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Ines Glatz-Deuretzbacher

2 Mütter verraten, was sie vom Muttertag halten

Von Dankbarkeit bis zu Zwangsverpflichtung – ein überraschendes und ehrliches Pro und Contra.
Mütter
Bild: Getty Images

Ja, das wird ein gemütlicher Familientag!

Teresa Voboril, Mutter von Felicitas (11), Lorenz (12), Jonathan (18), Florentina (20)

„An erster Stelle steht für mich der Gedanke, dass ich wahnsinnig gerne Mutter bin. Der Muttertag erinnert mich daran, dass ich dankbar über meine Fruchtbarkeit sein darf. Dankbar dafür, wunderbare Kinder auf die Welt gebracht zu haben, was ich mir immer gewünscht hatte.

Daher nutze ich diesen Tag auch ganz bewusst, darüber zu reflektieren, dass das alles nicht selbstverständlich ist. Meiner eigenen Mutter schreibe ich meist einen besonderen Text, in den ich Gedanken einfließen lasse, die zeigen, wie sehr ich sie wertschätze. Sie war die erste Person, die ja zu meinem Leben gesagt hat, und jene, mit der ich die erste intensive Beziehung hatte. Hat man sich befreit von Konsumdruck und Stress, das perfekte Lokal zu finden, kann dieser Tag ein entspanntes, generationsübergreifendes Zusammentreffen der ganzen Familie werden. Man soll die Feste doch feiern, wie sie fallen! Der Muttertag ist ein Anlass mehr, gemeinsam zu frühstücken, einen Ausflug zu machen, und ja – ich mag es schon sehr, dass an diesem Tag einmal ich im Mittelpunkt stehe …“

Nein, nicht wirklich!

Alexandra Fiedler Lehmann, Mutter von Leon (19) und Maja (22)

„Der Muttertag ist für mich rein historisch betrachtet problematisch. Mit der Verehrung einer Mutterfigur kann ich nichts anfangen. Jede Frau will doch um ihrer selbst willen geliebt werden und nicht aufgrund einer Rolle, die sie erfüllt. Ich bin jeden Tag Mutter, und ich will jeden Tag ein Stück weit Anerkennung dafür – es sollte also jeden Tag Muttertag sein!

Was mich außerdem stört, sind der soziale Druck und die Kommerzialisierung, die die Idee eines Feiertages für die Mutter zusätzlich pervertieren. Aufoktroyiert von außen, sind die Nachkommen quasi zu einer Art von Huldigung verpflichtet – ob sie wollen oder nicht. Frage ich meine Kinder, so bestätigen sie mir, dass sie einen gewissen Unwillen spüren, gleichzeitig aber eine Verpflichtung, der sie gerecht werden müssen.

Und da muss ich dann doch gestehen: Das nutze ich aus … Heuer habe ich in einem Magazin ein Rezept für eine herrliche Torte gefunden, die ich mir von meiner Tochter zum Muttertag wünsche. Ganz unter dem Motto: Lieber eine erpresste Torte als gar keine!“

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