Das Abc des Schlafs

Ein kleiner Überblick zu Ursachen und Wirkungen eines der größten Wunder des Menschen.

Japaner

… schlafen anders. Rund um die Welt sind die Schlafgewohnheiten unterschiedlich. Im internationalen Vergleich schläft allerdings niemand so wenig wie die Japaner, die das Wachsein zum Idealzustand erhoben haben: Im Durchschnitt sind es laut der US-amerikanischen National Sleep Foundation nur 6 Stunden und 22 Minuten pro Tag. Über die Hälfte der Bevölkerung bekommt regelmäßig zu wenig Schlaf. Immer wieder trifft man daher in Japan auf Menschen, die einfach zwischendurch einmal wegnicken – in der U-Bahn, an der Universität, sogar im Büro. Inemuri nennen sie diesen Kurzschlaf, der so viel wie „anwesender Schlaf“ bedeutet. Er ist gesellschaftlich akzeptiert.

Kurz-, Lang-, Normalschläfer

Es gibt Menschen, die von Haus aus mit weniger Schlaf auskommen, während andere überdurchschnittlich viel Schlaf brauchen. Laut einer Umfrage der MedUni Wien im Frühling 2018 schlafen Österreicher und Österreicherinnen im Durchschnitt zwischen sieben und acht Stunden pro Tag. Unter der Woche schlafen sie kürzer, am Wochenende dafür etwas länger. Rund 38 Prozent nicken auch tagsüber ein bisschen weg. Der Schlaf ist eine sehr individuelle Angelegenheit, die sich im Verlauf eines Lebens auch ändern kann. Aber es gibt ein paar Tendenzen: Frauen schlafen länger als Männer, Babys länger als alte Menschen. Und grundsätzlich zeigt sich: Wer regelmäßig weniger als sieben Stunden oder länger als zehn Stunden schlägt, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, kürzer zu leben als Normalschläfer.

Lernen

Das Vokabelheft unter den Polster zu legen und morgens mit dem darin gesammelten Wortschatz im Kopf aufzuwachen ist keine ganz schlechte Vorstellung. Dass das weniger utopisch ist, als man vielleicht denkt, lehrt uns die relativ junge Disziplin der Hirnforschung. Schon lange wissen wir, dass sich das, was wir lernen, erst im Schlaf mit schon vorhandenem Wissen verknüpft und somit verfestigt. Jetzt haben Wissenschaftler festgestellt, dass wir uns Dinge deutlich leichter merken, die man uns erzählt, während wir uns in einer REM-Phase unseres Schlafs befinden, und dass sich die Leistungsfähigkeit noch einmal steigern lässt, wenn man das Gehirn währenddessen künstlich – also etwa mittels kleiner elektrischer Impulse – zusätzlich aktiviert. Eine Vielzahl von Forschern warnt jedoch vor diesen Eingriffen in den Schlaf, die sie „Sleephacking“ nennen. Nach wie vor wisse man viel zu wenig über den Schlaf; man könne schwer abschätzen, was es bedeutet, ihn zu manipulieren.

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