Wie du vegane Kosmetik erkennst

Veganer wollen ein Leben ohne Tierleid und daher auch keine tierischen Inhaltsstoffe in ihrer Kosmetik. So lässt sich herausfinden, ob Creme, Lidschatten & Co wirklich vegan sind.

Vegan zu leben, fängt bei der Ernährung an und hört auch bei der Kosmetik nicht auf. Doch was gilt Kosmetik als vegan? Die Tierschutzorganisation definiert sie so: „Als vegan gekennzeichnete Kosmetik enthält keine Inhaltsstoffe, die von oder aus Tieren produziert werden. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass vegane Kosmetikprodukte gänzlich ohne Tierversuche hergestellt werden.“ Tierversuche für Kosmetika sind in der EU zwar verboten, doch es gibt nach wie vor Schlupflöcher. Eine Liste von Kosmetikfirmen, die weltweit keine Tierversuche für die Herstellung ihrer Produkte durchführen bzw. in Auftrag geben, gibt es unter kosmetik-ohne-tierversuche.de.

Die Liste der tierischen Inhaltsstoffe in veganer Kosmetik ist lang und reicht von Keratin (stammt aus Federn, Hörnern oder Hufen) über Rindertalg und Bienenwachs bis hin zu Karmin, das man aus Schildläusen gewinnt. Und Lanolin, auch Wollwachs oder Wollfett genannt? Ist zwar ein Naturprodukt aus dem Fell von Schafen, doch bei der Schur können den Tieren schlimme Schnittwunden zugefügt werden. Vegan lebende Menschen verzichten daher auf Lanolin.

Und woran lässt sich vegane Kosmetik erkennen? Sich die Zutatenliste von Hautcreme, Lidschatten & Co anzuschauen, ist ein Weg. Allerdings: Nicht immer sind die Inhaltsstoffe eindeutig zuzuordnen, und so verbergen sich hinter der Internationalen Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe (INCI) tierische Stoffe hinter Namen wie etwa Kollagen und Cholesterol. Das sind häufige Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten, die nicht vegan sind:

  • Civet
  • Guanin
  • Harnstoff (Carbamid)
  • Keratin
  • Karmin (andere Bezeichnungen: Cochineal, Crimson Lake, Natural Red 4, CI 75470 & E 120)
  • Lanolin (Wollwachs)
  • Lecithine
  • Mehr nicht-vegane Inhaltsstoffe findest du hier.

Eine gute Orientierung beim Kauf bieten vegane Labels. Die Veganblume der britischen Vegan Society ist ein internationales Gütesiegel, das tierversuchsfreie Produkte ohne tierische Inhalts- und Hilfsstoffe kennzeichnet. Wichtig: Das Siegel kennzeichnet immer nur einzelne Produkte – es kann also sein, dass von ein- und demselben Label manche Kosmetik vegan ist, andere hingegen nicht. Ein anderes wichtiges Gütesiegel ist das V-Label, das sowohl an vegetarische als auch vegane Produkte, hauptsächlich aus der Lebensmittelbranche vergeben wird. Bei Kosmetika ist es noch nicht sehr weit verbreitet. Wichtig: Es muss unter dem Label auch das Wort „vegan“ stehen, da es eben auch vegetarische Produkte kennzeichnet.

Naturkosmetik ist übrigens nicht zwangsläufig vegan. Zwar greift man bei ihr weitestgehend aus Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs zurück (die für Allergiker unter Umständen hochpotente Allergene enthalten können). Doch diese Substanzen können auch tierischer Herkunft sein. Weil man bei veganen Produkten als Ersatz auch auf synthetische Stoffe zurückgreift, ist vegane Kosmetik nicht zwingend Naturkosmetik. Auch hier helfen Gütesiegel als Orientierung.

Tipp:Mit einer App wie Codecheck kannst du herausfinden, ob deine Kosmetik vegan ist oder nicht.

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