Margit Fensl

Gegen die Hitze ist ein Kraut gewachsen

Die richtigen Kräuter werden im Sommer zum Superfood, helfen uns beim Entgiften, machen Gegrilltes bekömmlicher und kühlen den Körper von innen.
Sommer Kräuter
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Koriander – Heilmittel zum Entgiften

Auch wenn er nicht jedermanns Sache ist: Das grüne Korianderkraut und seine Samen verleihen den Speisen einen unverkennbaren Geschmack. Der hohe Gehalt an Phytonährstoffen und ätherischen Ölen soll der Grund für dessen gesundheitsfördernde Wirkung sein: Die Inhaltsstoffe nehmen es mit den hartnäckigsten Krankheitserregern auf und fördern die Ausleitung von Giftstoffen. Auch bei Verdauungsbeschwerden kann Koriander Linderung verschaffen. Würzt eure Speisen mit reichlich frischen Korianderblättern und gemahlenen Koriandersamen oder mixt die frischen Blätter zusammen mit Früchten zu einem Smoothie.

Rosmarin – der Zaubertrick beim BBQ

Gegrilltes liefert wahre Gaumengenüsse, allerdings können beim Grillen gesundheitsschädliche Stoffe entstehen. Doch dagegen gibt es einen Zubereitungstrick: Man würze das Fleisch vor dem Grillen mit reichlich Bio-Rosmarin. Der besitzt einen hohen Gehalt an bestimmten Antioxidantien, die das Gegrillte bekömmlicher machen. Wissenschaftlich bestätigt! In einer Versuchsanordnung briet ein Forscherteam Grillgut. Es zeigte sich, dass die Konzentration an schädlichen Stoffen, wie heterozyklische aromatische Amine (HAA), um 44 Prozent vermindert wurde, wenn man es vor dem Braten in einer Rosmarin-Marinade mit 7 g getrocknetem Rosmarin pro 100 g Marinade schwenkte.  

Giersch – das heimliche Superfood

Wer gerne gärtnert, ärgert sich oft über ihn: Der Giersch gilt als hartnäckigstes Unkraut im Garten, denn ihn wird man schwer wieder los. Dabei darf man sich freuen, ihn abschneiden und essen, ist er doch ein super Vitamin-C-Lieferant. Das „Unkraut“ enthält mit 140 mg Vitamin C pro 100 g fast 3-mal so viel wie Zitronen (51 mg) und weit mehr als Brokkoli (94 mg). Er bringt ätherische Öle, Magnesium, Kalzium, Kalium und Eisen auf den Tisch. Giersch wurde schon in der Volksheilkunde sehr geschätzt, um Gicht und Rheuma zu behandeln. Heutzutage wird er bei Übersäuerung, zur Blutreinigung eingesetzt, ist verdauungsanregend und entzündungshemmend. Die jungen Gierschblätter schmecken Petersilie ähnlich, passen in Suppen, Aufstriche, Saucen, Salate, Strudel und Petersilienkartoffeln.  Ein erfrischender Vitamin-Tee: 2 EL frisch zerkleinerte Gierschblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Ab jetzt jubeln alle mit grünem Daumen über den guten Giersch.

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Foto: Mae Mu / Unsplash

Pfefferminztee: Kühlend und köstlich

In der Traditionellen Chinesischen Medizin teilt man Lebensmittel in kalte, kühlende, neutrale, warme und heiße Lebensmittel ein, man spricht von der „thermischen Wirkung“. Isst man viel Chili, Knoblauch und Pfeffer, treibt es einem Schweiß auf die Stirn, sie zählen zu den heißen Nahrungsmitteln. Teekräuter wie Brennnessel, Melisse, grüner Tee und Pfefferminze kühlen hingegen den Körper von innen. Pfefferminztee bringt euch also längere Erfrischung als Limo mit Eiswürfeln.

Aja, eines noch: Am besten verwendet ihr Kräuter aus biologischer Landwirtschaft, denn da wachsen sie ohne chemisch-synthetische Spritz- und Düngemittel heran, das hat Vorteile für die Umwelt und für die Gesundheit.

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