Happy together forever? Was Beziehungen zusammenhält

Geheimrezepte für eine gute Partnerschaft gibt es leider nicht. Dennoch will die Wissenschaft einige Erfolgsfaktoren für langjähriges Glück zu zweit herausgefunden haben.
von Ines Glatz-Deuretzbacher | 30. August 2019
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Bild: Getty Images

In einer Zeit, in der so gut wie jede zweite Ehe wieder in die Brüche geht und Partnerbörsen boomen, suchen immer mehr Menschen nach Methoden, die eine gelungene Partnerschaft ermöglichen sollen. Katharina Hinsch, Psychologin, Psychotherapeutin und klinische Sexologin in Wien, rät: „Auch wenn es altmodisch klingt: Vertrauen Sie wieder mehr auf Ihr Gefühl. Nehmen Sie Abstand davon, sich bei der Partnersuche wie in einem Warenhaus zu bewegen.

Eine Beziehung ist kein Konsumgut – auch wenn es auf den Partnerbörsen oftmals so wirkt.

Katharina Hinsch, Psychologin, Psychotherapeutin und klinische Sexologin in Wien

Wohlfühlen zu zweit

Die Motivation für viele, sich vom Single-Leben zu verabschieden, beschreibt die Psychologin so: „In einer Beziehung sucht man ein Wohlgefühl zu zweit. Man darf man selbst sein, muss keine Rollen spielen, nicht funktionieren, wird für das, was man ist, wertgeschätzt und geliebt.

Woraus sich ergibt, dass eine der wichtigsten Ingredienzen für das Glück zu zweit wohl die Akzeptanz des anderen ist – ohne den Wunsch, am einen oder anderen Persönlichkeits-Schräubchen zu drehen. Der viel strapazierte Begriff Respekt gewinnt hier besondere Bedeutung und sorgt für Harmonie.

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Foto: Brooke Cagle/Unsplash

Wissenschaftler wollen auch herausgefunden haben, dass Übereinstimmung in Sachen Wert- und Lebensvorstellungen, Intelligenz, Interessen, ja sogar Attraktivität die Wahrscheinlichkeit für langjährige Liebe erhöht. Was wohl daran liegt, dass man die Partnerin und den Partner besser versteht, wenn man ähnlich tickt.

Balance zwischen Nähe und Distanz

Ausgeglichenheit scheint ein wesentliches Prinzip zu sein, um ein harmonisches Gemeinsam zu schaffen. Katharina Hinsch dazu:

Ein Paar muss in guter Balance zwischen Autonomie und Bezogenheit sein. Jeder braucht neben dem Gemeinsamen auch sein Ich.

Katharina Hinsch, Psychologin, Psychotherapeutin und klinische Sexologin in Wien

Die Möglichkeit, eigene Freundschaften zu pflegen und seine vom Partner unabhängigen Interessen zu leben.“ Das Yin und Yang in einer Beziehung äußere sich auch dadurch, dass man einander ergänzt, sie in einer Gesamtheit lebt mit einer Mischung aus Ruhe und Aktivität. So entsteht Sicherheit und ein allgemeines Wohlgefühl.

Viel Sex? Das kommt darauf an …

Ob zu einer guten Beziehung viel Sex gehört, ist von den jeweiligen Partnern abhängig. Ausreichend für beide Seiten dürfte hier die Zauberformel sein. Wenn beide Beziehungspartner oft und gerne Sex haben, dann wirkt sich dies äußerst positiv aus.

Wichtig ist, dass die Bedürfnisse befriedigt werden. Genauso verhält es sich mit wenigem bis gar keinem Sex.

Wichtig ist nur, dass man es nicht verabsäumt, schon während der ersten Verliebtheitsphase über sexuelle Erfahrungen aus vergangenen Beziehungen zu sprechen.

Katharina Hinsch, Psychologin, Psychotherapeutin und klinische Sexologin in Wien

Hinsch betont, dass man das Thema jedenfalls ernst nehmen sollte und nicht wartet, bis die ersten Enttäuschungen kommen.

Humor: Beziehungsbruder der Träne

Humor und Fröhlichkeit zeigen immer wieder aufs Neue, wie sehr man zueinander passt. Kann man lachen, findet man dieselben Dinge witzig, belebt das und stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Doch auch die Kehrseite der gemeinsamen Fröhlichkeit ist Teil gelungener Beziehungen: der Streit. Hier werden Standpunkte und Grenzen aufgezeigt. Wichtig: möglichst ohne zu beleidigen oder anzugreifen. Probleme können respektvoll und konstruktiv kommuniziert werden.

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Bild: Christian Buehner/Unsplash

Mit diesen Kernpunkten lässt sich in einer Beziehung schon einiges erreichen – unter dem Motto: „Happy together forever“.

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