Christiane Tauzher

Wie gesund es ist, freiwillig Gutes zu tun

Beinahe jeder zweite Mensch in Österreich hilft in seiner Freizeit anderen. Und leistet damit einen unermesslichen Beitrag für die Gesellschaft. Was dabei mit den Helfern selber passiert, ist sehr wohl messbar: in Lebensqualität und Lebensjahren.
Freiwilligenarbeit
Bild: Getty Images

Es steckt eine spezielle Art der Genug­tuung in Freiwilligenarbeit. Wer gibt – um des Gebens willen, ohne dafür be­sondere Anerkennung zu erwarten –, be­kommt dies oftmals doppelt und dreifach vergolten. In Blicken, in menschlicher Wärme, einem dankbaren Lächeln und dem schönen Gefühl, den Tag mit Sinn erfüllt zu haben. Kurz: Wir tun es für andere – und profitieren dabei selber.

Freiwillige machen einen Unterschied im Leben anderer. Und genau dieser Unterschied manifestiert sich auch in ihrer eigenen Gesundheit.

Das ist sogar messbar. Langzeitstudi­en wie etwa jene der Harvard University zeigen den körperlichen, geistigen und seelischen Nutzen von Freiwilligenarbeit, insbesondere bei älteren Erwachsenen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe weisen Freiwillige ein geringeres Risiko für Blut­hochdruck, eine verhältnismäßig niedri­gere Sterblichkeit, verbesserte Kognition, niedrigere Depressionsraten, signifikant reduzierten Stress und ein höheres Maß an Lebenszufriedenheit auf.

Allgemein treten körperliche Ein­schränkungen, die oft mit fortgeschritte­nem Alter assoziiert werden, bei freiwil­lig engagierten Menschen seltener und später auf. Die körperliche Selbständig­keit – und somit ein wertvolles Stück der eigenen Unabhängigkeit – bleibt länger erhalten.

Auch geistig bleiben Personen mit ehrenamtlichen Aufgaben länger fit. Die Interaktion mit anderen und das laufende Erproben neuer Fertigkeiten bieten dem Gehirn ein perfektes Fitnesstraining.

Geliebt zu werden ist kein Glück. Lieben, das ist Glück.“

aus „Narziß und Goldmund“ von Hermann Hesse

Zudem konnte beobachtet werden, dass Menschen mit chronischen Schmer­zen eine Besserung ihrer Leiden er­leben, wenn sie sich freiwillig für andere Schmerzpatienten engagieren.

Man kann all das aber auch viel bana­ler auf den Punkt bringen: Helfen macht glücklich. Und Glück macht gesund.

Helfen macht glücklich. Und Glück macht gesund.

Jeder Grund ist Grund genug

Dabei scheint es im ersten Schritt ganz egal zu sein, mit welcher Motivation sich Menschen in freiwilligen Organisationen einsetzen: Weil der beste Freund auch dort ist? Weil die Freiwillige Feuerwehr in Utzenlaa die kultigsten Feuerwehrfes­te auf die Beine stellt? Absolut legitime Gründe. Die Arbeit in einer und für die Gemeinschaft, der soziale Zusammen­halt, das „Runter vom Sofa und mach was aus deinem Leben“­-Gefühl – all das schlägt sich mit Habenzinsen auf unse­rem Lebenszeitkonto nieder.

Eine besondere Qualität bekommt das freiwillige Tun jedoch, sobald Altruismus ins Spiel kommt. Altruismus, also der Wunsch, anderen zu helfen, ist Trumpf unter den Beweggründen: weil Menschen ihren Lebenssinn in der Hingabe an eine Aufgabe finden, die außerhalb der eige­nen Person liegt.

Mit genau solchen Menschen haben wir gesprochen. Wir haben Freiwillige in ganz Österreich getroffen und gefragt: Wie gut tut es eigentlich, Gutes zu tun? Hier weiterlesen.

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