Riki Daurer

5 Plätze im Waldviertel zum Abschalten und Krafttanken

Hier findest du deine innere Ruhe wieder, kannst loslassen und so richtig genießen. Du wirst sehen: Schon nach wenigen Tagen schwingst du im Gleichklang mit der Natur.

Endlich ist die Zeit gekommen, um raus in die Natur zu fahren, den Stress des Alltags hinter sich zu lassen, durch Wälder und über Wiesen zu wandern, kräftig durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Wo könnte man all dies besser tun als in einer Region, die dank nordisch anmutender Wälder, versteckten Teichen und Mooren, Heide- und Graslandschaften und energiespendenden Kraftplätzen – von Natur aus – als heilsam gilt?

Das Waldviertel im nordwestlichen Teil Niederösterreichs ist so eine Region. Die alte Landschaft ist ein Teil der böhmischen Masse und besteht aus Graniten und Gneisen. Über Jahrmillionen haben hier Wind und Wetter ganze Arbeit geleistet, runde Gesteinsformen, versteckte Seen und Teiche und im Bereich des Kamp ein rund 100 Meter tief eingeschnittenes Tal geschaffen. Seit jeher ist dieses Land eine kraftvolle Region, um die sich Mythen und Sagen ranken. Wer sich drauf einlässt – hinhört und hinspürt –, wird unweigerlich in den Bann dieser energiereichen Landschaft gezogen.

Naturpark Blockheide – von Wackelsteinen und unsichtbaren Kräften
Bild: (c) Waldviertel Tourismus, Studio Kerschbaum

Mächtige runde Granitblöcke – wie von einem Riesen einst wahllos auf der Wiese verteilt –, sanfte Wiesen- und Heidelandschaften, dichte Wälder und versteckte Waldteiche: Der Naturpark Blockheide ganz im Nordwesten des Waldviertels ist einer von sieben Naturparks der Region. Sein Markenzeichen sind „Wackelsteine“, die – scheinbar von Geisterhand gehalten – auf winzigen Auflageflächen balancieren. Themenwege führen durch die Landschaft und unter anderem zu den Kraftplätzen Christopherus- und Pilzstein sowie zum 15. Erdmeridian, der genau hier verläuft. Ein ehemaliges Wasserreservoir beherbergt heute das Naturpark-Informationszentrum und einen 30 Meter hohen Aussichtsturm. Von seiner Spitze aus genießt man – eine leichte Brise im Gesicht – einen wahrlich atemberaubenden Blick über die urtümliche Blockheide.

Hochmoor Schrems – Naturpark mit nordischem Flair
Hochmoor Schrems, Prügelsteg
Bild: (c) Waldviertel Tourismus, weinfranz

Kiefernwälder, Heideflächen und Hochmoore – diese Landschaft erinnert eher an Schweden als an Österreich. Tatsächlich ist das Hochmoor Schrems zwischen Langschwarza, Gebharts und Schrems mit rund 300 Hektar das größte seiner Art in ganz Niederösterreich, rund ein Drittel davon ist als Naturpark geschützt. Wer die „Himmelsleiter“ erklimmt, die auf etwas mehr als 100 Stufen rund 20 Meter nach oben führt, kann die beachtliche Ausdehnung des Hochmoors bewundern. Früher wurde hier Torf abgebaut, heute darf sich das Moor erholen – und wer ganz genau hinsieht, der entdeckt eine unglaubliche Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten, die sich an diesen einzigartigen Lebensraum angepasst hat: vom äußerst seltenen Moorfrosch über die stolze Sumpfschwertlilie bis hin zum fleischfressenden Sonnentau findet man hier Arten, die anderswo schon lange verschwunden sind.

Im Naturerlebniszentrum UnterWasserReich kann man zudem alles über das „Mysterium Moor“ und einen seiner sympathischen Bewohner – den Fischotter – erfahren.

