Kawina und Kacheata Eath

Männer, bleibt g’schmeidig!

Sie gehen gerne an ihre Grenzen und messen sich beim Sport. Aber Männer profitieren auch von all dem, was Frauen guttut.

Wie versprochen habe ich mir nach meinem letzten Blog über Frauen und Kraftsport nun die Männerwelt vorgenommen. Höher, weiter, besser, mehr – manchmal kommt es mir so vor, als würden sich viele Kerle im Gym vor allem gegenseitig beeindrucken wollen. Sport scheint für sie ein Gradmesser für Leistung zu sein, nicht etwas, um das Wohlbefinden zu steigern oder um flexibel zu bleiben.

Oft ist die fehlende Beweglichkeit der Grund, warum keine Fortschritte im Training erzielt werden.

Nun: Wenn es um Beweglichkeit geht, sind Frauen aufgrund ihrer Genetik klar im Vorteil. Aber Männer würden so sehr davon profitieren, mehr Zeit in ihre Mobilität zu investieren. Oft ist nämlich die fehlende Beweglichkeit der Grund, warum keine Fortschritte im Training erzielt werden.

Die Sache mit den Hormonen

Das Hormon Östrogen ist verantwortlich dafür, dass der weibliche Körper eine geringere Gewebsdichte im Bänder- und Muskelapparat aufweist. Diese hormonell bedingte Gelenkigkeit ermöglicht Frauen, Bewegungen in einem größeren Umfang ausüben zu können. Aber auch Männer können mit regelmäßigen Übungen (wieder) flexibler und gelenkiger werden.

In jungen Jahren sind wir noch recht mobil, vor allem kleine Kinder sind in ihrer Beweglichkeit unübertroffen. Kids sind zum Beispiel wahre Meister in der Ausführung der perfekten Kniebeuge. Sie beherrschen intuitiv die richtige Technik. Und wenn es die Zwerge beim Ski- oder Radfahren ordentlich aufblattelt, kommen sie meistens ohne Verletzung davon. Leider ist zu beobachten, dass die Beweglichkeit bereits ab der Jugend wieder abnimmt. Vor allem wenn wir uns sportlich kaum betätigen und dann über Jahre sitzende Bürotätigkeiten ausführen.

Immer locker bleiben

Beim Training geht es gerade jungen Männern oft um rein optische Ergebnisse. Auf die Mobilität wird gepfiffen – der junge Körper erholt sich ja eh von alleine von den Strapazen. Denkste. Schleichend, aber doch fallen natürliche Bewegungen immer schwerer, wie die erwähnte einfache Kniebeuge oder die Fähigkeit, im Stehen mit den Händen den Boden zu berühren.

Unter Mobilität versteht man aber nicht nur die Beweglichkeit, sondern die Fähigkeit des neuromuskulären Systems, sich in einem Bereich, der ein oder mehrere Gelenke einschließt, zu bewegen und dabei gleichzeitig ein uneingeschränktes schmerzfreies Bewegungsausmaß zu erlauben. Mobilitätstraining verbessert nicht nur die Beweglichkeit deiner Gelenke und Muskeln, sondern auch deine Körperhaltung, steigert das Körperbewusstsein, reduziert Alltagsschmerzen und beugt Verletzungen vor.

Wer rastet, der rostet!

Wer über Jahre auf ein regelmäßiges Mobilitätstraining verzichtet, wird immer mehr verkürzen und ungelenkiger werden. Das macht sich beim Training bemerkbar, wenn wir bestimmte Übungen gar nicht mehr in ihrem vollen Bewegungsausmaß absolvieren können.  

Der Yoga-Hype, der mittlerweile schon einige Jahre anhält, lockt vor allem eine weibliche Klientel in die vielen Studios. Yoga ist tatsächlich ein tolles Mittel, um beweglich zu bleiben – also, Ladys, dranbleiben und weitermachen. Und, liebe Männer: Traut euch doch auch mal in die Yoga-Studios. Niemand beißt dort.

Und wem das, warum auch immer, zu „spirituell angehaucht“ – und ich kenne dazu wirklich jede Ausrede – ist: Einige Gyms bieten mittlerweile Mobility- oder Faszientrainings an. Also ihr seht, es muss nicht immer Yoga sein, um beweglich zu bleiben. Ich als Frau kann nur sagen: Was nutzt der schönste muskulöse Männerbody, wenn er umfällt wie ein nasser Sack, sobald man ihn anstupst …

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