Wann Spitzwegerich hilft

Die unscheinbare Heilpflanze vom Wegesrand versorgt kleine Wehwehchen wie ein Erste-Hilfe-Pflaster.
von Valerie Jarolim | 26. August 2019

Wie sein Name bereits verrät, wächst der Spitzwegerich gerne am Wegrand und gilt ganz nebenbei als eine der ältesten und am längsten gebrauchten Heilpflanzen unserer heimischen Flora. Eine Schönheit ist er nicht gerade mit seinen braunen, unscheinbaren Blüten, doch der einzigartige Mix an wirksamen Inhaltsstoffen in den Blättern macht das alles wett. Denn dank dieser wirkt Spitzwegerich entzündungshemmend, wundheilend und juckreizstillend.

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Bild: Valerie Jarolim

Ein typisches Erkennungsmerkmal des Spitzwegerichs sind die spitz zulaufenden Blätter mit 3- 7 deutlich abstehende Blattadern auf der Rückseite. Sammeln kann man die Blätter von April bis September.

Als heilendes „Pflaster”

So geht’s: Bei Bedarf wird ein frisches Blatt einfach zwischen den Fingern zerrieben, bis der Pflanzensaft austritt, oder im Mund etwas zerkaut und auf die betroffene Stelle aufgelegt, fertig!

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Bild: Valerie Jarolim

Da hilft’s: Bei Stichen gehen Rötung und Juckreiz so schnell wie sie gekommen sind auch wieder zurück. Das Wiesenpflaster ist für Kinder geeignet und hilft auch, wenn man einer Brennnessel zu nahe gekommen ist.

Als Tinktur

Da aber frische Blätter nicht immer zur Stelle sind, kann man sich bei Insektenstichen und kleinen Verletzungen auch mit einer selbstgemachten Spitzwegerich-Tinktur helfen. Sie ist im Handumdrehen hergestellt und in kleine Flaschen abgefüllt passt sie in jeden Rucksack oder Tasche.

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Bild: Valerie Jarolim

So geht’s: Spitzwegerich Blätter zerkleinern und zwei Drittel eines Glases damit befüllen. Das Ganze mit 40%igem Alkohol (z. B. Wodka) auffüllen und gut schütteln. Etwa 2 Wochen bei Zimmertemperatur stehen lassen. Danach abseihen und in kleine Flaschen umfüllen. Kühl und dunkel gelagert hält die Spitzwegerich-Tinktur mindestens 1 Jahr.

Da hilft’s: Bei Insektenstichen einfach ein paar Tropfen Tinktur auf die betroffene Stelle aufbringen und einreiben. Bei Verletzungen werden ein paar Tropfen der Tinktur mit etwas Wasser gemischt und am besten mithilfe eines Taschentuchs die Stelle abgetupft.

Als Sirup

Eine ordentliche Prise immunstärkendes Vitamin C und hustenlindernde Inhaltsstoffe machen den Spitzwegerich zu einer der wichtigsten Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten. Vor allem gegen Husten wird aus den Blättern seit jeher der beliebte Spitzwegerichsirup hergestellt.

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