Ines Glatz-Deuretzbacher

Marie Kondō war gestern – 5 neue Methoden zum Ausmisten im Check

Man muss ja nicht gleich minimalistisch leben – aber etwas weniger Rumsteher, Laden- und Schrankhüter tun fast jedem zu Hause gut.

Wenn sich im Laufe des Lebens sukzessive Räume, Laden und Schränke füllen, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man lieber weniger als mehr hätte. Wir haben fünf Methoden abseits der bereits allseits bekannten „KonMari-Methode“ zusammengestellt, mit denen man – je nach Persönlichkeit – in ein aufgeräumteres Leben starten kann.

Für Individualisten: Ausmisten mit dem Clutterman

Lässt man sich von einem Experten begleiten, so geht man beim Ausmisten nach einem individuellen System vor. Florian Kmet etwa, der unter dem Namen Clutterman Ausmistbegleitung anbietet, führt Gespräche und erarbeitet auch das „Warum“ mit seinen Kundinnen und Kunden. Grundsätzlich arbeitet er mit Boxen, die Namen haben. „Ich biete die Dilemma-Box an. In die kommt alles, von dem man sich im Moment noch nicht trennen kann. Oder auch die Transfer-Box, die benutzt wird, um Dinge, die man beim Ausmisten eines Bereiches, wie etwa dem Badezimmerschrank findet und dann ordnungsgemäß zuteilt.“ So ein Profi hat dann auch jede Menge Tipps auf Lager, wie man mit emotional behafteten Dingen umgeht, oder wie man Schritt für Schritt zum erwünschten Erfolg kommt.

Sanft und einfach: Körbchen füllen
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Bild: Ana Maria Arevalo/Unsplash

Einkaufen im Retourgang: Man geht mit einem Korb oder einer großen Schachtel durch die Räume und sammelt alles ein, was nicht mehr gefällt. Beim umgekehrten Shoppen suchst du Dinge aus, die nicht mehr zu dir passen, dir nicht mehr gefallen oder auch nicht mehr gebraucht werden. Wenn der Korb voll ist, hast du genug „geshoppt“ für einen Tag. Nach einer Woche täglich Körbchen füllen, sollte schon einiges erledigt sein.

Ausmisten nach vier Prinzipien

Ruth Soukup beschreibt in ihrem Buch „Unstuffed – Decluttering your Home, Mind & Soul“ vier Grundregeln des Ausmistens, die sie unter dem Akronym „FREE“ zusammenfasst:
F – Fight to Stop the Flow: Gemeint ist der Kampf gegen uns selbst, Werbeverlockungen und die konsumorientierte Gesellschaft. Die Idee: Versuchungen möglichst aus dem Weg gehen und nur das kaufen, was essenziell ist.
R – Reduce by Ruthlessly Purging: Alles, was in den letzten 18 Monaten nicht benutzt wurde, muss gnadenlos entsorgt werden. Übrig bleiben sollen nur Dinge, die man liebt oder die einem nutzen.
E – Establish Strict Limits: Überall dort, wo die Dinge überhandnehmen, sollen strikte numerische Limits gesetzt werden. Beispielsweise soll man sich nur ein Werkzeug jeder Art oder drei Pullover, acht Paar Schuhe etc. erlauben.
E – Emphasize Quality over Quantitiy: Die langfristige Haltbarkeit der Dinge, die wir kaufen, sollte wichtiger sein, als kurzfristiges Sparen. Qualität vor Quantität.

Für die ganz Harten: Die Kartonmethode
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Bild: Kelli Mc Clintock/Unsplash

Umzugskartons sind die Voraussetzung für diese eher radikale Methode des Ausmistens. Zum Start packst du deinen gesamten Besitz in diese Schachteln. Und zwar wirklich alles! Es empfiehlt sich, mit System vorzugehen und die Boxen gut zu beschriften. Denn in den nächsten Tagen (oder Wochen) lebst du dann aus den Kartons. Alles, was man in einem vorher festgelegten Zeitraum benutzt hat, darf wieder an seinen Platz. Was in den Kartons bleibt, kommt weg. Eine Methode von den Amerikanern Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus (The Minimalists).

Eat the Frog: Das Schlimmste zuerst

Du beginnst damit, dich von einem Lieblingsgegenstand zu trennen. Anstatt irgendwo bei Papierkram zu starten, verkauft oder verschenkt man eines jener Dinge, das man lieb gewonnen hat. Danach sollte alles andere einfach sein. Die Idee dahinter: Glück hängt nicht mit Besitz von Gegenständen zusammen. Wenn man das verstanden hat, lässt man Dinge schneller los.

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