Das Abc des Schlafs

Ein kleiner Überblick zu Ursachen und Wirkungen eines der größten Wunder des Menschen.
von Martina Bachler | 2. Juli 2019

Playlist

Musik kann als Einschlafhilfe durchaus funktionieren. Über drei Millionen Menschen haben die Sleep-Playlist auf dem Streeming-Portal Spotify abonniert. Diese ist 7 Stunden und 31 Minuten lang und nur ein Beispiel dafür, wie viele Dinge es mittlerweile gibt, die Menschen zu einem besseren Schlaf verhelfen sollen. Schlafgerechte Lautsprecher und intelligente Matratzen gibt es mittlerweile ebenso wie eine Unzahl an Apps, die aus unseren Bewegungen ablesen sollen, in welcher Schlafphase wir uns befinden. Der Schlaf ist ein Geschäft geworden. Die Marktforschungsagentur Persistence Market Research rechnet damit, dass der globale Markt für Schlaf-Gadgets bis zum Jahr 2025 von derzeit 21 Milliarden auf ein Volumen von 31 Milliarden US-Dollar anwachsen wird.

Qualität

Wie bei vielen Dingen gilt auch beim Schlafen: Die Qualität ist entscheidend. Während die Quantität zwar wichtig ist, ist sie aber bei weitem nicht ausschlaggebend, wie sich unser Schlaf auf unseren Alltag und unsere Gesundheit auswirkt.

Rhythmus

So wie der Wechsel zwischen Schlafen und Wachen einem Rhythmus folgt, hat auch unser Schlaf seinen eigenen Rhythmus: Beim Einschlafen sind wir weder richtig wach noch richtig schlafend, langsam verlieren wir dabei unser Bewusstsein, beschreibt es der Schlafforscher Hans-Günter Weeß. Darauf folgt das sogenannte Schlafstadium N2, der Leichtschlaf, in dem wir rund die Hälfte unserer Schlafenszeit verbringen. Im ersten Drittel unserer Schlafenszeit dominiert aber die Phase N3, der Tiefschlaf. Hier produziert das Gehirn langsame Delta-Wellen, die hoch ausschlagen. Das Gehirn möchte hier eindeutig nicht gestört werden. In diesem Stadium werden überflüssige Informationen entfernt und die wichtigen dafür gespeichert. Lange hatte man gedacht, dass diese Aufgabe in der REM-Phase erfolgt, aber dafür verantwortlich sei der Tiefschlaf, so der Schlafforscher Jan Born. Währenddessen sind auch die Muskeln entspannt, das Bewusstsein ist komplett abhandengekommen; wir erholen uns, während gleichzeitig Stoffwechsel und Immunsystem, aber auch unser Wachstum auf Hochtouren laufen. Auf den Tiefschlaf folgt die berühmte REM-Phase: Das Gehirn wird hochaktiv, das Auge bewegt sich (REM steht für „Rapid Eye Movement“, also die schnelle Bewegung der Augen), während unser Skelett in dieser Phase wie gelähmt ist. Träumen können wir in allen Momenten des Schlafs, aber in keiner Phase tun wir es so intensiv wie in dieser. Nach wie vor ist nicht restlos geklärt, warum und wie wir träumen. Daran, dass Träumen aber wesentlich für uns ist, besteht kein Zweifel.

Ein Schlafzyklus dauert ungefähr 90 Minuten, dann beginnt er wieder von vorn.

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