Janina Lebiszczak

Wer ist Nina Prödl?

Früher hasste die Steirerin Laufen – warum sie den Sport jetzt liebt und auch in der Schwangerschaft weiterlaufen wird.
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Abenteuerlustig, bodenständig und optimistisch – so beschreiben ihre Freunde Nina Prödl. Aber die 32-jährige BWL-Absolventin hat noch zig weitere Seiten: Sie ist Ehefrau und (bald zweifache!) Mutter, Yogalehrerin und natürlich passionierte Läuferin.

Ihren Mann, den Profi-Fußballer Sebastian Prödl, lernte Nina schon früh kennen und lebt mit ihm in Bremen und London. Die beiden gründeten das Lifestyle-Projekt JUNE, wo ganzheitliche Yoga-Retreats angeboten wurden (hier stehen bereits spannende weitere Projekte an …).

Beim weltweiten Charitylauf, dem Wings for Life World Run, ist Nina unsere carpe diem-Botschafterin und wird den fünf glücklichen Gewinnern unseres Aufbaucamps mit Babybauch und top motiviert beiseitestehen.

LAUF MIT UNS FÜR DIE, DIE ES NICHT KÖNNEN!
Am 3. Mai 2020 findet der Wings for Life World Run statt, bei dem hundert Prozent der Startgelder direkt in die Rückenmarks­forschung fließen. Man kann von überall auf der Welt via App mitmachen. Wie das funktioniert, erfährst du unter wingsforlifeworldrun.com/apprun. Aktuelle Informationen zum Run findest du hier.

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„Früher habe ich das Laufen gehasst“

Wann hast du mit dem Laufen begonnen?
„In meiner Kindheit und Jugend habe ich rhythmische Sportgymnastik als Leistungssport praktiziert. Als Ausgleich mussten wir auch laufen. Ich sage bewusst mussten, weil ich es damals gehasst habe. Nachdem ich den Leistungssport an den Nagel gehängt hatte, habe ich das mit dem Laufen auch eine Zeitlang gelassen.

Anfang 20 raffte ich mich wieder dazu auf, aber selbst da war es mehr Qual als Freude. Irgendwann hat es dann Klick gemacht, und ich habe erkannt, wie sehr ich es genieße, in der Natur zu sein und mich zu bewegen – meistens allein, aber oft auch mit Freundinnen oder im Urlaub mit meinem Mann.“ 

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Bild: Nina Prödl

Gratulation, du bist schwanger. Läufst du trotzdem weiter? 
„Vielen Dank! Im Moment kämpfe ich leider mit starker Übelkeit, weshalb ich sportlich sehr eingeschränkt bin. Spazieren und leichte Yogaübungen sind da schon das Maximum.

Sobald es mir wieder besser geht, freue ich mich sehr darauf, aktiver zu werden! In meiner letzten Schwangerschaft habe ich bis drei Tage vor der Geburt Yoga praktiziert. Es hat sich für mich richtig und gut angefühlt. Aber das ist bei jeder total unterschiedlich.

Zum Laufen ist das zweite Trimester am besten geeignet. Man fühlt sich fit, und der Bauch ist noch überschaubar. Irgendwann fühlt es sich einfach nicht mehr gut an, spätestens dann sollte man aufhören. Ich kenne meinen Körper sehr gut und versuche in der Schwangerschaft noch mehr auf ihn zu hören.

Dasselbe gilt für Sport nach der Geburt. Die Geburt ist wie ein Marathon. Man muss dem Körper genügend Zeit geben, um sich zu erholen. Sobald man grünes Licht hat, kann man wieder voll loslegen. Ich freu mich jetzt schon drauf!“

Warum ist es für dich wichtig, Wings for Life zu unterstützen? 
„Querschnittslähmung könnte uns alle jederzeit treffen. Es ist wichtig, dass darüber gesprochen wird. Der Wings for Life World Run ist ein tolles Projekt. 100 Prozent der Spenden gehen in Forschungsprojekte, um Querschnittslähmung eines Tages heilbar zu machen. Es kann dadurch so viel erreicht werden.“

Was gibt dir das Laufen? 
„Seitdem ich Mutter bin, definitiv Zeit für mich, in der ich meine Reserven wieder auftanken kann. Ich liebe es, ganz früh laufen zu gehen, wenn alles noch ganz verschlafen ist. Dann kann man sein Umfeld, egal ob es die Natur oder eine Stadt ist, noch viel intensiver wahrnehmen.“ 