Hängender Stein – Kultstätte im Naturpark Heidenreichsteiner Moor
Naturpark Heidenreichsteiner Moor, Hängender Stein
Bild: (c) Waldviertel Tourismus, weinfranz

Das Heidenreichsteiner Moor lädt schon allein durch seine Naturschönheiten, seine Kiefernwälder, Teiche und Moorflächen zu ausgedehnten Wanderungen ein. Aber wie man es auch dreht und wendet, am Naturdenkmal Hängender Stein kommt man einfach nicht vorbei. Ein riesiger runder Felsbrocken „hängt“ auf mehreren sogenannten Restlingen aus Granit und zwar so, als würde er gleich herunterfallen. Aber wie von Zauberhand gehalten bleibt er in seiner Position. Kein Wunder, dass dieser Platz für Menschen aus vorchristlicher Zeit eine bedeutende Kultstätte war. Selbst heute spürt man hier eine mystische Kraft, der man sich schwer entziehen kann.  

Ein Abstecher zur Burg Heidenreichstein lohnt sich auf jeden Fall. Sie ist immerhin die größte mittelalterliche Wasserburg Österreichs, die tatsächlich im Laufe ihrer Geschichte nie zerstört wurde.

Fünf Kraftplätze auf engstem Raum – Kraftarena Groß Gerungs
Steinpyramide, Groß Gerungs
Bild: (c) Waldviertel Tourismus, weinfranz

Wer noch nicht genug Kraft und Energie getankt hat, dem sei ein Besuch der Kraftarena Groß Gerungs empfohlen.

Hier befinden sich gleich fünf Kraftplätze auf engstem Raum:

Mitten im Wald findet man etwa die „Weltkugel“, einen runden Stein mit einem Durchmesser von sieben Metern und einem Gewicht von rund 500 Tonnen. Die Weltkugel ist angeblich positiv aufgeladen und kann beim Menschen elektromagnetische Belastungen reduzieren.

Als ehemaliges Badehaus steht die Klauskapelle in einem der idyllischsten Gebiete bei Groß Gerungs. Wer die Glocke der Kapelle dreimal läutet, darf sich etwas wünschen.

Schönheit muss man sich an der Kapelle allerdings nicht wünschen, denn diese erlangt man auch, wenn man aus dem Wasser des Kierlingsteins trinkt. Der Stein ist sechs Meter lang und liegt nur auf einer winzig kleinen Auflagefläche auf. Am oberen Ende des Steins befindet sich eine natürlich entstandene, 40 Zentimeter tiefe Schale, die immer mit Wasser gefüllt ist. Wer daraus trinkt – so die Legende – erlangt Heilung und Schönheit.

Auch die Schalen des Opfersteins bei Thail sind auf natürlichem Weg entstanden. Durch Säuren im Regenwasser und in Pflanzenresten haben sich die Vertiefungen im Stein gebildet.

Dass das gesamte Gebiet von einer mystischen Kraft umgeben wird, hat man auf den Wanderungen zu den einzelnen Kraftplätzen längst gemerkt. Gelangt man nun aber zur Steinpyramide im Neuwald bei Ober Neustift, bekommt man fast ein wenig Gänsehaut. Die Stufen der fast sieben Meter hohen Steinpyramide sind kreisförmig angelegt und genau auf sternförmig ausgerichtete geomantische Linien angepasst. Archäologisch ist die Steinpyramide bis heute ein Rätsel: weder weiß man von wem noch wann sie errichtet wurde.

Burg Rappottenstein – einst Bollwerk, heute kultureller Treffpunkt
Burg Rappottenstein
Bild: (c) Waldviertel Tourismus, lichtstark.com

Die Kraft des Waldviertels scheint sich auch auf seine durchaus wehrhaften Bewohner übertragen zu haben, denn die im 12. Jahrhundert von den Kuenringern erbaute Burg Rappottenstein konnte – obwohl dreimal belagert – nie eingenommen werden. Heute ist die Burg im Tal des kleinen Kamp im Eigentum der Grafen von Abensperg und Traun und ein Treffpunkt für Freunde von Kunst und Kultur. Das einzigartige Ambiente der Anlage verleiht dem vielfältigen Programm seine ganz besondere Note. Bei kraftvollen musikalischen Klängen klingt hier ein abwechslungsreicher Tag im Waldviertel perfekt aus.

Mehr interessante Details über das Waldviertel, seine Naturschönheiten, Kraftplätze und kulturellen Besonderheiten sowie Reisetipps und Informationen zu Pauschalangeboten erhältst du auf den Seiten von Waldviertel Tourismus.

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