Ziele sind W├╝nsche, die genug vom Tr├Ąumen haben

F├╝r Melanie Pignitter ist es wichtig, ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Denn nur so k├Ânnen wir uns dazu motivieren, Ver├Ąnderungen umzusetzen.
Ziele Illustration
  • Ziele sind anstrengend!
  • Ziele erreichen bedeutet Verzicht.
  • Ziele machen einen nur kurzfristig gl├╝cklich.
  • Ziele bedeuten Stress.

Vorurteile oder die Wahrheit? Beides! Es kommt auf die Art der Ziele an, die wir uns setzen, und auch darauf, wie wir damit umgehen. Lange Zeit setzte ich mir in meinem Leben blo├č deshalb Ziele, um erfolgreicher und anerkannter zu werden. Heute ist das anders. Ich habe entdeckt, wie man sich Ziele setzt, die Freude machen und statt Stress Wohlbefinden ausl├Âsen.

Ziele d├╝rfen leicht sein!

Pr├Ągend daf├╝r war ein Satz, den mir ein kluger Mann vor einiger Zeit sagte:

Alles, was leicht geht ÔÇô geht. Alles, was nicht leicht geht ÔÇô geht nicht.

Zum einen bedeutet das, dass wir Ziele jederzeit adaptieren k├Ânnen, wenn wir bemerken, dass sie uns Unbehagen bereiten. Es handelt sich dabei nicht um das h├Ąufig verachtete Aufgeben, sondern vielmehr um die Bereitschaft, seine Ziele der eigenen Entwicklung und den eigenen Bed├╝rfnissen anzupassen.

Unsere Gef├╝hle sind ├╝brigens ein wichtiger Indikator daf├╝r, ob Ziele gut und richtig f├╝r uns sind.

Selbstbewusstes Girl
Bild: Wesley Tingey/Unsplash

F├╝hlen wir uns motiviert, stark und energiegeladen, haben wir vermutlich schon das passende Ziel gefunden. Empfinden wir aber ├ťberforderung, Frustration oder Langeweile, ist es wohl an der Zeit, unser Ziel zu erneuern.

Brauchen wir ├╝berhaupt Ziele?

F├╝hlt sich das eigene Leben auch ohne Ziele erf├╝llt an, kann man das Thema getrost beiseitelegen. Ich pers├Ânlich bevorzuge es, Ziele zu haben. Nicht zuletzt deshalb, weil Ziele dazu dienen, Probleme zu l├Âsen. Und die haben wir wohl alle. Was ich damit meine?

Ich pers├Ânlich bevorzuge es, Ziele zu haben.

Die meisten Menschen wissen nur allzu gut, was sie nicht mehr wollen. Sie wollen zum Beispiel kein ├ťbergewicht mehr haben; sie wollen keinen Job mehr, der sie an├Âdet; sie wollen nicht mehr st├Ąndig m├╝de sein; sie m├Âchten sich nicht mehr so schlecht und unbeachtet f├╝hlen ÔÇŽ

Der erste Schritt zur L├Âsung eines Problems ist ein Ziel!

Wenn man, bezogen auf ein vorhandenes Problem, die Frage stellt: ÔÇ×Was willst du stattdessen?ÔÇť, dann erh├Ąlt man als Antwort fast immer ein Ziel, das es zu verfolgen gilt. Zum Beispiel: statt ├ťbergewicht Idealgewicht, statt M├╝digkeit Vitalit├Ąt, statt unangenehmen Gef├╝hlen und Selbstzweifel ein starkes Selbstwertgef├╝hl. Anstatt des unbefriedigenden Zustandes formuliert man den Wunschzustand.

Etappenziele einplanen

Ziele sind dazu da, um W├╝nsche zu erf├╝llen. Die gute Fee, die unsere W├╝nsche ohne unser Zutun erf├╝llt, ist leider meist ziemlich ausgebucht. Und so bleibt uns nur eines: W├╝nsche in Ziele zu verwandeln, indem wir uns dazu entscheiden, etwas zu tun, um unserem Wunsch n├Ąher zu kommen.