Dein schönster Lauf?
„Ein Lauf zum Sonnenaufgang am Strand von Tulum auf Yucatán und einer bei Sonnenuntergang in Antibes an der Côte d’Azur mit meinem Mann! Ich liebe es aber auch, in den Londoner Parks zu laufen. Am liebsten auf der Hampstead Heath, weil man hier die perfekte Sicht über die ganze Stadt hat.“

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Bild: Misan Harrimann

Auf welche Gadgets möchtest du beim Laufen nicht verzichten?
„Auf mein Handy, weil ich es für die Musik brauche und weil ich gerne meine Läufe tracke. Musik beim Laufen gibt mir noch mehr Motivation. Ich wechsle meine Playlisten oft. Ein Lied, das sich fast in jeder Lauf-Playlist findet ist ‚No men no cry‘ von Oliver Koletzki und Jimmy Sax. Ich liebe es!“

Wie ernährst du dich? 
„Zu 90 Prozent pflanzlich. Und ich verzichte, so gut es geht, auf raffinierten Zucker. Ich habe ein ausgeprägtes Bewusstsein dafür, was ich meinem Körper zuführe. Meine fast ausschließlich vegane Ernährung ist eine bewusste Entscheidung, die ich aus Überzeugung und aus ethischen Gründen getroffen habe. Ähnlich wie bei unserer Firmenphilosophie von JUNE – die besagt, dass man all das machen soll, was einem guttut – möchte ich nicht zu strikt sein und mache auch Ausnahmen: Balance is the key!“ 

Was empfiehlst du zusätzlich zum Laufen?
„Meiner Meinung nach ist Yoga die perfekte Ergänzung zu allen Sportarten – oder besser gesagt für alle Lebenslagen, da es dabei um viel mehr als das Körperliche geht.

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Foto Credit: Fritz Hauswirth

Yoga hilft dir, deine Atmung bewusst zu steuern.

In Stresssituationen vergessen wir oft, richtig zu atmen – so auch beim Laufen. Yoga hilft dir, deine Atmung bewusst zu steuern. Ein weiterer Grund, warum Yoga dir beim Laufen helfen kann, ist – und das wird viele vielleicht überraschen –, um Kondition aufzubauen.

Balance is the key! 

In einem intensiven Vinyasa-Flow kann man ganz schön ins Schwitzen kommen. Betreibt man dies länger und intensiver, kann so ein Flow durchaus wie ein Intervalltraining sein. Und: Beim Yoga werden deine Muskeln in die Länge gezogen, beim Laufen verkürzt – der perfekte Ausgleich also!

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Bild: Fritz Hauswirth

Ich empfehle ein paar Sonnengrüße A und B als ideales Warm-up vor dem Lauf und/oder als Cool-down danach. Last, but not least hilft dir Yoga, deinen Geist zu stärken. Beim Laufen geht es viel um den inneren Schweinehund. Mit einem positiven Mindset gelingt es, diesen viel einfacher zu überlisten. Als Regeneration könnte man außerdem schwimmen gehen, ein Bad nehmen oder einen Podcast anhören.“ 

https://www.carpediem.life/2981/08-sebastian-proedl-ueber-die-magie-von-pro-und-kontra-listen/

Wie würdest du deine Lebenseinstellung beschreiben?
„Ich liebe neue Herausforderungen und kleine Abenteuer – wie zum Beispiel, sich nach einem Umzug in einer neuen Stadt zurechtzufinden, sich etwas aufzubauen. Das alles aber nur mit meinem Mann und meiner Tochter an meiner Seite!

Privat bin ich ein sehr ehrlicher und loyaler Mensch. Mein Kernumfeld ist schon seit Jahren dasselbe. Das gibt mir Sicherheit. Früher war es mir wichtig, es jedem recht zu machen und jedem zu gefallen – das ist heute nicht mehr der Fall. Ich weiß, wer mir guttut und wer nicht. Ich möchte keine Energie in negative Beziehungen stecken.“

So many people love you. Don’t focus on the ones who don’t!

Nina Prödls Lebensmotto
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Foto: Sergiu Andres & Lukas Pichelmann

Last, but not least: Wer inspiriert dich? 
„Das ist einerseits mein Mann – weil er für jedes Problem eine Lösung findet und jede negative Situation in eine positive verwandeln kann. Andererseits unsere Tochter, weil sie immer gut gelaunt, unbeschwert und kreativ ist. Außerdem mein Yogalehrer Stewart Gilchrist. Ein ganz besonderer und inspirierender Mensch mit einer starken Meinung zur Welt und unserer Gesellschaft.“ 

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