Kinder im Internet: Guide für Eltern

Dein Kind möchte unbedingt ein Smartphone oder einen PC mit Web-Zugang? Medienkompetenz ermöglicht Kindern einen sicheren Umgang mit dem Internet.

Kinder sind heutzutage einfach Digital Natives. Daran führt kein Weg vorbei, und es ist auch nicht schlimm. Wichtig ist allerdings, dass sich die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern zusammensetzen, bevor diese das Internet erkunden, ob am Tablet oder Smartphone.

Übrigens: Der jüngste „Jugend-Internet-Monitor“ von 2022, einer Initiative von Saferinternet.at, hat sich mit der Nutzung von Kindern und Jugendlichen in den Sozialen Medien befasst. WhatsApp und YouTube gehören mit 96 bzw. 95 Prozent Nutzung der Befragten zu den beliebtesten Netzwerken – YouTube gilt für die jungen Websurfer sogar als die Suchmaschine schlechthin. Hier findest du die Infografik aus der Umfrage. Umso wichtiger, dass sich auch Eltern mit Snapchat, Instagram, Tiktok & Co auskennen.

Wie Kinder sicher im Internet surfen

So lernen Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Web:

1. Gemeinsamer Start im www-Dschungel

Bereits Vorschulkinder sind neugierig auf die Welt im Netz. Anders als ihre Eltern wächst die heutige Generation mit Smartphone und Internet auf. Es spricht auch nichts dagegen, dass die Kleinen schon erste Erfahrungen mit dem Internet sammeln. Am besten tun sie das gemeinsam mit den Eltern. Tipps für geeignete Webseiten für ihre Sprösslinge finden Eltern zum Beispiel unter internet-abc.de oder klick-tipps.net. Es gibt sogar Google bzw. Ecosia für Kinder im Netz: Suchmaschinen wie FragFinn und Blinde Kuh wurden für Kinder konzipiert und spucken nur kindgerechte Inhalte aus. Möchten Eltern gewährleisten, dass ihre Kinder im Internet sicher surfen, bietet es sich an, eine Kindersuchmaschine als Startseite einzurichten.

2. Medienkompetenz: Kinder fit fürs Web machen

Damit das Internet für Kinder ein möglichst sicherer Ort sein kann, müssen Eltern die Gefahren kennen und mit ihren Kindern darüber – altersgemäß – reden: Cybermobbing, pornografische Inhalte und Datenschutz. Möchtest du, dass dein Kind zu dir kommt, wenn es auf problematische Inhalte stößt, gilt zudem: Agiere und reagiere unterstützend und verständnisvoll. Bedenke: Dein Kind trifft keine Schuld und es wird sich dir eher anvertrauen, wenn du ihm wohlwollend gegenübertrittst.

Auch den richtigen Umgangston im Internet lernen Kinder bestenfalls von ihren Eltern – es geht also auch um deine Medienkompetenz: Erkläre deinem Kind, dass es im Internet leider viele Menschen gibt, die beleidigende Dinge schreiben. Und dass das nicht in Ordnung ist, weil es Menschen im echten Leben verletzt. So lernt dein Kind, dass Cybermobbing nicht okay ist und dass es jederzeit zu dir kommen kann, wenn es damit in Berührung kommt.

Unterstützung bei der Medienkompetenz von Eltern und ihren Eltern geben Webinare und Kurse, zum Beispiel von digiffamiliy.de oder auch Kurse von Jugendeinrichtungen wie etwa akzente Salzburg. Sehr informativ sind zudem Websites wie Safterinternet.at oder schau-hin.info, auch über beliebte Online-Games in peer groups oder Social Media-Trends informieren und wie Eltern und Kind mit diesen sicher umgehen können.

3. Sicherheit geht vor

Um Kinder im Internet zu schützen, richten Eltern am Computer ein gesondertes Benutzerkonto für die Kids ein. Dieses kann über das Betriebssystem des PCs installiert und je nach Alter des Kindes mit bestimmten eingeschränkten Rechten versehen werden. Um ungeeignete Websites zu filtern, damit Kinder auf diese nicht zugreifen können, bietet sich die Einrichtung kostenloser Programme wie JusProg an.

Wahrscheinlich aber sind deine Kinder eher am Smartphone unterwegs. Auch dort lassen sich sich natürlich Jugendschutz-Apps installieren, die die Nutzung kindersicher machen. Zudem können auf einem Smartphone, ähnlich wie am PC, Sicherheitseinstellungen für Kinder vorgenommen werden. Wichtig: Die bei Kindern besonders beliebten Social-Tools bitte nicht vergessen – bei Saferinternet.at gibt es für TikTok, YouTube, Snapchat & Co Leitfäden mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, was ihr am Handy bei den Kindern einstellen solltet. Am besten gemeinsam, damit Kinder verstehen, warum Sicherheit im Web vorgeht.

4. Regeln vereinbaren und Surfzeiten festlegen

Medienkompetenz heißt auch: sich an Regeln halten. Gemeinsame Abmachungen helfen dabei, Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Netz näherzubringen. Dazu kann gehören, dass Kinder keine Inhalte aus dem Internet downloaden dürfen, ohne dies vorher mit den Eltern abzusprechen. Oder auch, dass Kinder es ihren Eltern sofort sagen, wenn sie auf Gewalt- oder Sexseiten stoßen. Gute Tipps zu geeigneten Regeln finden Eltern zum Beispiel unter netz-regeln.de.

Auch solltet ihr feste Zeiten für die Internetnutzung festlegen, damit Hobbys, Freunde und Familie im realen Leben nicht zu kurz kommen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt: Kinder unter drei Jahren sollten gar nicht vor dem Bildschirm sitzen, Kinder zwischen drei und sechs Jahren höchstens 30 Minuten täglich, Kinder bis zehn Jahre höchstens 60 Minuten täglich. Hilfreich ist ein kostenloser Mediennutzungsvertrag, in dem Eltern und Kindern gemeinsam und individuell die Regeln für Surfen, Zocken und TV-Nutzung festlegen.

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