Also: den Ball aus der linken Hand ins rechte obere Eck werfen und umgekehrt.

Jonglieren lernen
Illustration: Karolin Ohrnberger
Ball wechseln

Halte nun in jeder Hand einen Ball. Starte mit deiner schwächeren Hand, dann wird’s einfacher. Sobald der erste Ball am höchsten Punkt ist und gerade zu fallen beginnt, wird der zweite geworfen. Dieser wird diagonal unter dem ersten durchgeworfen. Fange beide Bälle nacheinander. Wenn dir das am Anfang zu schwierig erscheint, sprich laut mit: werfen – werfen – fangen – fangen. Diese Übung sollte man beidseitig beherrschen.

Jonglieren lernen
Illustration: Karolin Ohrnberger
Achterbahn fahren

Unser Jonglagemuster heißt „Kaskade“ und sieht wie eine liegende Acht aus. Jeder Ball folgt genau dieser Achterbahn. Starte mit zwei Bällen in deiner stärkeren Hand (meist rechts). Wirf nun den vorderen Ball (1) von rechts nach links. Die linke Hand wirft jetzt den Ball (2) unter dem ersten Ball durch. Danach wird der Ball (3), der noch in der rechten Hand liegt, geworfen. Also: Ein Ball ist immer in der Luft, zwei sind immer in der Hand. Der Wurftakt könnte so lauten: rechts – links – rechts, und dann nacheinander fangen.

Jonglieren lernen
Illustration: Karolin Ohrnberger

Werfen, fangen, zählen

Um richtig jonglieren zu können, sollte man vorerst das Werfen üben, dann fällt auch das Fangen leichter.

Dabei liegen die Arme nah am Körper, die Unterarme sind im Idealfall parallel zum Boden. Das verhindert, dass die Bälle zu weit nach vorn geworfen werden und man ihnen hinterherlaufen muss.

Es ergibt Sinn, mit beiden Händen gleich gut jonglieren zu können, daher wird die schwächere Hand bevorzugt trainiert. Die Bälle sollten nicht schon auf Schulterhöhe, sondern möglichst weit unten abgefangen werden.

Auch ein Rhythmus hilft, um in Fluss zu kommen. Etwa lautes Zählen: 1 und 2 und 3 und 1 und 2 und 3.

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