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Wer richtig sitzen will, muss immer wieder aufstehen

Richtig sitzen, ist alles andere als starr in einer Position zu verharren. Die Lösung heißt: dynamisch sitzen. Wir haben nachgefragt, wie das genau funktioniert.
Wer richtig sitzen will, muss immer wieder aufstehen
Bild: Philipp Schönauer

Sobald du aufstehst, fährt dein Stoffwechsel hoch. Die großen Muskelgruppen, vor allem die in den Beinen (5), werden beansprucht. Das aktiviert die (im Sitzen inaktive) Wadenmuskelpumpe, die den Blutfluss unterstützt (6) und uns so unter anderem vor Thrombosen schützt. Der Körper steigert seinen Energieverbrauch, was wiederum dem Fettstoffwechsel (2) und der Verdauung zugutekommt. Der im Sitzen eingeengte Darm (3) entspannt sich. Das Gehirn (1) wird stärker durchblutet, Konzentrations-, Lern- und Leistungsfähigkeit verbessern sich. Außerdem wird beim Aufstehen auch die Wirbelsäule (4) aktiviert, was Rückenbeschwerden, Verspannungen im Nackenbereich so- wie Bandscheibenvorfällen vorbeugen kann.

80.000 Stunden: Das ist die Zeit, die wir im Laufe unseres Arbeitslebens „aussitzen“ – jedenfalls, wenn wir einer sitzenden Tätigkeit (etwa im Büro) nachgehen

639 Muskeln: So viele Muskeln hat der Mensch. Ohne Bewegung findet in den Muskelzellen kein Stoffwechsel statt.

40 Kilometer zu Fuß: So viel sind wir in der Steinzeit pro Tag im Schnitt gelaufen. Heute sind es nur noch 1.200 Meter.

Wer öfter aufsteht, bleibt nicht sitzen

  • Hast du dir heute schon ein Glas Wasser geholt?
  • Telefonieren funktioniert im Stehen auch sehr gut!
  • E-Mail für dich? Antworte dem Kollegen persönlich…
  • Hat eigentlich schon jemand nach der Post geschaut?
  • Hol dir doch noch ein Glas Wasser, um …
  • … möglichst bald auf die Toilette GEHEN zu müssen.
  • Auch die Büropflanzen sind durstig. Bitte gießen!
  • Irgendeiner muss die Ausdrucke ja einsammeln.
  • Positioniere deinen Mistkübel im Büro lieber außer Reichweite.

Dynamisch sitzen – wie genau geht das?

Dynamisch sitzen heißt bewegt sitzen. Wechsle Position, Haltung und Stellung deines Körpers, sooft es geht. So funktioniert’s: Mit der Rückenlehne des Bürostuhls zwischen vorderer, aufrechter und hinterer Position variieren, die Sitzfläche hin und her drehen, das Körpergewicht verlagern, mit den Hüften kreisen, die Schultern nach oben ziehen und über hinten abrollen, bei der Nutzung mehrerer Monitore beim Bildschirmwechsel den Körper (nicht nur den Kopf) zum Monitor drehen.

Die ergonomische Faustregel 40–15–5

40 Minuten sitzen: Ohne geht’s nicht, aber: wenn schon sitzen, dann bitte dynamisch!

15 Minuten stehen: Konzentration und Leistungsfähigkeit steigen im Stehen um bis zu 20 Prozent.

5 Minuten bewegen: Es gibt immer was zu tun! Wenn nicht, vertritt dir einfach nur die Beine.

Nachgefragt bei: MAG. WOLFGANG BAIERL, Sportwissenschaftler
und UNIQA VitalCoach

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