Das Abc des Schlafs

Ein kleiner Überblick zu Ursachen und Wirkungen eines der größten Wunder des Menschen.
von Martina Bachler | 2. Juli 2019
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Nichts fühlt sich besser an, als aus einem herrlichen Schlaf ganz ohne Wecker aufzuwachen. Für viele Menschen ist das aber zu einem Ziel geworden, das schwer zu erreichen ist. Die Schlafforschung boomt, während die Unruhe immer größer wird. carpe diem präsentiert eine Orientierungshilfe für Schlafsuchende.

Aristoteles

Es ist fast ein Klischee, aber auch die Geschichte der Schlafforschung fängt mit dem großen Philosophen der griechischen Antike an. Um 350 v. Chr. verfasste er die Schrift „Über Schlafen und Wachen“. Er fragte sich, was wir da eigentlich tun, im wachen wie im schlafenden Zustand. Es dauerte über 2.200 Jahre, bis Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Naturwissenschaft den Schlaf für sich entdeckte. Bis wir wirklich wussten, dass der Schlaf nicht das große Nichts ist, musste aber erst das Elektroenzephalogramm erfunden werden – 1924 war das der Fall. Im Anschluss konnte man die Hirnströme messen und stellte fest: Im Gehirn geht’s auch dann ganz schön zu, wenn wir schlafen. Laut dem Schlafforscher Hans-Günter Weeß verbrauchen wir im Schlaf nahezu genauso viel Energie, wie wenn wir wach sind.

Blaues Licht

Immer mehr Menschen sehen sich vor dem Einschlafen noch Serien an – und zwar im Bett. Die Bildschirme von Smartphones, Tablets oder Laptops enthalten allerdings LEDs, die relativ viel blaues Licht ausstrahlen. Auf den Körper wirkt das wie Tageslicht – dies führt dazu, dass wir das Protein Melanopsin ausschütten. Das aber gibt dem Gehirn das Signal „Aufwachen!“. Genau das Falsche also, wenn man gleich einschlafen will. Ob blaues Licht allerdings wirklich zu Schlafstörungen führt, ist bisher nicht erwiesen.

Circadiane Rhythmik

2017 haben Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young den Nobelpreis für Medizin gewonnen. Sie hatten festgestellt, dass nicht nur Tiere und Pflanzen, sondern auch Menschen einer inneren Uhr folgen und diese sich sogar innerhalb einzelner Zellen an den Tag-Nacht-Rhythmus der Erde anpasst. Der wichtigste dieser Zyklen ist der Schlafzyklus. Er beruht auf Genen, die auf biomolekularem Weg verschiedene Proteine erzeugen, die sich nachts in den Zellen anreichern und am Tag wieder abgebaut werden. Diese Rhythmen regeln, wann wir müde werden und wann wir aufwachen. Übrigens ist das bei jedem Menschen ein bisschen anders. Die eine, ideale Schlafenszeit gibt es nicht; manche sind zudem eher Abendmenschen, manche lieben den frühen Morgen. Warum wir schlafen – diese Frage ist aber auch damit nicht final geklärt.

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