Melanie Pignitter

Gelassenheit auf Knopfdruck? Diese 5 Gedanken helfen dabei

Mentaltrainerin Melanie Pignitter verrÀt ihre mentalen Rezepte, Ruhe zu bewahren.
Frau steht nachdenklich in GewÀchshaus inmitten von Blumen
Bild: Brooke Cagle/Unsplash

Diese kleinen Pillen, die man nimmt, wenn der Blutdruck plötzlich nach oben schnellt, weil man der vorlauten Kollegin am liebsten eines ĂŒberziehen, den Partner vor die TĂŒr setzen oder die Kinder bei der nĂ€chsten Tankstelle abgeben möchte – woher bekommt man die denn?

Gelassenheit! Ein Gut, das sich viele von uns auf Knopfdruck oder noch besser in Pillenform wĂŒnschen wĂŒrden. Bis heute bin ich diesbezĂŒglich leider noch nicht fĂŒndig geworden. DafĂŒr aber habe ich ein paar mentale Rezepte entdeckt, die wahre Wunder bewirken können. FĂŒnf Gedanken, die man in folgenden Situationen gut brauchen kann, habe ich heute mitgebracht:

Gelassenheit kann man gut brauchen, wenn 


  • der Partner schon wieder Bartstoppeln im Waschbecken hinterlassen hat.
  • wir nicht Recht bekommen, obwohl wir zu 100 Prozent wissen, dass wir Recht haben.
  • die Kinder auch nach dreifacher Aufforderung keine Anstalten machen, den Fernseher endlich abzudrehen.
  • ein berufliches Missgeschick das andere jagt, wĂ€hrend die Deadline immer nĂ€her rĂŒckt.
  • uns jemand warten lĂ€sst, obwohl wir so gar keine Zeit haben.
  • ein anderer die Lorbeeren fĂŒr etwas erntet, das unser Verdienst ist.

In solchen Situationen muss Gelassenheit her – 5 Gedanken, die helfen

Frau beim Laufen im Park bei Sonnenuntergang
Bild: Emma Simpson/Unsplash

1. Wird es in einem Jahr noch wichtig sein?

Diese Frage stelle ich mir immer, wenn ich bemerke, dass sich Stress und Ärger ĂŒberschlagen. Falls die Antwort lautet: „Ja, es wird in einem Jahr noch wichtig sein“, so gehe ich einen Schritt weiter und frage: „Wird es in drei, fĂŒnf oder zehn Jahren noch wichtig sein?“ Das hilft mir zu relativieren.

Frau denkt nach
Bild: Tachina Lee/Unsplash

HĂ€ufig lösen sich Probleme bereits im Moment der Fragestellung auf, weil ich dabei feststelle, dass ich meine wertvolle Energie gerade mit etwas fĂŒr mein Leben völlig Irrelevantem verpulvere.

2. Die „Brille der Liebe“

Sehr oft hilft mir auch die Brille der Liebe. Ich setze diese magische Brille immer dann auf, wenn ich bereits am Morgen bemerke, dass mein NervenkostĂŒm heute besonders dĂŒnn ist. Diese Brille hilft mir zu erkennen, dass kein Mensch, der mir heute begegnet und meine Nerven strapaziert, tatsĂ€chlich diese Absicht hegt.

Die Brille der Liebe hilft mir ĂŒber die nervenden Verhaltensweisen hinwegzusehen und mir bewusst zu machen, dass jeder Mensch von Grund auf liebenswert ist.

Paar umarmt sich auf Wiese
Bild: Joao Silas/Unsplash

Ich gebe zu, die Brille wirkt nicht immer. Aber ein Blick tief in die Augen unseres GegenĂŒbers, der uns mit was auch immer auf die Palme bringt, beruhigt und berĂŒhrt unsere Seele. Sofort stellt sich ein tiefes, manchmal sogar warmes und verbundenes GefĂŒhl ein.

3. Du entscheidest ĂŒber die Wahrheit

HĂ€ufig regen wir uns ĂŒber Aussagen oder Meinungen unserer Mitmenschen auf. Der Grund dafĂŒr ist, dass wir ihnen tatsĂ€chlich Glauben schenken. In Wirklichkeit aber gibt es die eine, einzige Wahrheit gar nicht! Jeder von uns hat seine eigene Wahrheit, die durch PrĂ€gungen, Erlebnisse in der Vergangenheit und Werte bestimmt wird.

Welcher der vielen Wahrheiten wir glauben, entscheiden wir selbst. „Du hast deine Wahrheit und ich habe meine“, sage ich gerne und bemerke, wie sich mein Pulsschlag dadurch beruhigt (wĂ€hrend der meines GegenĂŒbers oft in die Höhe schnellt).

4. Es geht nicht um Leben oder Tod

Zugegeben, es ist ziemlich Ă€rgerlich, wenn man das GefĂŒhl hat, dass der Partner niemals die leere Toilettenpapierrolle gegen eine neue austauscht und dann auch noch so tut, als wĂ€re es Zufall, dass man immer selbst derjenige ist, der zum Handkuss kommt.

Aber eigentlich will ich mich ĂŒber solche Nichtigkeiten schon lĂ€ngst nicht mehr aufregen. Wenn ich bemerke, dass mein innerer Streithahn zu krĂ€hen beginnt, sage ich dann manchmal ganz laut: „Es geht nicht um Leben oder Tod, oder?“

Frau sitz beleidigt auf Bett
Bild: Priscilla du Preez/Unsplash

„Du hast doch angefangen“, sagt mein Herzallerliebster daraufhin, beginnt aber aufgrund meiner ĂŒberraschenden und doch ein wenig absurden Frage doch zu lachen und meint schließlich: „Nein, geht es nicht.“ Auch mir hilft der Gedanke, denn wir vergessen im alltĂ€glichen Stress oft, was wirklich wichtig im Leben ist.

5. Schnell weg!

Wenn wir unser Herzblut in ein Projekt investiert haben, dann steckt dort im wahrsten Sinne viel Energie drinnen. Geschieht dann etwas Unvorhergesehenes, mischt sich jemand unangebrachterweise ein oder wird man selbst in Frage gestellt, so droht nicht selten eine Explosion. Man muss sich schließlich alles gefallen lassen!

Wald
Bild: Sebastian Unrau/Unsplash

Um nichts zu sagen, was ich spĂ€ter bereuen könnte, verlasse ich in solchen Situationen gerne Ort und Raum. Wenn es möglich ist, gehe ich ins Freie, atme einige Male tief in den Bauch ein und aus, spĂŒre sehr rasch, wie dadurch mein Emotionsbauch kleiner wird, wĂ€hrend der Verstand wieder Einzug hĂ€lt. Zweiterer ist in derartigen, oft beruflichen Stationen immer der bessere Ratgeber. Hier geht es nicht ums Runterschlucken, sondern vielmehr darum, die richtigen Worte zu finden, um fĂŒr die eigene Leistung einzustehen.

Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne!

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