Gehirnpflänzchen setzen

Wie man es schafft, seinen Radius zu weiten und sich stetig weiterzuentwickeln.
von Ines Glatz-Deuretzbacher | 1. August 2019
Gehirn
Foto: akindo / getty images

Man könnte es auch Persönlichkeitsentwicklung nennen: das bewusste Umgehen mit seinen Stärken und Schwächen, die stete Entdeckung ungenutzten Potentials, ungenutzter Talente. Doch braucht man das überhaupt? Ja!

Weil uns dieses „Update“ laufend neue Funktionen und Fähigkeiten anbietet, die man für ein erfüllteres Leben nutzen kann.

Autobahnen im Gehirn

Karoline Avender ist Diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin, Mediatorin und Supervisorin in Graz. Sie erklärt uns, wie das Gehirn funktioniert: „Aus der Gehirnforschung weiß man, dass bestimmte Verhaltensmuster im Gehirn wie (Auto-)Bahnen angelegt sind, die nur sehr schwer zu verlassen oder zu verändern sind. Selbst wenn man es schafft, diese Bahnen zu weiten, tendiert man dazu, immer wieder in die alten Spurrillen zu rutschen.“

Daher bedeutet persönliche Weiterentwicklung auch lebenslanges Lernen und Dranbleiben. Man wird niemals wirklich fertig, und das persönliche Wachstum kann auch in unterschiedliche Richtungen gehen. Avender: „Versuchen Sie, achtsam mit sich umzugehen und Stärken und Schwächen zu identifizieren.“ So könne man Schwerpunkte festlegen und Ziele formulieren.

Ein Ziel könnte etwa sein, entspannter, stabiler oder sebstbewusster zu werden, mehr Flexibilität in Krisen oder Stresssituationen zu erreichen oder auch unabhängiger zu werden und ein selbstbestimmteres Leben zu führen.

Individuelle Helferlein finden

Wenn man einmal weiß, woran man arbeiten möchte, kann man sich Helferlein organisieren – je nach Geschmack. So helfen für einen ersten Überblick Themenwebsites, Blogs oder Podcasts. Jede Facette der Persönlichkeitsentwicklung wird bereits irgendwo abgebildet. Lesen kann man aber natürlich auch Ratgeber-Bücher – und dann filtern, was zu einem passt.

„Persönliches Wachstum ist sehr individuell. Freuen Sie sich und loben Sie sich selbst, wenn Sie kleine Fortschritte machen – das polt Ihr Gehirn in Richtung neues Verhalten“, weiß Karoline Avender.

So gilt es, zu experimentieren und herauszufinden, welche Möglichkeiten und Methoden am besten zu einem selbst und dem Ziel, das man erreichen will, passen. Selbstverständlich kann man sich auch in die Hände von Profis begeben, die weiterhelfen und coachen. Ein Tipp der Beraterin Karoline Avender ist auch, Tagebuch zu führen: „Machen Sie sich Notitzen, dokumentieren Sie Fortschritte. Und bleiben Sie vor allem aufgeschlossen!“

Wer den einen oder anderen Tipp beherzigt, wird bald die ersten Früchte von den neuen Gehirnpflänzchen ernten können.

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