Wie du dein Kind beim Durchschlafen unterstützt

Dein Kind schläft nicht durch? Das kannst du tun, um ihm das Ein- und Durschlafen zu erleichtern:

Wenn der Nachwuchs nachts aufwacht, heißt es für übermüdete Eltern: Nachtschicht. Verständlich, dass Mama und Papa die Nacht herbeisehnen, wenn ihr Kind endlich Anzeichen vom Durchschlafen zeigt.

Allerdings: Ein fixes Durchschlaf-Alter gibt es nicht. Selbst wenn dein Kind mit acht oder neun Jahren nachts noch regelmäßig aufwacht, ist das völlig normal: Von 11.500 Schulkindern schläft nur rund die Hälfte durch. Das fanden die Klinik für Jugendpsychiatrie der Universität Köln und Schlafforscher Dr. Alfred Wiater in einer Studie heraus.

Warum schläft mein Kind nicht durch?

Warum Kinder nicht durchschlafen? Das kann mehrere Gründe haben. Zum einen steckt in uns allen noch viel Evolution – und früher waren Babys und kleine Kinder der Nacht und ihren Gefahren schutzlos ausgeliefert. Etwa, wenn die Feuerstelle nicht genug wärmte oder ein Wolf sich unbemerkt ins Schlaflager einschlich. Auch heute noch wachen Kinder deshalb noch auf, um sich zu vergewissern „Alles gut, ich bin in Sicherheit“. Dann schlafen sie im besten Fall wieder ein.

Doch für das Einschlafen braucht das Kind mitunter seine Eltern, die ihm vermitteln, dass alles gut ist. Gerade nach Albträumen ist das so, aber auch einschneidende Veränderungen wie die Eingewöhnung im Kindergarten, Stress oder neue Entwicklungsschritte können so aufregend sein, dass das Ein- und Durchschlafen (wieder) schwerfällt.

Wie kann ich einen erholsamen Schlaf fördern?

Kind schläft nicht durch: Rituale helfen

Feste Essens- und Schlafenszeiten sind nicht nur bei ganz kleinen Erdenbürgern angesagt. Auch ältere Kinder möchten Struktur in ihrem Tagesablauf. Versuche darum, im Tagesablauf deines Kindes feste Essens- und Schlafenszeiten einzuplanen und gleichbleibende Ins-Bett-geh-Rituale einzuführen. Kuscheln, Vorlesen und andere entspannende Wohlfühlroutinen fördern den Schlaf deines Kindes.

Verständnis zeigen

Egal ob Eingewöhnung, Schulstart oder Umzug: Was dein Kind nun braucht, wenn es nachts aufwacht, ist Verständnis und Zuwendung. Nur wenn es sich sicher und geborgen fühlt, kann es auch erholsamen Schlaf finden. Und keine Sorge: Du wirst nicht zum Zombie mutieren. Meist erledigen sich Schlafangelegenheiten im Kindesalter von alleine wieder.

Ruhe bewahren und durchhalten

In den ersten zwölf Lebensmonaten muss ein Baby seinen Schlaf-Wach-Rhythmus erst entwickeln. Nächtliches Aufwachen gehört dazu: Das Baby hat Hunger. Das entspricht dem Wachstum in diesem Alter. Auch während seiner weiteren Entwicklung verändert sich der kindliche Schlaf immer wieder. In bestimmten Alters- und Entwicklungsphasen kann das Kind plötzlich wieder nachts aufwachen, auch wenn es bereits durchgeschlafen hat. Meist handelt es sich dabei um vorübergehende nächtliche Störungen. Das Wichtigste also: Ruhe bewahren und durchhalten!

Müde, satt, warm und angstfrei

Gerade Säuglinge brauchen die Einschlafbegleitung eines vertrauten Menschen, doch auch kleine Kinder wollen noch Mama oder Papa an ihrer Seite, um angstfrei in die Nacht zu kommen. Apropos angstfrei: Ein Kind muss sich „geschützt und geborgen fühlen“, schreibt Kinderarzt Herbert Renz-Polster in seinem Blog. Und es müsse müde, satt und warm sein – erst wenn das alles erfüllt sei, trete Entspannung ein. Und Entspannung ist laut dem Experten die erste Bedingung dafür, dass Kinder (nicht Babys!) schlafen. Was auch viele nicht wissen: Müdigkeit tritt bei Kindern in Wellen auf, und zwar tagsüber etwa in 45-Minuten-Abständen. Wer dieses „Müdigkeitstor“ verpasst, hat plötzlich ein wieder aktives Kind, das jetzt wirklich nicht einschlafen kann (und will).

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