Waldbaden zu Hause? Das geht!

Die Kraft der Bäume und des Waldes bewusst mit allen Sinnen zu genießen, hilft uns dabei, innere Ruhe zu finden. Mit etwas Fantasie gelingt dir das sogar daheim.
Reh im Wald

Was kann man sich unter Waldbaden konkret vorstellen?

Bianca Forstik: „Wenn man den Wald durch die Sinne erfährt. Es geht dabei nicht darum, wie weit man geht oder wie viele Kilometer man zurücklegt, man schlendert vielmehr bewusst durch das satte Grün, sucht sich ein Fleckerl, auf dem man verweilen mag, und sieht, hört und spürt sein Rundherum. Das unterscheidet Waldbaden von einem einfachen Spaziergang. Man kehrt zurück zu seinem Sein, das in der heutigen schnelllebigen Zeit oft verloren geht.

Die positive Wirkung der Bäume auf unser Wohlbefinden ist wissenschaftlich nachgewiesen: Es werden Terpene ausgesondert, die in Verbindung mit dem satten Grün beruhigend auf den Menschen wirken. Diese positive Wirkung des Waldes kann man durch unterschiedliche Übungen intensivieren.“

Terpene werden über die Atmung und Haut aufgenommen. Es handelt sich dabei um sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle, die aus Blättern, Nadeln und anderen Pflanzenteilen stammen. Sie sollen unsere körpereigenen Killerzellen aktivieren können.

Wie kann man sich den Wald ins Wohnzimmer holen?

Bianca Forstik: „Was sehr gut funktioniert, ist, unsere Vorstellungskraft einzusetzen. Unser Gehirn ist zum Teil nicht fähig, zwischen Realität und Fantasie zu unterscheiden. Deswegen erschrickt man sich auch bei einem Horrorfilm. Umgekehrt kann man durch Gedanken auch Entspannung suggerieren.

Wald
Bild: Yoshi Takekawa/Unsplash

Man muss dafür nur kurz die Augen schließen, und sich auf eine Fantasiereise begeben. Man stellt sich vor, dass man durch den Wald spaziert, das feuchte Moos zwischen den nackten Zehen spürt, die Vögel zwitschern hört …

Unterstützend dazu kann man sich Naturgeräusche anhören, zum Beispiel auf dem Handy mit einer App, oder sich einen schönen Bildschirmschoner auf dem Computer installieren. Dazu nimmt man tiefe Atemzüge in den Bauchraum und denkt aktiv an das Entspannen.“

Bianca Forstik ist diplomierte Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin und arbeitet in ihren Kursen mit Entspannungs-, Achtsamkeits- und Qigongübungen – oft auch in Verbindung mit Waldbaden.

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