Janina Lebiszczak

Grinberg-Methode: 5 Übungen für mehr innere Ruhe

Wenn Körper und Geist in der Quadratur des Kreises springen, dann ist es Zeit, sich zurück auf den Boden zu holen. Grinberg-Trainer Alex Reitterer hat dafür fünf einfache Methoden.
Alex Farbe FULL
Bild: privat

Die Grinberg-Methode, die ihren Ursprung in den 1980er-Jahren fand, ist ein ganzheitlicher Ansatz, um mit sich selbst durch Körperarbeit unterschiedliche, immer wiederkehrende Denk- und Verhaltensmuster, aber auch körperliche Einschränkungen zu erkennen und aufzulösen. Durch gezieltes Verändern von falsch erlernten Mustern soll das persönliche Wohlbefinden gesteigert und der Körper bei der Regeneration unterstützt werden.

Die Grinberg-Methode lehrt uns: im Geist still zu sein, frei zu atmen, sich zu entspannen, sich im Hier und Jetzt zu Hause zu fühlen.

„Wir sind darauf spezialisiert, wahrzunehmen, wie und wo ein Mensch sein Potenzial und seine Kraft reduziert“, so Alex Reitterer über seine Berufung als Grinberg-Praktiker. „Was viele als Angst und Unruhe bezeichnen, ist meistens ein immer wiederkehrendes, sorgenvolles bis panisches ‚Selbstgespräch‘ mit dem eigenen Verstand, bei dem wir sehr flach atmen, unsere Augen angestrengt sind und unser Körper angespannt ist.

Was viele als Angst und Unruhe bezeichnen, ist meistens ein immer wiederkehrendes, sorgenvolles bis panisches ‚Selbstgespräch‘ mit dem eigenen Verstand.

Grinberg-Praktiker Alex Reitterer

Damit die Menschen wieder einen besseren Zugang zu ihren eigenen Ressourcen bekommen, müssen sie nur die Verbindung zum Körper wieder verstärken. Das bedeutet, der Verstand muss still werden, weil er die Wahrnehmung oft komplett überdeckt. Dann beginnt es interessant zu werden: „Je mehr man den Körper spürt, desto ruhiger wird es wieder im Verstand.

So bringst du dich wieder vom Kopf in den Körper

In fünf einfachen Video-Anleitungen erklärt dir Alex Reitterer Schritt für Schritt die Vorgehensweise, wie du wieder Zugang zu deinem Körper findest und deine Sorgen ziehen lässt. Bevor du loslegst, mach alle Fenster auf und lüfte ein paar Minuten gut durch. Natürlich sollten alle „Störquellen“, wie Handy, Laptop oder Fernseher, außer Reich- und Hörweite sein.

Am besten trägst du bequeme Sachen, um dich gut bewegen zu können, und für die letzte Übung benötigst du noch Socken. Dann kannst du auch schon starten!

Die Runterkomm-Session in 5 Schritten

Schultern lockern

Die erste Übung aktiviert den ganzen Körper und bringt ihn zu Beginn richtig auf Betriebstemperatur. Auf diese Weise zirkuliert das Blut mehr, das Herz pumpt stärker, die Atmung wird intensiver – du bist dadurch wesentlich belebter.

Tapping

Simpel, aber kraftvoll: Tapping lässt dich den ganzen Körper besser spüren, weil das Abklopfen ein klares Signal ist, das die Nerven im ganzen Körper aktiviert – auf einmal spürt man sich wieder von oben bis unten.

Und genau das soll es erreichen. Denn unruhig und gestresst ist man nur, wenn man sich nicht mehr spürt.

Atmen und Tönen

Die erste Atemübung ist dafür da, dass du den Hals innen locker machst und den Nacken besser loslassen kannst. Auch deswegen, weil an dieser Stelle viele Menschen den Kontakt zum unteren restlichen Körper reduzieren. Sie spannen alles an, wenn die Stelle eng ist.

Die zweite Atemübung bringt die Wahrnehmung in den Brustkorb und hat gleichzeitig den Effekt, dass
sie dich ruhig macht und deinen Stress-Level schnell reduziert. Und: Sie erhöht automatisch deine Körperaufmerksamkeit. Je mehr du atmest, desto mehr spürst du. Je mehr du spürst, desto bewusster kannst du entscheiden, wie du mit dir umgehen magst.

Über die Knie schütteln

Jetzt kommt ordentlich Bewegung rein: Schüttle dich durch – und zwar den ganzen Körper. Lass die Schultern tanzen, lass alles locker – die Bewegungen gehen nur von den Knien aus. Dabei voll atmen.

Auf der Ferse drehen

Die letzte Übung bringt die Power von den Beinen und der Hüfte nach oben. Du merkst den Effekt sofort, wenn du nach der ersten Bewegung der Ferse genau nachspürst, wie sich der Unterschied zur anderen Ferse anfühlt. Die Verbindung zum Boden wird stärker, du fühlst dich getragen und das beruhigt automatisch. 

Und jetzt?

Du gehst in diesen fünf Übungen den Körper von oben nach unten durch und willst damit erreichen, dass du dich wohler fühlst, locker lässt, dich entspannst. Der Körper macht damit, was für ihn gerade am wichtigsten ist. Es kann sein, dass du nun spürst, dass du müde bist und rasten solltest – oder dass plötzlich ganz viel Energie da ist. Das macht jeder Körper auf seine Art. Er ist dir sicher dankbar dafür, dass du ihn bewusst wahrnimmst und ihm die Chance gibst, deinem Kopf zu helfen, mal so richtig zur Ruhe zu kommen.

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