Andrea Vaz-König

Wilde Beeren beim Waldbaden

Wenn du gerade unter der Stadthitze leidest und das überfüllte Schwimmbad keine prickelnde Aussicht ist, kann ich als perfekte Alternative nur ein Waldbad samt Beeren empfehlen.
Foto: TT / getty images

Waldbaden – noch nie gehört? In Südkorea wird Waldbaden sogar von der Krankenkassa als Therapie für chronische Erkrankungen empfohlen. Waldbaden bedeutet einfach in den Wald zu gehen und dort eine halbe Stunde oder Stunde zu verweilen. Die Luft ist geschwängert von duftenden Terpenen, den Botenstoffen der Bäume, die sie zur Kommunikation untereinander nutzen – und uns so unendlich guttun.

Arme strecken, tief einatmen und jede Menge Köstlichkeiten entdecken!

Deswegen: Arme strecken und tief einatmen! Und wenn du im Wald achtsam um dich schaust, kann es sein, dass du jede Menge Köstlichkeiten entdeckst.

Mutter Erde und ihre Desserts

So ist es mir ergangen als ich zuletzt einen ganzen Abhang voller wilder Himbeeren entdeckte. Und Walderdbeeren. Und wilde Brombeeren. Und Heidelbeeren. Die feiern jetzt alle den ganzen Sommer hindurch das Fest der Fruchtbarkeit und lachen in ihren bunten Farben aus den grünen Blättern heraus. Die Kraft der wilden Beeren kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden – kein Wunder bei dem wunderbar nährenden und duftenden Umfeld, in dem sie wachsen. Ich nasche sie am liebsten gleich im Wald, selten schafft es ein Beerchen bis nach Hause bei mir.

Wozu also in die Ferne schweifen? Gerne lasse ich deswegen im Sommer Mango & Co links liegen und gebe mich voll und ganz den besten heimischen „Superfoods“ hin, die uns unsere Erde schenkt.

Beeren sind voller Antioxidantien und reparieren Zellschäden.

Fachbücher und Ernährungsexperten berichten über den Schutz gegen Krebs, die Stärkung des Immunsystems, der Leber und sogar des Gehirns. Beeren sind voller Antioxidantien und reparieren Zellschäden. Sie helfen beim Entgiften von Schwermetallen und Toxinen – denen wir in unserer Umwelt laufend ausgesetzt sind, den Schutz können wir also ganz gut brauchen, nicht nur den gegen zu viel Sonne.

Allerdings: Ich esse sie schlicht und einfach, weil ich sie liebe – in jeder Hinsicht. Das Aufplatzen der Beere, wenn ich sie mit der Zunge an den Gaumen drücke, der süßsaure Saft im Mund. Wie ein Kuss für den Körper. Bissl frivol und immer lustig.

Und solltest du nicht fündig geworden sein und beim Waldbad deinen Beerenplatz nicht entdeckt haben, dann war dieses für sich alleine bestimmt schon eine herrliche Erholung. Das Angebot der heimischen Beeren am Bauernmarkt der Wahl ist reichhaltig. Besonders empfehlenswert in meinem Grätzl ist der Yppenmarkt in Wien, wo immer wieder Standler Köstlichkeiten aus Wildsammlung anbieten.

'