Ziele sind dazu da, um W├╝nsche zu erf├╝llen.

Ein konkretes Beispiel daf├╝r: Ich w├╝nsche mir bereits seit meinem zw├Âlften Lebensjahr, Autorin zu werden. Solange ich mich aber nicht dazu entschieden hatte, daraus ein Ziel zu machen, schwirrte dieser Wunsch orientierungslos in meinem Kopf herum. Als ich mich dazu entschied, mir selbst nun endlich diesen Wunsch zu erf├╝llen, entwickelte sich dadurch ein Plan. Mein zweites Buch entstand erst k├╝rzlich durch einen Sechzehn-Wochen-Plan mit jeder Menge Zwischenzielen und nat├╝rlich auch Belohnungen.

Ziele geben uns Orientierung

Mein Ziel, Autorin zu werden, bewegte meine Leben in eine bestimmte Richtung. Ich hatte pl├Âtzlich eine klare Vorstellung von meinem Weg. Wieso das so wichtig ist, verstand ich erstmals, als ich die Geschichte von Miss Chadwick las:

Es war der 4. Juli 1952, als die 34-j├Ąhrige Miss Chadwick ins Wasser sprang. Ihr Ziel: Sie wollte als erste Frau von der Insel Catalina an die kalifornische K├╝ste schwimmen. Das Wasser war eiskalt, und der Nebel war so dicht, dass sie die Begleitboote kaum sah. Miss Chadwick schwamm los. Sie harrte 15 Stunden im eiskalten Wasser aus, w├Ąhrend ihre Begleiter einige Haie mit Gewehren vertrieben. Aber dann gab sie pl├Âtzlich eine halbe Meile vor der K├╝ste auf. Als die Reporter sp├Ąter fragten, warum sie so kurz vor dem Ziel kapituliert hatte, antwortete sie: ÔÇ×Es war der Nebel. Wenn ich das Land h├Ątte sehen k├Ânnen, h├Ątte ich es geschafft.ÔÇť

Mein Fazit daraus: Wenn wir unser Ziel kennen, es gar vor dem inneren Auge sehen, schaffen wir viel mehr, als wir glauben. Ohne Ziel f├╝hlen wir uns oftmals antriebs- und orientierungslos.

Wenn wir unser Ziel kennen, schaffen wir viel mehr, als wir glauben.

├ťbrigens: Beim zweiten Versuch erreichte Miss Chadwick ihr Ziel. Es war ein klarer, sonniger Tag, an dem sie die kalifornische K├╝ste bereits von der Ferne ausmachen konnte.

Und pl├Âtzlich bin ich achtzig!

Wenn es nicht gerade ein gro├čes Problem gibt und auch kein Herzenswunsch danach dr├Ąngt, erf├╝llt zu werden, ist es manchmal schwer, ein Ziel zu finden, das so richtig motiviert. Ich greife dann gerne auf eine Methode aus dem Mentaltraining zur├╝ck: Mein achtzigster Geburtstag. Und so funktioniert sie:

Ich stelle mich vor, dass morgen mein achtzigster Geburtstag ist. Es wird eine gro├če Feier geben und meine beste Freundin wird eine Rede halten. Diese handelt von meinem Leben: davon, was ich alles erreicht, erlebt, genossen und erschaffen habe. Sie erz├Ąhlt also von all den Erfolgen in meinem Leben. Beruflich, privat, pers├Ânlich ÔÇŽ

Mit dieser Vorstellung greife ich zu Stift und Papier und schreibe alles auf, was ich bis zu meinem Achtziger erreicht haben m├Âchte. Sehr schnell erkenne ich anhand dieser Rede dann, welche wichtigen Ziele es in meinem Leben noch gibt.

Viel Freude beim Ausprobieren!