Margit Fensl

Stoffwechsel: Was ist dran an Metabolic Typing?

Was den einen nährt, macht den anderen schlapp: Ernährung nach Stoffwechsel-Typ kann helfen.

Warum tut dem einen eine bestimmte Nahrung gut, lässt den anderen aber zunehmen und einen dritten sogar krank werden? Gibt es eine einheitliche Ernährungsweise oder benötigt jeder eine individuelle Ernährung? Verantwortlich für die unterschiedliche Verdauung und Energiegewinnung von Lebensmitteln ist unser Stoffwechsel – wer sich nach seinem Stoffwechsel-Typ ernährt, lebt gesünder und glücklicher. Denn:

Unser Stoffwechsel ist so individuell wie unser Fingerabdruck.

Haarfarbe, Größe, die Form der Arme oder der Umfang der Organe – jeder Mensch ist anders. Dementsprechend unterschiedlich sind unsere Nährstoffbedürfnisse. Was wir essen und trinken hat Einfluss auf unsere körperliche Gesundheit, auf unseren geistigen Zustand und unsere Emotionen.

Entwicklung von Metabolic Typing

Die individuellen Stoffwechsel-Typen wurde von namhaften Forschern und Wissenschaftlern in den USA entwickelt. Dr. William L. Wolcott begründete Mitte der 1980er-Jahre „Metabolic Typing“, er erkannte den Zusammenhang zwischen den individuellen Ernährungsbedürfnissen und den genetischen Erbanlagen. Jedes Evolutionsstadium der Entwicklungsgeschichte des Menschen bildete, abhängig von Klima und Vegetation, unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten aus. Daraus leiten sich 3 Stoffwechsel-Typen ab.

Die 3 Stoffwechsel-Typen

Der Eiweiß-Typ:
Ursprünglich war dieser Typ in der nördlichen, kalten Klimazone heimisch, hier ist das Nahrungsangebot arm an Kohlenhydraten, hingegen reich an fett- und eiweißreicher Kost. Eine vegetarische und kohlenhydratreiche Mahlzeit verbrennt der Eiweiß-Typ wegen der starken Insulinreaktion zu schnell, Heißhunger und Müdigkeit sind das Ergebnis. Eine deftige Kost mit fettem Fleisch, Fisch, Innereinen, Eiern, Pilzen, viel Fett und Gemüse tut ihm gut.  

Der Kohlenhydrat-Typ:
Dieser Typ stammt evolutionsgeschichtlich gesehen aus den warmen bis tropischen Klimazonen, wo Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte gut gedeihen. Der Kohlenhydrat-Typ kommt hervorragend mit einer kohlenhydratreichen oder vegetarischen Pflanzenkost aus. Er verdaut die Mahlzeiten mit einer geringen Insulinreaktion, wodurch sein Stoffwechsel im Gleichgewicht bleibt. Fette Speisen und rotes Fleisch machen ihn müde und träge und lassen ihn an Gewicht zunehmen.

Der ausgewogene Typ:
Dieser Typ entwickelte sich in den gemäßigten, milden Klimazonen mit dem reichsten Nahrungsangebot. Je nach Lage konnten die Menschen zwischen Fleisch und Fisch wählen, Gemüse und Obst waren reichlich vorhanden. So ist der Misch-Typ an eine ausgewogene Ernährung angepasst, ähnlich einer mediterranen Kost, die zu gemischten Teilen aus allen Nährstoffquellen besteht. Seine Stoffwechselprobleme entstehen durch eine einseitige Ernährung.

Zu welchem Typ tendierst du?

Nicht immer tut uns das gut, was uns besonders schmeckt oder als sehr gesund gilt. Achte auf dein Befinden nach jeder Mahlzeit und verändere die Zusammensetzung, bis du dich lange – also mindestens drei Stunden – satt und zufrieden fühlst.

Buchtipps

  • P. A. Straubinger, Margit Fensl, Nathalie Karré: Der Jungbrunnen-Effekt. Wie 16 Stunden Fasten Ihr Leben verändert. Kneipp Verlag, 2019
  • Karin Stalzer, Christina Schnitzler: Was den einen nährt, macht den anderen krank. Verlag Windpferd, 2013
  • Ursula Wetter: Gesund abnehmen nach dem Stoffwechseltyp. AT Verlag, 2012
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